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Friedrich Merz: Aktivisten mutmasslich Privatflieger im Visier

Aktivisten festgenommen: Privatflieger von Merz mutmasslich im Visier

22.01.2026, 17:0122.01.2026, 17:01

An einer Flugzeughalle mit dem Privatflugzeug des deutschen Kanzlers Friedrich Merz sind in der Nacht zum Donnerstag zwei Frauen und ein Mann festgenommen worden.

ARCHIV - 08.07.2022, Schleswig-Holstein, Tinnum/Sylt: CDU-Chef Friedrich Merz und seine Frau Charlotte sind mit ihrem Privatflieger zur Hochzeit von Bundesfinanzminister Lindner auf Sylt gelandet. (zu ...
Friedrich Merz sitzt in seinem Privatflieger.Bild: DPA

Sie sollen versucht haben, das Flugzeug des Regierungschefs zu beschädigen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Dazu sei es aber nicht gekommen. Merz ist Hobbyflieger und lebt in Arnsberg im westdeutschen Sauerland – dem Ort des Vorfalls.

Bekannte Klimaaktivistin unter den Beschuldigten

Die Beschuldigten im Alter von 23, 28 und 56 Jahren sollen sich unbefugt Zutritt zum Gelände des Flugplatzes verschafft haben. Dort wurden sie wegen Hausfriedensbruch festgenommen. Darunter war auch die deutsche Klimaaktivistin Anja Windl, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg bestätigte.

Wien, �sterreich. 19 Mai 2023. Klimaaktivistin der Letzte Generation �sterreich Anja Windl auch bekannt als Klima-Shakira festgeklebt am Naschmarkt, Polizei vor Ort l�st die Hand mit Nagellackentferne ...
Eine der Beschuldigten ist Klimaaktivistin Anja Windl.Bild: imago

Eine Gruppe namens Widerstands-Kollektiv hatte sich nach dem Vorfall in einer Mitteilung zu Wort gemeldet: Man habe «im Rahmen einer Protestaktion, versucht das Privatflugzeug von Friedrich Merz stillzulegen», hiess es dort. Beteiligt habe sich auch Windl. Die 28-jährige Deutsche gilt vor allem in Österreich als wichtige Figur des Klimaprotests.

Schweigen bei der Polizei, Bekenntnis in der Öffentlichkeit

Sie und die anderen beiden Beschuldigten seien bereits in der Vergangenheit mit strafrechtlich relevanten Protestaktionen in Erscheinung getreten und der linkspolitisch motivierten Kriminalität zuzuordnen, sagte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde. Alle drei seien vernommen worden, äusserten sich gegenüber der Polizei jedoch nicht zu den Vorwürfen.

Anders als bei der Polizei erklärte die Gruppe Widerstands-Kollektiv in ihrer Mitteilung ihre Motive: Man habe das Flugzeug mit pinker Farbe langfristig aus dem Verkehr ziehen wollen. «Wir handeln hier aus Notwehr», wird Windl darin zitiert. Während die Klimakrise eskaliere, fliege Friedrich Merz mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend, so ihre Botschaft.

Windl: unerwünschte Person für die österreichischen Behörden

Die 28-Jährige gilt als zentrale Figur des österreichischen Klimaprotests und ist nach Angaben der dortigen Behörden mehrfach nach Sitzblockaden und anderen Protestaktionen festgenommen worden. Windl hatte unter anderem im Januar gegen die Aufnahme von Koalitionsgesprächen zwischen konservativer ÖVP und rechter FPÖ protestiert.

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Anja Windl ist 28 Jahre alt. Bild: imago

Sie schrieb an die Aussenwand der ÖVP-Parteizentrale: «Ihr stinkt nach brauner Scheisse». Danach sprach Österreich ein zweijähriges Aufenthaltsverbot gegen sie aus, das aber bislang nicht rechtskräftig ist.

Ein verdächtiges Auto verriet die Aktion

Frühzeitig gestoppt wurde das Trio an diesem Donnerstag in Arnsberg nach Angaben der Ermittler, weil einer Polizeistreife kurz zuvor ein langsam umherfahrendes Auto in der Umgebung aufgefallen war. Es sei daraufhin kontrolliert worden.

Der Insasse sei aus dem «linksaktivistischen Spektrum» bekannt, wie sich gezeigt habe. Er habe sich nach einem Flugplatz in der Nähe erkundigt. Die Polizei habe daraufhin Massnahmen am Flugplatz Arnsberg-Menden getroffen und dort später die drei Klimaaktivisten festgenommen.

Am Mittag waren die Beschuldigten aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. «Es bestehen keine Haftgründe», so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg. Wie üblich bei politisch motivierten Straftaten hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. (sda/dpa)

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