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Buckelwal Timmy soll nach Tod zu Biodiesel verarbeitet werden

KEYPIX - 03.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt. Der vor Wismar gestrandete Buckelwal ist noch am Leben.  ...
Für die Zeit nach Timmys Tod gibt es bereits konkrete Pläne.Bild: keystone

Buckelwal Timmy soll nach Tod zu Biodiesel verarbeitet werden

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Buckelwal Timmy in der Ostsee aufhört zu atmen und stirbt. Für die Zeit nach seinem Tod gibt es bereits konkrete Pläne.
12.04.2026, 08:2512.04.2026, 08:25
Leon Pollok / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der gestrandete Buckelwal Timmy liegt vor der Insel Poel in der Ostsee im Sterben. Regelmässig wird das Tier mit Wasser benetzt, noch atmet es und stösst Wasserfontänen aus. Doch die Experten haben den Koloss aufgegeben: Timmy wird wohl sterben, weitere Rettungsversuche sollen nicht unternommen werden. Auf Anfrage von t-online äussert sich jetzt eine Firma zu konkreten Plänen, was mit dem Wal nach seinem Tod geschehen soll.

Timmy soll zunächst wissenschaftlich untersucht werden. Tom Bär, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, sagte bereits Anfang April: «Im Falle seines Sterbens soll das Tier im Rahmen einer Sektion wissenschaftlich untersucht werden. Dabei werden sowohl der Körper als auch die Organe untersucht und beprobt.» So soll herausgefunden werden, ob der Wal erkrankt gewesen sei und welche Rolle das Netz spielte, das sich in seinem Maul verfangen hatte.

Wal Timmy in der Ostsee: Was passiert mit dem Skelett?

Unklar ist, was mit dem Skelett passieren wird. Interesse daran habe etwa die Universität Rostock angemeldet, sagte der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek.

Die Firma SecAnim wäre nach eigenen Angaben für die Beseitigung des Kadavers verantwortlich. Ein Sprecher des Unternehmens teilte t-online mit: «Nach dem Sezieren durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekäme das für Mecklenburg-Vorpommern zuständige Tierkörperbeseitigungsunternehmen SecAnim vom Umweltministerium den Auftrag, die anschliessende fachgerechte Entsorgung des Walkörpers zu übernehmen.»

Buckelwal soll zu Kraftstoff werden

Nach der Entnahme des Skeletts werde Wal Timmy bereits «weitestgehend zerlegt» sein, so der Sprecher. Dann erfolge der Transport «mit komplett geschlossenen, flüssigkeitsdichten Spezialfahrzeugen». Ziel soll dann ein Standort des Unternehmens im 6'000-Einwohner-Ort Malchin sein, wo der Walkörper weiterverarbeitet werde. Dies geschehe unter «Einhaltung höchster Hygienestandards gemäss den gesetzlichen Vorgaben», betonte der Sprecher von SecAnim.

Die Endprodukte finden dann «als CO2-neutraler Brennstoff Verwendung in Kraftwerken sowie der Zementindustrie» oder «werden zu hochwertigem und umweltfreundlichem Biodiesel weiterverarbeitet». Der Firmensprecher stellte klar: «Auch wenn ein Wal ein besonderes Tier ist, unterscheiden sich die Verarbeitungsschritte nicht von denen anderer Tierarten oder anderen tierischen Rohstoffen.»

Auf seiner Webseite schreibt das Unternehmen, die Verarbeitung von Tierkörpern zu Biodiesel sei «ein aktiver Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und Industrieproduktion».

Kosten der Buckelwal-Bergung noch unklar

Wie teuer die Bergung und Weiterarbeitung des Wals wird und wie lange sie dauern werde, ist bisher nicht absehbar. Bislang hielten sich die Kosten rund um die Rettungsversuche des Wals in Grenzen: Ein Sprecher des mecklenburg-vorpommerischen Umweltministeriums erklärte kürzlich der «Bild»-Zeitung: «Wir sprechen hier von um die 1'000 Euro.» Die meisten Helfer arbeiteten ehrenamtlich, bei Behördenmitarbeitern fielen Überstunden an.

Noch wurde kein Auftrag an das Unternehmen erteilt, wie ein Sprecher des Umweltministeriums t-online bestätigte. Solange das Tier noch lebe, gebe es dazu keinen Grund, sagte er.

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