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President-elect Donald Trump, left, calls out to media as he and Vice President-elect Mike Pence appear at the Trump National Golf Club Bedminster clubhouse, Sunday, Nov. 20, 2016, in Bedminster, N.J.. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Donald Trump und sein Vize Mike Pence. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Er kann es nicht lassen: Trump lässt es auf Twitter wieder krachen



Donald Trump bleibt sich treu: Nach seiner Wahl zum US-Präsidenten gab er sich zehn Tage lang grosse Mühe, staatsmännisch zu wirken. Dann trat ein, was seine Gegner erwartet oder vielmehr befürchtet haben: Der Republikaner holte wieder den virtuellen Knüppel heraus.

Anlass war ein Vorfall in einem Theater am New Yorker Broadway: Trumps Vize Mike Pence hatte am Freitagabend mit seiner Tochter eine Aufführung des Hitmusicals «Hamilton» besucht. Beim Schlussapplaus richtete sich einer der Darsteller mit einer Botschaft an den erzkonservativen und streng religiösen Ex-Gouverneur von Indiana.

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Die Botschaft für Mike Pence. Video: YouTube/Associated Press

«Wir sind das vielfältige Amerika – jene, die beunruhigt und ängstlich sind, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und unsere Eltern nicht beschützen, uns nicht verteidigen und unsere unabänderlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird», sagte der Schauspieler Brandon Dixon. «Wir hoffen, dass diese Aufführung Sie inspiriert hat, unsere amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für uns alle zu arbeiten.»

Pence ist «nicht beleidigt»

Mike Pence blieb gelassen. Er fühle sich «nicht beleidigt», sagte er am Sonntag dem Sender Fox News. Er verwies auf die Trumps Siegesrede, in der dieser betont hatte, er wolle ein Präsident für alle Amerikaner sein. «Er meint dies aus tiefstem Herzen», sagte Pence.

Hatte Mike Pence da schon die Tweets seines künftigen Chefs gesehen? Am Samstag schimpfte Trump, der «wundervolle künftige Vizepräsident» sei im Theater «belästigt» worden. Tags darauf doppelte er nach: Die Darsteller seien «sehr unhöflich» gewesen. «Entschuldigt euch!», forderte Trump.

Eine seltsame Forderung von einem Mann, der im Wahlkampf wie ein Schulhof-Rowdy um sich geschlagen hatte, insbesondere gegenüber seiner Rivalin Hillary Clinton. Doch Trump legte nach und forderte in einem weiteren Tweet erneut eine sofortige Entschuldigung für das «schreckliche Benehmen». Das Stück sei «total überbewertet», meinte Trump ausserdem.

Es braucht den künftigen Präsidenten nicht zu kümmern, dass «Hamilton», das die Gründungsgeschichte der USA mit rockigem Soundtrack und überwiegend schwarzen Darstellern zeigt, ein grosser Publikumserfolg ist, von der Kritik gefeiert wurde und nicht weniger als elf Tonys gewonnen hat, den wichtigsten amerikanischen Theaterpreis.

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Alec Baldwin spielt Donald Trump. Video: YouTube/Saturday Night Live

Donald Trump aber gefällt seine Rolle als Kulturkritiker. Am Sonntag knöpfte er sich die NBC-Show «Saturday Night Live» vor. Am Vortag war Hollywoodstar Alec Baldwin ein weiteres Mal in die Rolle des neue Präsidenten geschlüpft. Er machte sich darüber lustig, wie unvorbereitet Trump offenkundig auf das Amt ist.

Trumps Reaktion auf Twitter: «Die Show ist total einseitig, voreingenommen – überhaupt nicht lustig. Gleich viel Zeit für uns?» Ausgewogene Satire? Bürgerrechtler reagierten alarmiert, denn bereits im Wahlkampf hatte der Republikaner angekündigt, er wolle die Gesetze ändern, damit er seine Kritiker einfacher verklagen könne.

Alec Baldwin konterte auf Twitter, die Wahl sei vorbei. Er ermahnte den künftigen Staatschef, er solle sich «darauf konzentrieren, das Leben von so vielen Amerikanern wie möglich zu verbessern». Falls Trump mehr Ratschläge wolle, könne er ihn anrufen, meinte Baldwin weiter. (pbl)

Die Karikaturisten dieser Welt zu Trumps Wahl

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Typu 21.11.2016 19:53
    Highlight Highlight Präsident sein und solche tweets passen nicht. Irgendwie unwürdig.
    27 2 Melden
  • Lowend 21.11.2016 15:12
    Highlight Highlight Eines ist klar. Der nächsten Weltkrieg wird mit einem strohdummen Tweed eines Trumpeltiers beginnen.
    65 21 Melden
  • scotchandsoda 21.11.2016 15:12
    Highlight Highlight Trump hat doch auf Twitter eh nur wieder Drama losgetreten, damit er damit mehr Schlagzeilen macht als der "Vergleich" im Fall Trump University...
    47 8 Melden
  • Almos Talented 21.11.2016 14:11
    Highlight Highlight Er erntet nun was er gesäät hat.
    Wer seinen Wahlkampf so führt, muss sich bewusst sein, dass er den Umgangston leider nachhaltig verändern wird.
    49 14 Melden
  • Luca Brasi 21.11.2016 13:49
    Highlight Highlight Der Cast von Hamilton hat sich nur auf das Musical bezogen und hat ganz höflich nach den unveräusserlichen Rechten gefragt, die teils in der Trump-Kampagne negiert wurden. Problem wo?
    Wenn Trump Saturday Night Live guckt, statt sein Kabinett für den 20. Januar vorzubereiten, tut er mir leid. Was hat er erwartet? Er ist der President Elect und somit auch stärker im Fokus der Satire. Crybaby! If you can't stand the heat, get out of the kitchen.
    95 13 Melden
  • Lumpirr01 21.11.2016 13:39
    Highlight Highlight Komische Geschichte: Da geht der zukünftige Vizepräsident als Privatmann mit seiner Tochter in ein Theater und erhält beim Schlussapplaus ein Ermanung, er möge die Amerikanischen Werte beibehalten. Wird denn in den USA nicht unterschieden zwischen Freizeit und politischer Aktivität? Wieso lässt man die gewählten Republikaner nicht mal in Ruhe eine Regierung zu bilden? Ich verstehs echt nicht...............
    34 133 Melden
    • Asmodeus 21.11.2016 14:22
      Highlight Highlight Hätte er überhaupt Tickets dafür bekommen, wenn er nicht der zukünftige VP wäre?
      Oder Personenschutz?

      Er soll in seiner Freizeit doch bitte auf beides verzichten :p
      39 12 Melden
    • zsalizäme 21.11.2016 14:23
      Highlight Highlight Als zukünftiger Vize-Präsident gibt es keinen Privatkmann mehr. Präsident und auch Vize-Präsident ist ein Vollzeitjob. Der hört nicht um 17.00 Uhr auf und beginnt dann am nächsten Morgen um 8.00 Uhr wieder...
      59 10 Melden
    • Nevermind 21.11.2016 15:30
      Highlight Highlight Auf der Ebene politischer Verantwortung hättest du gerne Freizeit?

      Man könnte auch fragen, was macht der im Theater? Muss der nicht eine Regierung bilden?
      51 11 Melden
  • Sillum 21.11.2016 13:23
    Highlight Highlight Und gib uns unser tägliches Trump-Bashing. Er ist eine Null, war eine Null und wird eine Null bleiben, ja wir wissen es nun. Und das jetzt 4 oder gar 8 Jahre? Muss jetzt tatsächlich jeder Furz dieses Mannes zerlegt, kommentiert und negativ bewertet werden?
    34 83 Melden
    • RobinBurn 21.11.2016 14:14
      Highlight Highlight Ja!
      62 9 Melden
    • Nevermind 21.11.2016 15:33
      Highlight Highlight Das bringt das Amt des POTUS so mit sich. Jeder Furz wird analysiert.
      40 7 Melden
    • Louie König 22.11.2016 08:37
      Highlight Highlight "Trump-Bashing" So ein lustiger Ausdruck. Der Typ macht das ja eigentlich schon von ganz alleine. Man könnte auch nur seine Tweets veröffentlichen und schon würde "Trump-Bashing" geschrien.
      3 1 Melden
  • Sir Jonathan Ive 21.11.2016 13:22
    Highlight Highlight Look around, look around, at how sh*tty it is to be alive right now ♫♬♪

    Mal ehrlich: "Talk less! Smile more!" wäre auch nicht der schlechteste Tipp für Drumpf...
    25 10 Melden
  • zombie woof 21.11.2016 13:18
    Highlight Highlight Darf man schreiben: Und so ein Arschloch ist Präsident? Sollte es unanständig sein, schreibe ich es nicht, versprochen.
    67 16 Melden
    • bildner 21.11.2016 14:20
      Highlight Highlight Immer noch besser als Hillary!
      13 53 Melden
    • Asmodeus 21.11.2016 14:23
      Highlight Highlight Nein darf man nicht. Der Kerl ist noch nicht Präsident. (Er wird es aber leider)

      Und auch ansonsten fällt es leider unter den Tatbestand der öffentlichen Beleidigung.
      19 3 Melden
    • Sillum 21.11.2016 14:35
      Highlight Highlight Dürfte man auch schreiben: Und so ein A.. ist ein Umweltschützer, oder ..und so ein A.. ist ein Schwuler, ein Behinderter, ein Farbiger, usw. usw.????? Wäre das unanständiger?
      5 28 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • peerem 21.11.2016 13:13
    Highlight Highlight Und was lernen wir daraus?

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung geht wohl immer nur so weit, wie es die eigenen Ansichten angeht.

    Und was für eine Ironie, dass Trump jetzt von "safe places" spricht. Aber das durchschaut die Mehrheit seiner Anhänger wohl sowieso nicht.

    Eigentlich unglaublich lustig, wenn's nicht ärgerlich und gefährlich wäre!
    67 4 Melden
  • Butzdi 21.11.2016 13:12
    Highlight Highlight Er verfasst mehrere Tweets um Pence einen Safe Space zu schaffen. Er, der sonst immer alle lächerlich macht was mit Save Spaces zu tun hat und physische save spaces wie waffenfreie Zonen and Universitäten und Schulen bekämpft - wie ironisch.
    Sehr bedenklich ist, dass er so viel Energie dazu aufwendet, die Verantwortlichen beim Musical Hamilton anzugreifen, aber gegenüber den zahllosen rassistischen, religiösen und sexistischen Übergriffen seiner Gläubigen hatte er nur ein 'stop it' geäussert. Da sieht man wo die wahren Prioritäten liegen. Eine Schande.
    57 10 Melden
  • N. Y. P. D. 21.11.2016 13:08
    Highlight Highlight Mike Pence hat es staatsmännisch zur Kenntnis genommen. Unser Donald hat sich provoziert gefühlt und hat, um sich abzureagieren, herumgetwittert.
    The Donald,wie er leibt und lebt.
    Wie reagiert er wohl, wenn der Iran oder Nordkorea provozieren.
    Dann wird er wohl den berühmten Koffer holen und die Pilze steigen lassen..😨

    43 9 Melden
    • The Origin Gra 22.11.2016 00:04
      Highlight Highlight Das Versalzt mir die Pilzsuppe aber sowas von 😱
      Im Ernst, alle Sagen immer bei ihm stehen die Chancen auf "Pilze" niedriger als bei Clinton. Hillary dachte wenigstens bevor sie Handelte, The Donald Handelt, macht weiter und denkt dann vieleicht aber nur vieleicht nach. Nürzt aber nichts mehr wenn über Theheran und Pönjang Pilze stehen und China ebenfalls ein paar "Champignons" schickt 😱
      Kurz der Typ ist Hochimpulsiv, Narzistisch und Unberechenbar 😱
      8 0 Melden
  • TanookiStormtrooper 21.11.2016 12:50
    Highlight Highlight Liebes Watson,
    Mir ist klar, Trump = Klicks. Aber ist auf der Welt nichts anderes mehr los? In Südkorea gehen die Leute seit Wochen auf die Strasse und ich habe bei euch noch keine einzige Zeile darüber gelesen. Bringt doch bitte wieder etwas vielfältigere News, vor allem im internationalen Bereich, nicht dass ihr am Schluss nur noch Katzenbilder und Trump auf der Seite habt.
    61 6 Melden
    • Henzo 21.11.2016 16:34
      Highlight Highlight Du sprichst mir aus dem Herzen! ....und das was in Korea abgeht ist ganz krass. Versteh ich nicht warum man das nicht erwähnt ...väb bestimmt auch genug klicks, auch wenns "nur" so ein asiatisches Land ist...
      16 1 Melden
    • Tikvaw 22.11.2016 00:03
      Highlight Highlight Gestern und vorgestern wurde je 1 Artikel über die Proteste in Südkorea veröffentlicht und watson hat schon vor 2 Wochen, das erste Mal darüber berichtet.
      3 0 Melden
    • TanookiStormtrooper 22.11.2016 10:29
      Highlight Highlight @Tikvaw
      Wenn ich hier unter dem Tag "Südkorea" suche, finde ich nur Artikel über explodierte Handys und den seltsamen Nachbarn im Norden...
      2 0 Melden
  • rolf.iller 21.11.2016 12:25
    Highlight Highlight In dem Zusammenhang, hat die NYT eine schöne Artikel. Da Twittert ein Trump-Supporter los, dass er einen Beweis für eine orchestrierte Anti-Trump-Demo hat. Er lag damit total falsch, das war aber dem Internet egal.

    How Fake News Goes Viral: A Case Study:
    http://www.nytimes.com/2016/11/20/business/media/how-fake-news-spreads.html?_r=0
    9 7 Melden
  • SemperFi 21.11.2016 12:24
    Highlight Highlight Erinnert irgendwie an Kim Jong-Un. Der ist auch oberster Theaterkritiker, genialer Architekt, unnachahmlicher Ingenieur und nicht sehr kritikfähig. Die Beiden werde sich gut verstehen. Das gibt dann mit Moskau zusammen eine Achse der Mimosen.
    35 5 Melden
    • Luca Brasi 21.11.2016 14:23
      Highlight Highlight Kim Jong Un wird ja v.a. von westlichen Medien kritisiert. Aber er kümmert sich noch persönlich um seine Kritiker wie dieser Film beweist: (Obacht liebe "Lügenpresse") ;)
      Play Icon
      3 6 Melden
    • Tilman Fliegel 21.11.2016 17:45
      Highlight Highlight Ja natürlich wird Kim nicht von nordkoreanischen Medien kritisiert...
      7 0 Melden
    • Luca Brasi 21.11.2016 21:56
      Highlight Highlight @Tilman Fliegel: Von den russischen Medien wird er auch nicht kritisiert. ;)
      2 0 Melden
  • Pana 21.11.2016 12:24
    Highlight Highlight Trump mal so:

    "Der IS zittert vor mir, ich werde ihn zerstören."

    Und mal so:

    "Die Kids vom Theater sind gemein zu mir."
    53 6 Melden
  • Hashtag 21.11.2016 12:16
    Highlight Highlight Zeigt leider, dass er nicht mit Kritik umgehen kann. Interessant (vermutlich nicht in einem positiven Sinn) wird es wenn er als Präsident so richtig unter Druck kommt.
    118 23 Melden
  • klugundweise 21.11.2016 12:15
    Highlight Highlight Trumpiert Euch nicht: Trump bleibt Trump!
    73 10 Melden

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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