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AfD-nahes «Extrablatt» kopiert SVP-Vorbild und bedient sich aus der «Weltwoche»



Der «Wahlschock» in Mecklenburg-Vorpommern ist kaum verdaut, und bereits steht der nächste «Stresstest» für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bevor. Am 18. September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die Alternative für Deutschland (AfD) darf auch in der Hauptstadt mit einem starken Ergebnis rechnen.

In den letzten Tagen haben zahlreiche Berliner Haushalte in ihrem Briefkasten ein «Extrablatt» vorgefunden, das Flüchtlinge, EU und Merkel attackiert, vor allem aber die AfD zur Wahl empfiehlt. Die Verfasser der Artikel scheinen eine Affinität zu Schweizer Medien zu besitzen. Sie zitieren mehrfach aus einer «SonntagsBlick»-Kolumne von Frank A. Meyer und aus der «Weltwoche».

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Das Berliner «Extrablatt» macht Werbung für die AfD.

Damit nicht genug: Zwei Beiträge, die der Autor Henryk M. Broder für die «Weltwoche» verfasst hat, wurden im Berliner «Extrablatt» integral abgedruckt – ohne Rückfrage. Der streitbare Publizist zeigte sich gegenüber «Bild» empört: «So sehr ich für Recht und Freiheit bin, ich bin auch für das Copyright und gegen Raubdrucke.» Sollten die Verantwortlichen die Verteilung nicht umgehend einstellen, werde er die Angelegenheit seinem Anwalt übergeben, sagte Broder.

Auch Roger Köppel, Verleger und Chefredaktor der «Weltwoche», wusste von nichts, wie er der «Nordwestschweiz» erklärte. «Grundsätzlich finde ich es grossartig, wenn die ‹Weltwoche› und ihre Autoren Resonanz auslösen», sagte Köppel. «Aber Nachdruck ohne Genehmigung geht nicht.» Der SVP-Nationalrat kündigte an, er werde «den Fall abklären und juristische Schritte prüfen».

Damit enden die Bezüge zur Schweiz nicht. Der Titel «Extrablatt» ist identisch mit jener Publikation, die die SVP vor wichtigen Wahlen und Abstimmungen in alle Schweizer Haushalte verteilen lässt, zuletzt vor der Abstimmung über die Durchsetzungsinitiative im Februar. In Deutschland wurde die AfD-freundliche Publikation bereits vor den Wahlen in Baden-Württemberg, im Saarland und zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern millionenfach in Briefkästen zugestellt.

Eine Ausgabe vom Extrablatt der SVP liegt auf einem Tisch waehrend einer Medienkonferenz am Montag, 30. Dezember 2013 im Restaurant Ambassador in Bern. Mit dem Extrablatt geht die SVP in die Endphase des Abstimmungskampfes um ihre Masseneinwanderungsinitiative. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)..

Das «Original» der SVP. Bild: KEYSTONE

Im Gegensatz zur SVP ist die AfD für die deutsche Version des «Extrablatts» nicht direkt verantwortlich. Hinter der Berliner Ausgabe steht der «Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten». Verantwortlich ist laut «Nordwestschweiz» der Publizist Michael Paulwitz aus Stuttgart. Er soll bis vor kurzem bei den rechtsradikalen Republikanern aktiv gewesen sein.

Die Berliner AfD dementierte jegliche Verbindungen zu den Herausgebern des «Extrablatts». Ihr Sprecher sagte gegenüber «Bild» jedoch: «Wir begrüssen die Wahlwerbung sehr.» (pbl)

Merkels Gesichtszüge

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Merkels Gesichtszüge
quelle: x00425 / nigel marple
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