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FILE - In this Sept. 5, 2018, file photo Twitter CEO Jack Dorsey testifies before the Senate Intelligence Committee hearing on 'Foreign Influence Operations and Their Use of Social Media Platforms' on Capitol Hill in Washington.  Disappointing third-quarter profit and revenue at Twitter overshadowed strong user growth, sending shares of the social media company plummeting 16% before the opening bell on Thursday, Oct. 24, 2019. (AP Photo/Jose Luis Magana, File)

Jack Dorsey: Der Twitter-CEO kündete an Mittwoch eine wichtige Veränderung an. Bild: AP

Twitter verbietet politische Werbung – und setzt damit Facebook unter Druck



In den Vereinigten Staaten tobt der Wahlkampf. Ein Jahr bevor die Wahlberechtigten den nächsten Präsidenten küren, ist die Schlammschlacht bereits in vollem Gange. So hat Präsident Donald Trump ein Video auf Social Media verbreitet, das eine Verschwörungstheorie über seinen möglichen Kontrahenten Joe Biden zeigt.

Das Team des früheren Vizepräsidenten verlangte darauf von Facebook und Twitter, die Werbung des US-Präsidenten zu stoppen. Zumal in dieser mehrfach widerlegte Aussagen gemacht werden.

Facebook änderte seither nichts an seiner Policy. Man werde Werbungen von Politikern nicht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, hiess es von der Zuckerberg-Firma. Wer zahlt, darf weiterhin Lügen verbreiten. Dies hat Facebook viel Kritik eingebracht. Etwa von den demokratischen Schwergewichten Elizabeth Warren oder Alexandria Ocasio-Cortez.

Jack Dorsey zieht Konsequenzen

Im Gegensatz zu Facebook, hat Twitter nun reagiert. CEO Jack Dorsey hat am Mittwoch verkündet, das Unternehmen werde keine politische Werbung mehr akzeptieren. Dorsey twitterte: «Wir haben die Entscheidung getroffen, die gesamte politische Werbung auf Twitter weltweit einzustellen. Wir glauben, dass die Reichweite der politischen Botschaften verdient und nicht gekauft werden sollte.»

In einer Serie von Tweets erläuterte Dorsey seinen Entscheid. Die politische Werbung im Internet stelle den zivilen Diskurs vor völlig neue Herausforderungen, so Dorsey. Die Internetwerbung sei unglaublich mächtig und bringe erhebliche Risiken für die Politik mit sich. «Sie wird genutzt, um Stimmen zu beeinflussen, die das Leben von Millionen von Menschen betreffen.»

Es gehe nicht darum, die freie Meinungsäusserung einzuschränken, schreibt Dorsey weiter. Es gehe um bezahlte Reichweite. «Und das Bezahlen für politische Reichweite hat erhebliche Auswirkungen, auf die die heutige demokratische Infrastruktur möglicherweise nicht vorbereitet ist.» Dafür sei es Wert einen Schritt zurückzumachen und das Thema zu anzusprechen.

Mit dieser Aktion erhöht Jack Dorsey den Druck auf Facebook abermals. Wird Zuckerberg seine Regeln nun anpassen und politische Werbung auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen lassen? Oder wie Dorsey sogar ganz verbieten lassen?

Facebook scheffelt Milliarden mit Werbung

Nun, das wird sich weisen. Warum Zuckerberg weiterhin an seiner Praxis festhalten dürfte, erfuhr man etwa zeitgleich zur Ankündigung Dorseys. Denn trotz der Datenskandale und der anhaltenden Kritik, machte Facebook ein exzellentes Quartalsergebnis. Der Überschuss kletterte im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar, wie der Internetriese am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen Menlo Park mitteilte.

Facebook CEO Mark Zuckerberg appears before a House Financial Services Committee hearing on Capitol Hill in Washington, Wednesday, Oct. 23, 2019, on Facebook's impact on the financial services and housing sectors. (AP Photo/Andrew Harnik)
Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress: Der Facebook-CEO hält an seiner umstrittenen Werbungs-Policy fest. Bild: AP

Der Gewinn ist vor allem auf die boomenden Werbeeinnahmen zurückzuführen. Die Erlöse wuchsen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 29 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar an.

Läuft also weiterhin bestens bei Zuckerberg. Seine Laune dürfte sich auch nicht trüben über die Busse, die sein Unternehmen wegen des Cambridge-Analytica-Skandals erhalten hat. Wie die britische Datenschutz-Kommission ICO in London verkündete, beträgt diese 500'000 Pfund (rund 640'000 Franken).

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Erklärbart 2.0 01.11.2019 00:14
    Highlight Highlight Twitter sollte Politik(er) generell verbieten. Würde der Menschheit viel ersparen.
  • Steckenpferd 31.10.2019 16:26
    Highlight Highlight Umbedingt die Doku "Cambridge Analytca" auf Netflix schauen. Ist sehr sehenswert & auch sehr beängstigend.
  • Revan 31.10.2019 10:00
    Highlight Highlight Schon interessante der Unterschied zwischen Twitter und Facebook. Twitter schränkt politische, bezahlte Werbung ein. Auf der anderen Seite bemüht sich Facebook Gemüse, welches eine lose Ähnlichkeit zu menschlichen Geschlechtteilen hat zu verbannen :)
  • Tavares 31.10.2019 09:39
    Highlight Highlight Und Facebook verbietet 🍆 und 🍑...
  • Avalon 31.10.2019 08:43
    Highlight Highlight Weise Entscheidung!
  • Rochade 31.10.2019 07:36
    Highlight Highlight Es gibt sie noch, die mit Rückrat und besseren Verstand. Twitter geht voran und der Zucker-Bube hatte eh noch nie Sinn für politische Korrektheit, da ist ihm das Geld doch weitaus wichtiger. Facebook ist die digitale Netz-Schande.
  • nimmersatt 31.10.2019 06:33
    Highlight Highlight scheinbar 1 silicon-valley Vertreter mit moralischer Verantwortung.

    Doch sollten wir uns nicht auf die Moral einzelner verlassen müssen, sonder unsere Demokratien mit kollektiven Gesetzen vor Egomanen wie Zuckerberg, Bezos et al. und ihren Geldmaschinen schützen
  • [CH-Bürger] 31.10.2019 05:44
    Highlight Highlight wird jetzt Donnies Zwitscher-Konto gesperrt...? 🤔

    ui naaaaiiii!!
  • fczzsc 31.10.2019 04:36
    Highlight Highlight Wie wird denn politische Werbung definiert? Bei Trump ist ja jeder Tweet eine politische „Werbung“...
  • salamandino 31.10.2019 04:08
    Highlight Highlight "Wir unterstützen den Bitcoin, weil wir ihn als langfristigen Weg in Richtung eines größeren finanziellen Erfolges für alle betrachten."


    -Auch Jack Dorsey auf Twitter

  • Sebwoh 31.10.2019 04:05
    Highlight Highlight Wäre schön, politische Werbung grundsätzlich einzuschränken... Bin kein Schweizer und darf hier nicht wählen, aber erinnere mich trotzdem gut an „schwarze Schafe“ auf öffentlichem Raum (2007).
    Hat gereicht, dass ein reicher (svp-)Sack, schweizweit die Rechnungen bezahlen konnte,...
  • Antinatalist 31.10.2019 03:45
    Highlight Highlight Wenn von Facebook die Rede ist, dann wird doch immer der ganze Konzern, also inklusive dessen Fangarme Instagram und Whatsapp miteinbezogen, oder?

    Im Prinzip ist es auch hier einfach: Der Endverbraucher trägt eine Mitschuld. Man weiss von der Praxis von Facebook Inc., es ist ein Leichtes, dessen Produkte nicht zu nutzen. Denn nur wenn die Nutzer abspringen, wird Werbung ineffektiv.
  • Locutus70 31.10.2019 02:27
    Highlight Highlight Respekt - das ist wohl die beste Lösung :)
  • Basti Spiesser 31.10.2019 00:21
    Highlight Highlight Gilt das eigentlich auch für TV und Zeitungen? Oder ist dort bezahlte, politische Werbung oke? Frage für meine Grossmutter.
  • Josef K 31.10.2019 00:01
    Highlight Highlight Ausgechnet Twitter, die Donald Trump den Dienst nutzen lassen, obschon er wiederholt und offensichtlich gegen die terms of service verstösst. Diese lauten u.A. no threats, no harassment, no hateful conduct... alles nicht gerade Dinge, die dem stable genius besonders wichtig sind.
  • mrmikech 30.10.2019 23:56
    Highlight Highlight Ach, auf Facebook gibt es so viele schlimme sachen - kindermishandlung, suizid, live streamen von terrorattacken, usw usw - der Zuckerberg ist immun für alles. Ihn geht es nur um das geld.
  • Pana 30.10.2019 23:52
    Highlight Highlight Stark von Twitter. Jetzt könnte Zuckerberg wirklich mal was für sein Image tun...
  • Mira Bond 30.10.2019 23:41
    Highlight Highlight Ein heldenhafter Schritt...schön dass es diese Gattung doch noch gibt!
  • walsi 30.10.2019 23:37
    Highlight Highlight Wenn nun ein Politiker in Zukunft etwas Twittert, wenn ich gewählt werde, werde ich für das Bedingungslose Grundeinkommen kämpfen. Ist das nun Werbung, einfach ein Wahlversprechen oder eine Meinungsäusserung. Dürfte schwierig werden zu unterscheiden. Somit ist das Versprechen nur heisse Luft. Wenn man politische Werbung verhindern will müsste man Parteien und Politiker von Twitter verbannen.
    • Liselote Meier 31.10.2019 12:48
      Highlight Highlight Es geht um bezahlte politische Werbung. Du zahlst z.B. Twitter 1 Millionen damit sie Werbung auf den Konten der Schweizer Nutzer aufschalten.

      Nicht per se um politische Botschaften.
    • Tilman Fliegel 31.10.2019 13:01
      Highlight Highlight Es geht um bezahlte Werbung.
  • BlueTire 30.10.2019 23:28
    Highlight Highlight Kann man bitte auch die Politische Werbung in meinen Briefkasten stoppen? Produziert nur Altpapier. Informieren tu ich mich anderswo. Merci.

    In meinem Briefkasten ist die Werbung wenigstens sofort so erkennbar. Auf Facebook übersehen viele Leute ja den "Sposored" Hinweis und halten es für Inhalt. Wenn dann auch noch Lügen verbreitet werden ist das doch sehr Fragwürdig.
    • Locutus70 31.10.2019 03:08
      Highlight Highlight Also wer den Sponsored-Hinweis übersieht, der sollte mal an seiner Social Media Kompetenz arbeiten :)
  • sowhat 30.10.2019 23:27
    Highlight Highlight Sehr löblich. Allein für die Formulierung, dass politische Reichweite verdient werden soll und nicht gekauft, gebührt ihm Achtung.
  • Fehler beim Bearbeiten der Anfrage vong OLAF her 30.10.2019 23:05
    Highlight Highlight Wegen Trump als Twitterkönig finde ich diesen Entscheid nicht nur löblich, sondern nötig.
    Die meisten Trump-Wähler werden aber eher über Facebook mobilisiert, denn auf Twitter.
    Und genau da ist das Problem: Macht Zuckerberg mit, gehen Einnahmen flöten, was die Investitionen nicht freut.
    • Basti Spiesser 31.10.2019 00:20
      Highlight Highlight Oke, also du willst, dass sich Trump-Wähler (sonst noch welche?) nicht mehr auf Twitter & Facebook austauschen. Hmm.. was die wohl dan machen? Verschwinden die einfach? Treffen die sich sonst wo?
  • TanookiStormtrooper 30.10.2019 23:02
    Highlight Highlight Ein ziemlich interessanter Schritt, damit kann man sich theoretisch keine Reichweite erkaufen. Ich denke aber, dass es jetzt einfach noch mehr Fake- und Bot-Accounts geben wird, die dann einfach Kommentieren und die jeweiligen Hashtags der Kandidaten in die Trends spülen...
  • Scaros_2 30.10.2019 22:56
    Highlight Highlight Respekt.

    Bin gespannt auf die Umsetzung.
  • Kong 30.10.2019 22:51
    Highlight Highlight Trump ist einfach zu überführen... aber ich stelle es mir schwierig vor politische Webung generell auf Wahrheitsinhalt zu beurteilen. Kein Wunder gibts dann entweder alles (FB) oder nichts (Twitter). Nicht gleich gut, aber gleich konsequent.
    Dann ist mir Twitter lieber.

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