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Trump im «Bild»-Interview: «Ich liebe Deutschland»

epa05708071 US President-elect Donald Trump speaks with journalists in the lobby of Trump Tower, after meeting with LVHM Fashion's Alexandre and Bernard Arnault, New York, New York, USA, 09 Janua ...
Donald Trump gibt in einem Interview mit der deutschen «Bild»-Zeitung Einblick in seine Pläne als US-Präsident. Bild: EPA/POLARIS IMAGES POOL

«Es wird extreme Sicherheitsüberprüfungen geben» – so gibt sich Trump im «Bild»-Interview

16.01.2017, 02:2816.01.2017, 06:35
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Der designierte US-Präsident Donald Trump bewertet die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel als katastrophalen Fehler. «Ich habe grosse Achtung vor Merkel», sagte Trump in New York in einem Interview der «Bild»-Zeitung.

«Aber ich finde, es war sehr unglücklich, was passiert ist.» Deutschland habe «all diese Leute» ins Land gelassen, wo auch immer sie herkamen, sagte Trump. «Sie wissen, dass ich Deutschland liebe, weil mein Vater aus Deutschland stammt, und ich will mich nicht in einer ähnlichen Situation wiederfinden», sagte Trump. Die USA würden von seinem ersten Amtstag an auf sichere Grenzen setzen.

Trump wird am 20. Januar US-Präsident. Am Montag darauf werde er einen entsprechenden Erlass unterzeichnen, sagte er. «Die Leute wollen nicht, dass andere Leute in ihr Land kommen und es zerstören.»

«Es wird extreme Sicherheitsüberprüfungen geben, es wird nicht so sein wie jetzt», sagte Trump. Es gehe um Muslime «aus verschiedenen Teilen der Welt, die viele Probleme mit Terrorismus haben».

Einer der grössten Schlamassel

Auf die Frage, ob die verschärften Regeln auch Auswirkungen auf Einreisende aus EU-Staaten haben werden, erklärte Trump: «Das könnte passieren, aber wir werden sehen.»

«Das war, wie Steine in ein Bienennest zu schmeissen.»
Trump zum Irak-Krieg

Der Europäischen Union sagte Trump nach dem Brexit, dem Austritt Grossbritanniens, schwere Zeiten voraus. «Wenn Sie mich fragen, es werden weitere Länder austreten.» Der Zustand der EU sei ihm aber nicht sehr wichtig. «Schauen Sie, zum Teil wurde die Union gegründet, um die USA im Handel zu schlagen, nicht wahr? Also ist es mir ziemlich egal, ob sie getrennt oder vereint ist, für mich spielt es keine Rolle.»

Trump bezeichnete den Irak-Krieg als möglicherweise schlechteste Entscheidung in der Geschichte der USA. «Wir haben da etwas entfesselt - das war, wie Steine in ein Bienennest zu schmeissen», sagte er. «Und nun ist es einer der grössten Schlamassel aller Zeiten.»

Trump wiederholte vor dem Hintergrund hoher Flüchtlingszahlen infolge des Syrienkrieges, von den Golfstaaten finanzierte Sicherheitszonen in Syrien seien das Mittel der Wahl gewesen. «Das ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht.»

«NATO obsolet»

Auf die Frage, ob Russlands Eingreifen in den Syrienkrieg gut oder schlecht gewesen sei, sagte Trump: «Nein, das war eine sehr üble Sache, schlimm.» Die USA hätten aber die Gelegenheit versäumt, sehr früh etwas zu tun. «Es ist zu spät, jetzt ist alles vorbei», sagte Trump. «Irgendwann wird es ein Ende haben, aber Aleppo war scheusslich.» Die Stadt sei in einer furchtbaren humanitären Lage.

«Aber da sind diese Sanktionen, und Russland leidet momentan sehr darunter.»
Trump über die Russland-Sanktionen

Trump deutete eine Neubewertung der Russland-Sanktionen an. Er stellte dies in einen Zusammenhang mit atomarer Rüstung. «Zum einen finde ich, dass es deutlich weniger Nuklearwaffen geben sollte und sie erheblich reduziert werden müssten, das gehört dazu. Aber da sind diese Sanktionen, und Russland leidet im Moment schwer darunter.» Er glaube, es könne manches gehen, von dem viele Leute profitierten.

Erneut bezeichnete Trump die Verteidigungsallianz NATO als obsolet. Sie sei vor langer Zeit entworfen worden, und viel zu wenige Mitgliedsländer zahlten das, was sie müssten. «Wir sollten diese Länder schützen, aber viele dieser Länder zahlen nicht, was sie zahlen müssten», sagte er. «Das ist sehr unfair gegenüber den USA. Abgesehen davon ist mir die NATO sehr wichtig.»

«Eines der dümmsten Abkommen»

Die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran liess Trump offen. Er wolle sich nicht in die Karten schauen lassen. Er sagte aber erneut: «Es ist eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind. Es ist eines der dümmsten Abkommen, die ich je gesehen habe.»

«Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstrasse.»
Trump über die Auto-Industrie

Deutschen Autoproduzenten könnten unter Trump in den USA harte Zeiten bevorstehen. Er sagte: «Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.» Dem Hersteller BMW, der 2019 eine Fabrik in Mexiko eröffnen will, legte Trump nahe, die Fabrik in den USA zu bauen.

Wenn BMW von Mexiko aus in andere Länder verkaufen wolle, sei das in Ordnung, sagte Trump. «Aber wenn sie in Mexiko eine Fabrik bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.»

Trump sagte, in der 5th Avenue in New York habe jeder einen Mercedes vor der Tür stehen. Aber: «Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstrasse.» Trump sagte, er wolle, dass es fair zugehe und Gegenseitigkeit bestehe. (sda/dpa)

Donald Trumps Vorfahren stammen aus Kallstadt, Deutschland

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Donald Trumps Vorfahren stammen aus Kallstadt, Deutschland
Am Eingang Kallstadts, Rheinland-Pfalz, wo 1869 Donald Trumps Grossvater geboren wurde.
quelle: epa/dpa / uwe anspach
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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Alex23
16.01.2017 05:53registriert Februar 2015
Das klingt, als wenn man mit dem Coiffeur über Politik redet: Hier ein bisschen Halbwissen, da eine Idee, dort den Dunst einer Ahnung. Nichts zu Ende gedacht. Keine fundierten Kenntnisse.
Der einzige Satz, der ein bisschen Hand und Fuss hat, ist der mit dem Irak-Krieg.
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Enzasa
16.01.2017 04:18registriert August 2016
Ganz deutlich, er will kein geeintes Europa. Warum auch, ein geeintes Europa wäre, die größte Macht der Welt.
Leider werden sich jetzt viele der Europa Gegner bestätigt fühlen. Schade.
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Acappucci
16.01.2017 04:59registriert November 2016
Der Mangel an Chevrolets in Deutschland liegt an GM selbst: GM exportiert keinerlei Limousinen hier her sondern einzig die Modelle Corvette und Camaro. Es ist also für einmal ganz einfach diese Ungleichheit zu bekämpfen, Chevrolet muss die Wagen nur exportieren.
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