DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Dieses Bild wurde verwendet, um sich politisch zu positionieren.
Dieses Bild wurde verwendet, um sich politisch zu positionieren.
screenshot: twitter / mayliemac8

Softballspielerinnen gegen «Black Lives Matter» eingespannt – das ging nach hinten los

Damit sind die Softballspielerinnen nicht einverstanden: Ein Bild, auf dem sie während der amerikanischen Nationalhymne stehen, wurde für politische Zwecke gegen «Black Lives Matter» verwendet. Und das von der eigenen Managerin.
26.06.2020, 16:1126.06.2020, 16:36

Die General Managerin des Softballteams Scrap Yard Fast Pitch aus den USA prahlte auf Twitter vor Donald Trump: Sie wollte ihm zeigen, dass ihre Spielerinnen für die Amerikanische Flagge einstehen. Doch den Softball-Spielerinnen gefiel das nicht – sie packten ihre Sachen und gingen.

Aber von vorne: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump kritisierte immer wieder Sportler, die während der Nationalhymne auf den Boden knien, um ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt zu setzen. Die Bewegung wurde 2016 von Quaterback Colin Kaepernick in der Amerikanischen Football Liga in Bewegung gesetzt. Er weigerte sich, während der Nationalhymne zu stehen und kniete zu Boden. Das löste nicht nur unter Sportfans eine hitzige Diskussion aus.

Die General Managerin des Softball-Teams, Connie May, postete auf Twitter einen Tweet mit einem Bild der Spielerinnen und markierte Trump selbst. Mit den Worten «Hey @realDonaldTrump (...) Jede respektiert die FLAGGE!» wollte sie prahlen und zeigen, dass ihre Spielerinnen Amerika respektieren.

Die Spielerinnen erfuhren von dem Tweet in der Umkleidekabine. Es war ein Schock, sagte Pitcher Cat Osterman gegenüber der «Times». Das, was sie am meisten schockierte, war, dass May ohne ihre Zustimmung für alle gesprochen hatte. Der Tweet deute daraufhin, dass sie gegen die «Black Lives Matter» Bewegung seien. Damit möchten sie keinesfalls in Verbindung gebracht werden.

«Wir wurden als Bauern in einem politischen Post eingesetzt, das ist nicht in Ordnung.»

«Je mehr wir darüber diskutierten, desto wütender wurde ich. Schlussendlich sagte ich: Ich bin fertig, ich werde dieses Trikot nicht mehr tragen», sagte Osterman. «Wir wurden als Bauern in einem politischen Post eingesetzt, das ist nicht in Ordnung». Daraufhin packten alle Spielerinnen ihre Sachen und gingen. Der Coach unterstützte sie bei ihrer Entscheidung.

Der Tweet wurde umgehend gelöscht, wahrscheinlich als Folge des darauffolgenden Shitstorms. Weder May noch Scrap Yard Fast Pitch haben auf eine Anfrage der «New York Times» reagiert.

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Team in die politischen Interessen der Managerin May hineingezogen wurden. Nach dem Tod von George Floyd stand in einem Statement des Teams, dass «schwarze Leben zählen, so wie alle Leben». «Alle Leben zählen» - dieser Satz wird in den Augen der «Black Lives Matter»-Bewegung als Argument gegen die Schwarzen verwendet.

«Es war keine schwere Entscheidung, wie jeder denkt, weil wir wussten, dass es das Richtige ist.»

Die Spielerinnen sagten, sie fühlen sich in ihrer Entscheidung wohl. «Wir werden das in unserem Sport nicht tolerieren», sagt Osterman. «Es war keine schwere Entscheidung, wie jeder denkt, weil wir wussten, dass es das Richtige ist.» (cki)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Nico Hischier – ein NHL-Star im Militär

1 / 15
Nico Hischier – ein NHL-Star im Militär
quelle: keystone / alessandro della valle
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So fühlen sich Rassismus-Betroffene in der Schweiz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schlechtes Blut – oder der grösste Betrug im Silicon Valley

Mit ihrem angeblichen Blutanalysegadget hat Elizabeth Holmes alle getäuscht: Rupert Murdoch, Henry Kissinger und auch Jim Mattis. Jetzt hat der Prozess gegen die mutmasslich grösste Betrügerin des Silicon Valleys begonnen.

«Fake it until you make it» (Täusch etwas vor, bis es funktioniert) ist ein beliebtes Motto in der Start-up-Szene des Silicon Valley. Viele technische Sensationen werden mit üblen Kinderkrankheiten und grossspurigen Versprechen auf den Markt geworfen. Meist verschwinden diese Heilsbringer jedoch genau so schnell, wie sie aufgetaucht sind.

Nicht so bei Elizabeth Holmes. Sie beherrschte das Täuschungsspiel perfekt. Die Gründerin eines Unternehmens namens Theranos steht im Mittelpunkt der …

Artikel lesen
Link zum Artikel