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Energie

Frankreich will Ausbau der Atomenergie forcieren

Frankreich will Ausbau der Atomenergie forcieren

12.02.2026, 16:3512.02.2026, 16:35

Frankreich will den Ausbau der Atomenergie verstärkt vorantreiben. Die neue Strategie zur Energieversorgung des Landes sieht den Bau von sechs neuen Atomkraftwerken ab 2038 sowie die Option zum Bau von acht weiteren AKW vor.

Kernkraftwerk von Cattenom / Frankreich *** Cattenom nuclear power plant France 1098301047
Frankreich will den Ausbau der Atomenergie forcieren.Bild: IMAGO / CHROMORANGE

Und um alle 57 bestehenden Atomkraftwerke am Netz zu halten, wird auf eine Verlängerung der Laufzeit auf 50 oder 60 Jahre gesetzt. Die in der vorherigen Mehrjahresplanung noch vorgesehene Stilllegung älterer Atommeiler ist damit vom Tisch.

Die Produktion von Atomstrom, der rund zwei Drittel der französischen Elektrizitätsversorgung abdeckt, soll bis 2030 erhöht werden, erklärte Frankreichs Premier Sébastien Lecornu bei der Vorlage der neuen Strategie. Frankreich ist nach den USA der zweitgrösste Atomstromproduzent und exportiert diesen unter anderem auch in die Schweiz.

Der Ausbau erneuerbarer Energien soll nach der neuen Strategieplanung eine zweite Säule der französischen Energieversorgung bleiben, teils aber langsamer als bisher geplant erfolgen. Dies ist bei Offshore-Windparks der Fall, wo es bei geplanten Projekten teils an Kandidaten mangelt und die Anbindung an die Stromnetze gewährleistet werden muss.

Auch bei Windkraftanlagen an Land, wogegen sich in Frankreich häufig Widerstand regt, werden die Ausbauziele nach unten korrigiert. Der Schwerpunkt soll auf die Modernisierung bereits bestehender Windkraftanlagen gelegt werden.

Ziel ist es, den Anteil fossiler Energiequellen an Frankreichs Versorgung von 58 Prozent im Jahr 2023 auf 40 Prozent bis 2030 zu senken. (hkl/sda/awp/dpa)

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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JBV
12.02.2026 19:42registriert September 2021
Mmmm...

2038 wollen sie mit dem Bau von 6 neuen Atomkraftwerken beginnen. Der Bau des letzten Atomkraftwerks (Flamanville) begann 2007 und ging 2024 in den kommerziellen Betrieb (17 Jahre Bauzeit).

Augenblicklich sollen nach der bisherigen Planung 32 der 56 Atomkraftwerke (nach 50 Jahren kommerziellen Betrieb) bis 2036 abgeschaltet werden. Mit einer Verlängerung auf 60 Jahre Laufzeit dann halt bis 2046.

Können das die 6 neuen Atomkrafterke (Baubeginn ab 2038) dann kompensieren???

Diese Strategie beinhaltet wohl bereits die nächste Laufzeitverlängerung über 60 Jahre hinaus (70,80, 90...).
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Currywurstbrunnen
12.02.2026 19:12registriert Juni 2024
Man plant den Bau von neuen AKWs erst in 12 Jahren, hält alte AKWs in Betrieb trotz hohen Kosten, reduziert gleichzeitig aber den Ausbau von EE. Und dabei sind die Staatsschulden noch extrem hoch, die Möglichkeiten zur Förderung des Baus von AKWs also sehr gering. Wie soll das alles funktionieren?
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IHS_Maria
12.02.2026 19:12registriert Januar 2026
Und das, obwohl Fessenheim immer noch eine Bedrohung ist? Prioritäten scheinen sie ja nicht gerade zu beherrschen...
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