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Nach Gewalttat bei Neuschwanstein Mordanklage gegen US-Touristen

Nach Gewaltverbrechen beim Schloss Neuschwanstein – Mordanklage gegen US-Touristen

26.10.2023, 11:0426.10.2023, 11:04

Vier Monate nach dem Gewaltverbrechen an zwei amerikanischen Touristinnen in der Nähe von Schloss Neuschwanstein im äussersten Süden Deutschlands ist Anklage gegen einen 31-Jährigen erhoben worden.

18.06.2023, Bayern, Schwangau: Das Schloss Neuschwanstein im Morgenlicht. Bei einem B
An diesem märchenhaften Ort ereignete sich das Verbrechen.Bild: keystone

Dem US-Amerikaner werde Mord und versuchter Mord vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Kempten (Bayern) am Donnerstag mit.

Bei dem Angriff nahe der Marienbrücke in Schwangau war eine 21-Jährige ums Leben gekommen, ihre ein Jahr ältere Begleiterin wurde verletzt. Der Mann soll die jüngere Frau vergewaltigt und beide Opfer einen Abhang hinuntergestossen haben. Die Brücke ist ein beliebter Aussichtspunkt mit Blick auf das Schloss.

Der Fall hatte im Juni international grosses Aufsehen ausgelöst. Nach den Ermittlungen sollen die drei Urlauber aus den USA zufällig aufeinandergetroffen sein. Der Mann soll die beiden Frauen dann aus sexuellen Gründen angegriffen haben. «Der Angeschuldigte soll – so der Verdacht – die beiden Frauen dann bewusst von dem Wanderweg zu einem wenige Meter entfernt liegenden Aussichtspunktes gelotst haben», berichteten die Staatsanwälte.

Dann soll er die jüngere Frau zu Boden geworfen haben, um sie zu entkleiden. Nach den Ermittlungen griff in dieser Situation die 22-Jährige ein, woraufhin der Mann die Begleiterin etwa 50 Meter in die Tiefe gestossen haben soll. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann die 21-Jährige dann strangulierte und vergewaltigte. Danach soll er sie ebenfalls den Abhang hinabgestürzt haben.

«Märchenschloss» Ludwigs II.

Dem Mann wird in der Anklage auch Vergewaltigung mit Todesfolge sowie gefährliche Körperverletzung und Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Entsprechende Dateien sollen sich auf dem sichergestellten Mobiltelefon sowie dem Computer des Mannes befunden haben.

Das Landgericht Kempten muss nun die Anklage prüfen und entscheiden, ob der Fall öffentlich verhandelt wird. Einen Gerichtstermin gibt es noch nicht.

Das Schloss Neuschwanstein nahe der Grenze zu Österreich ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen Deutschlands. Das oft auch als «Märchenschloss» titulierte Bauwerk wurde im 19. Jahrhundert als idealisierte Vorstellung einer Ritterburg für den bayerischen König Ludwig II. (1864-1886) errichtet. (saw/sda/dpa)

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