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Buckeln vor Erdogan? Merkel distanziert sich von Armenien-Resolution



Germany's Chancellor Angela Merkel meets with Turkey's President Tayyip Erdogan (R) at the NATO Summit in Warsaw, Poland, July 9, 2016. Kayhan Ozer/Presidential Palace/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Die Resolution des Bundestags habe keinerlei bindende Wirkung für die deutsche Regierung, wollen Merkel & Co. demnächst erklären. Bild: HANDOUT/REUTERS

Die deutsche Regierung will nach «Spiegel»-Informationen auf Distanz zur Armenien-Resolution des Bundestags gehen. Geplant sei eine politische Geste an die türkische Regierung, damit deutsche Abgeordnete die in Incirlik stationierten Bundeswehr-Soldaten wieder besuchen dürfen. 

Das Auswärtige Amt und das Kanzleramt hätten sich darauf geeinigt, dass Regierungssprecher Steffen Seibert vor die Medien treten und sich im Namen der Regierung von der Armenien-Resolution des Bundestages distanzieren solle, hiess es am Freitag bei «Spiegel Online».

Laut «Spiegel» wird Seibert verkünden, dass die Resolution des Bundestags keinerlei bindende Wirkung für die deutsche Regierung habe: Es handele sich um eine politische Erklärung des Bundestags ohne jede juristische Bedeutung.

Die Türkei verweigert deutschen Abgeordneten seit Verabschiedung der Armenien-Resolution Anfang Juni den Besuch bei den auf der türkischen NATO-Basis Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten.

U.S. Air Force (USAF) C-5 Galaxy Outsize Cargo Transport Aircraft lands at Incirlik air base in Adana, Turkey, August 10, 2015.  The United States sent six F-16 jets and about 300 personnel to Incirlik Air Base in Turkey on Sunday, the U.S. military said, after Ankara agreed last month to allow American planes to launch air strikes against Islamic State militants from there. REUTERS/Murad Sezer

Incirlik NATO-Basis: Deutschen Abgeordneten wird seit Juni der Besuch verweigert. Bild: MURAD SEZER/REUTERS

Der Bundestag bezeichnete in dem Beschluss das Vorgehen des Osmanischen Reichs gegen die Armenier vor mehr als 100 Jahren als Völkermord. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte an der Abstimmung ebenso wenig teilgenommen wie Vizekanzler Sigmar Gabriel und Aussenminister Frank-Walter Steinmeier.

«Nicht unter Druck setzen lassen»

Die Bundeswehr hat in Incirlik im Süden der Türkei mehr als 200 Soldaten sowie sechs Tornado-Aufklärungsjets und ein Tankflugzeug stationiert. Sie sollen den Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») unterstützen.

Zuletzt hatte die Bundesregierung betont, sie wolle sich im Streit mit der Türkei über das Besuchsverbot nicht unter Druck setzen lassen. Aussenminister Steinmeier wies am Montag die Forderung seines türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu nach einer Verknüpfung dieser Frage mit der Armenien-Resolution des Bundestags zurück.

Cavusoglu hatte zuvor in Ankara ein deutsches Entgegenkommen in der Frage zur Bedingung für eine Lösung des Incirlik-Streits gemacht. «Wenn Deutschland die notwendigen Schritte unternimmt, werden wir den Besuch ermöglichen», sagte er, verschwieg aber, welche konkreten Schritte er meint. Die Regierung in Ankara hatte bereits einem Staatssekretär und mehreren Abgeordneten den Besuch der deutschen Soldaten in Incirlik untersagt. (wst/sda/dpa)

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