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Dänemark empört über Trumps Sondergesandten für Grönland

Dänemark empört über Trumps Sondergesandten für Grönland

22.12.2025, 12:5922.12.2025, 12:59

Dänemark hat nach US-Präsident Donald Trumps Ernennung eines Sondergesandten für Grönland den US-Botschafter zu einem Gespräch einbestellt. Das sagte der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen dem Sender TV2.

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Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen.Bild: keystone

Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar immer wieder mit Hinweis auf die nationale Sicherheit umstrittene Besitzansprüche auf Grönland angemeldet. Die Debatte darüber war zuletzt aber etwas abgeklungen.

Nun schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, er ernenne den Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für das offiziell zu Dänemark gehörende Grönland. Landry bezeichnete es auf der Plattform X als eine Ehre, dazu beitragen zu dürfen, «Grönland einen Teil der USA zu machen».

FILE - Louisiana Gov. Jeff Landry speaks to reporters at the Louisiana State Penitentiary in Angola, La., Sept. 3, 2025. (AP Photo/Gerald Herbert, File)
Trump Greenland
Jeff Landry, wird der neue US-Sondergesandte für Grönland.Bild: keystone

Äusserung Landrys «vollkommen inakzeptabel»

Der dänische Aussenminister Løkke Rasmussen sagte TV2, die Ernennung Landrys zum US-Sondergesandten komme aus heiterem Himmel. Dessen Äusserung sei «vollkommen inakzeptabel». Im Gespräch mit dem US-Botschafter Ken Howery wolle Løkke Rasmussen dagegen protestieren und eine Erklärung fordern. Er hofft TV2 zufolge, das Treffen werde noch im Laufe des Tages oder am Dienstag stattfinden.

epaselect epa12439237 Prime Minister of Greenland Jens-Frederik Nielsen delivers a speech at the European Parliament in Strasbourg, France, 08 October 2025. The current plenary session runs from 06 Oc ...
Grönlands Premierminister, Jens-Frederik Nielsen.Bild: keystone

Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen zeigte sich weniger empört. Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, schrieb Nielsen bei Facebook. Die Ernennung des US-Sondergesandten ändere nichts an der Tatsache, dass Grönland sein Schicksal selbst in der Hand habe. «Wir kooperieren gerne mit anderen Ländern, auch mit den USA, aber das muss immer mit Respekt vor uns und unseren Werten und Wünschen geschehen», schrieb Nielsen.

Das in der Arktis gelegene Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und mehr als 50 Mal so gross wie die Schweiz, hat aber nur knapp 57'000 Einwohner. Die Insel ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark. (sda/dpa)

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Trump Jr. trifft in Grönland ein
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Trump Jr. trifft in Grönland ein
Donald Trump Jr. posiert für Fotos nach seiner Ankunft in Nuuk.
quelle: keystone / emil stach
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Trump: Wir werden Grönland so oder so bekommen
Video: youtube
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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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1946W1944J
22.12.2025 15:22registriert November 2023
Die Ansprüche sind nicht umstritten. Sie sind illegitim. Sie sind unangebracht. Und somit obsolet. Das umstritten könnt ihr in künftigen Artikeln demzufolge streichen.
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Papisco
22.12.2025 15:15registriert Juni 2020
Ganz die russische Methode: ohne jede Berechtigung eine Maximalforderung stellen un dann so lange Druck machen, bis irgendwas herausschaut, was vorher nicht da war.
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Kommissar Rizzo
22.12.2025 16:07registriert Mai 2021
*umstrittene Besitzansprüche auf Grönland*

Was heisst denn hier "umstritten"?! Die USA haben überhaupt keine Ansprüche an irgendwas. Punkt.
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