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epa07623627 (FILE) - Britain's Prime Minister Theresa May delivers a statement to the media outside No. 10 Downing Street after meeting the Queen in Buckingham Palace in London, Britain, 09 June 2017 (reissued 04 June 2019). British Prime Minister Theresa May will resign from office on 07 June 2019, a position she assumed on 13 July 2016 determined to 'deliver Brexit'. In order to achieve that - as 'Brexit means Brexit' - and to strengthen her Conservatives party majority in parliament, snap elections were held but resulted in a coalition with the Northern Ireland's Democratic Unionist Party (DUP). May has failed multiple times to ratify her Withdrawal Agreement, the Brexit deal with the European Union in Parliament, since. The United Kingdom was officially due to leave the European Union (EU) on 29 March 2019 after the British government invoked the EU's Article 50 on 29 March 2017 to start the process dubbed 'Brexit'. A narrow majority of the British people on 23 June 2016 voted in a referendum that the United Kingdom shall leave the European Union. In a recent interview May stated her 'great regret' over not having been able to deliver Brexit.  EPA/WILL OLIVER  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET *** Local Caption *** 53575416

Die scheidende Premierministerin Theresa May hatte am vergangenen Freitag ihr Amt als Parteichefin aufgegeben. Bild: EPA/EPA

Diese 11 Kandidaten wollen Theresa Mays Job ergattern



Die Suche nach einem Nachfolger der britischen Premierministerin Theresa May startet mit einem speziellen Auswahlverfahren am Montag in London. Ein knappes Dutzend Politiker der regierenden Konservativen könnte sich um den Posten als Chef der Partei bewerben – und damit auch um das Amt des Premierministers.

Jeder Kandidat braucht die Unterstützung von mindestens acht Abgeordneten. Es wird erwartet, dass dabei bereits einige der elf Bewerber aus dem Rennen scheiden. Die Nominierungen werden von 11.00 bis 18.00 Uhr Schweizer Zeit entgegengenommen.

Das Verfahren ist in zwei Phasen geteilt. In der ersten Phase wird das Feld der Bewerber von den Tory-Abgeordneten in mehreren Wahlgängen auf zwei reduziert. Diese beiden müssen sich einer Stichwahl unter den Parteimitgliedern stellen. Bis Ende Juli soll ein Sieger feststehen und May dann auch an der Regierungsspitze ablösen.

May hatte am vergangenen Freitag ihr Amt als Parteichefin aufgegeben. Ihr war es nicht gelungen, ihre Partei und das zerstrittene Parlament im Brexit-Kurs zu einigen. Drei Mal war ihr mit Brüssel ausgehandelter Deal im Unterhaus krachend durchgefallen.

Diese Tory-Politiker wollen sich als ihre Nachfolger bewerben:

Boris Johnson

Will die Steuern senken: Boris Johnson, früherer britischer Aussenminister und Favorit für die Nachfolge von Premierministerin Theresa May. (Archivbild)

Bild: EPA

Als Favorit gilt der Brexit-Hardliner und frühere Aussenminister Boris Johnson. Er ist zwar als Chefdiplomat in viele Fettnäpfchen getreten. Ihm wird aber zugetraut, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, zurückzugewinnen. Schon am Sonntag sorgte er für einen Paukenschlag: Er drohte der Europäischen Union, die für den Brexit vereinbarten Zahlungen in Höhe von 39 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Euro) zurückzuhalten. Dabei handelt es sich etwa um langfristige Lasten wie Pensionszahlungen für EU-Beamte. Johnson sagte der «Sunday Times», er würde das Geld so lange nicht bezahlen, bis es bessere Bedingungen und «mehr Klarheit» über das weitere Vorgehen gebe.

Auch optisch scheint er sich auf seine Kandidatur eingestellt zu haben: Er hat deutlich abgenommen und sich von seiner wilden Mähne verabschiedet. Rhetorisch ist er ganz der Alte geblieben: Den Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, und Nigel Farage von der neuen Brexit-Partei verglich er am Sonntag in der «Sunday Times» mit Seeungeheuern aus der griechischen Mythologie.

Michael Gove

FILE - In this Thursday, Jan. 17, 2019 file photo, Britain's Environment Secretary Michael Gove arrives at Downing Street. London. British Environment Secretary Michael Gove has on Friday, June 7 admitted using cocaine on “several occasions” two decades ago, as Conservative Party leadership hopefuls rush to admit past sins and avoid any surprises during what is expected to be a heated contest. Gove is the latest candidate in the race to replace Prime Minister Theresa May to acknowledge using banned substances. (AP Photo/Matt Dunham, File)

Bild: AP/AP

Umweltminister Michael Gove wurden gute Chance auf das Amt des Premierministers eingeräumt. Ob das aber so bleibt? Am Wochenende gab er in Interviews zu, Kokain genommen zu haben – vor mehr als 20 Jahren «bei verschiedenen Gelegenheiten». Er bedauere dies sehr und gehe davon aus, dass ihn das nicht für die Bewerbung disqualifiziere. Kurz darauf legte Gove mit einem Versprechen nach, sollte er Mays Nachfolger werden: Er wolle die Mehrwertsteuer durch ein einfacheres System ersetzen, kündigte er an. Kritiker sehen in ihm einen Wendehals. Gove gilt als bestens vernetzt – nicht nur im Parlament, sondern auch bei den Mächtigen in der Welt der Medien. Als er nach einem gescheiterten Versuch, Premierminister zu werden, kurzzeitig auf den hinteren Bänken im Parlament Platz nehmen musste, verdingte er sich nebenberuflich als Journalist. Er gilt als Protegé des US-Medien-Moguls und Trump-Verbündeten Rupert Murdoch.

Jeremy Hunt

epa07609271 British Foreign Secretary Jeremy Hunt leaves his home in Central London, Britain, 29 May 2019. Hunt recently announced his intentions to run for Prime Minister in the upcoming Conservative Party leadership battle to replace Theresa May.  EPA/WILL OLIVER

Bild: EPA/EPA

Aussenminister Jeremy Hunt hat eine Wandlung vom EU-Befürworter zum Brexit-Anhänger durchgemacht. Viele glauben, dass er sich damit schon in Position bringen wollte für die May-Nachfolge. Als Aussenminister gelang es ihm, die europäischen Verbündeten mit ähnlich provokativen Stellungnahmen gegen sich aufzubringen wie sein Vorgänger Boris Johnson. Bei einer Parteitagsrede verglich er die EU mit der Sowjetunion. Vor allem aus den osteuropäischen Mitgliedsstaaten handelte er sich damit wütende Reaktionen ein. Ob er auch Drogenerfahrungen wie Gove habe, wurde der Aussenminister nun in Interviews gefragt. Nur ein «Cannabis-Lassi» auf Joghurt-Basis als Rucksackreisender während einer Indienreise, sagte Hunt schmunzelnd.

Rory Stewart

epa07623367 Britain's International Development Secretary, Rory Stewart addresses a crowd gathered at Speaker's corner in Hyde Park in central London, Britain 03 June 2019. Media reports state that Rory Stewart, a contestant in the Conservative Party leadership contest to replace Theresa May as British Prime Minister, is a dark-horse candidate that has hijacked the contest with a surprising social media campaign.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Bild: EPA/EPA

Seine Fans halten ihn für äusserst kompetent, doch er bleibt nach Einschätzung britischer Medien ein Aussenseiter: Entwicklungshilfeminister Rory Stewart, der ein bisschen Ähnlichkeit mit Rocksänger Mick Jagger in jungen Jahren hat, ist eigentlich ein EU-Anhänger. Er akzeptiert jedoch das Ergebnis des Brexit-Referendums. Einen ungeregelten Austritt aus der EU lehnt Stewart kategorisch ab und will mit Bürgerbeteiligung einen Brexit-Kompromiss ausarbeiten. Sollte er Premierminister werden, möchte er den Klimaschutz stärken. Stewart ist ein Tausendsassa: Er verfasste mehrere Bücher, unterrichtete privat die Prinzen William und Harry, spricht mehrere Sprachen und arbeitete auch als Diplomat.

Sajid Javid

Der britische Innenminister Sajid Javid bewirbt sich um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May (Archivbild)

Bild: AP

Der ehrgeizige Innenminister Sajid Javid wechselte nach dem Referendum auf die Seite der Brexit-Befürworter. Als Sohn eines pakistanischstämmigen Busfahrers verkörpert er den Traum vom sozialen Aufstieg in einer stark durch Klassendenken geprägten Gesellschaft. Erfahrungen in der Finanzwelt sammelte er in der Managementebene der Deutschen Bank. In der Debatte um die Rückkehr einer in Grossbritannien aufgewachsenen IS-Frau, die mit ihrem Baby in einem Flüchtlingslager in Syrien festsass, zeigte er Härte und entzog ihr die Staatsbürgerschaft. Als das Kind starb, hagelte es Kritik.

Dominic Raab

FILE - In this Tuesday, Nov. 13, 2018 file photo, Britain's Secretary of State for Exiting the European Union Dominic Raab arrives for a cabinet meeting at 10 Downing Street in London. Prime Minister Theresa May’s announcement that she will leave 10 Downing Street has set off a fierce competition to succeed her as Conservative Party leader _ and as the next prime minister.  (AP Photo/Matt Dunham, File)

Bild: AP/AP

Der Jurist Dominic Raab gilt als Brexit-Hardliner und hatte schon mehrere Posten in der Regierung. Sein Amt als Brexit-Minister gab er nach nur wenigen Monaten aus Protest gegen den Vertragsentwurf zum EU-Austritt auf. Nicht immer machte er als Brexit-Minister eine glückliche Figur: So handelte er sich mit einer Äusserung zum Handel zwischen Grossbritannien und dem Kontinent heftigen Spott ein. Ihm sei das volle Ausmass der Bedeutung des Ärmelkanals für die Wirtschaft nicht klar gewesen, hatte Raab bei einer Konferenz gesagt. Die Strecke Dover-Calais ist die wichtigste Verbindung zwischen Grossbritannien und dem Festland.

Andrea Leadsom

epa07592873 (FILE) - Britain's Leader of the House of Commons, Lord President of the Council, Andrea Leadsom arrives for a Cabinet meeting in Downing Street, London, Britain, 21 May 2019 (reissued on 22 May 2019). Media reports on 22 May 2019 that Andrea Leadsom has quit the cabinet, saying she no longer believes the government's approach will deliver Brexit, adding that she has always maintained that a second referendum would be dangerously divisive and not in support of the government willingly facilitating a concession.  EPA/VICKIE FLORES

Bild: EPA/EPA

Nach dem Brexit-Referendum und dem Rücktritt von David Cameron 2016 war Andrea Leadsom – neben May – in die engere Auswahl als Parteichefin gekommen. Sie musste sich aber wegen einer unglücklichen Äusserung aus dem Rennen zurückziehen. Später wurde die Brexit-Hardlinerin von Premierministerin May als Ministerin für Parlamentsfragen ins Kabinett geholt. Ende Mai trat Leadsom aus Protest gegen Mays Brexit-Politik von ihrem Posten zurück – und beschleunigte damit womöglich den Abschied ihrer einstigen Rivalin.

Matt Hancock

epa07598937 (FILE) - British Health Secretary Matt Hancock arrives for a Cabinet meeting at Downing Street in London, Britain, 23 April 2019 (reissued 25 May 2019). British media reports on 25 May 2019 state British Health Secretary Matt Hancock will join four other conservative party politicians who have announced they would run for the position of the new British Conservative Party leader, following British Prime Minister Theresa May on 24 May 2019 announcing she would step down from her post as conservative party leader on 07 June 2019.  EPA/ANDY RAIN

Bild: EPA/EPA

Gesundheitsminister Matt Hancock lehnt eine Loslösung von der EU ohne Deal ab. Ihm werden im Rennen um die Nachfolge von May allerdings wenig Chancen eingeräumt. Er selbst hebt in Interviews seine Energie und Durchsetzungskraft hervor.

Sam Gyimah

Conservative Party former minister Sam Gyimah who has announced his intention to challenge for the party leadership, as he leaves a TV studio where he announced his intention to run for office, Sunday June 2, 2019.  Gyimah announced Sunday that he will join the race to succeed British Prime Minister Theresa May, with the contenders focusing on how they would handle Brexit. (David Mirzoeff/PA via AP)

Bild: AP/PA

Der frühere Hochschul-Staatssekretär Sam Gyimah setzt sich für ein zweites Brexit-Referendum ein. Er gilt als chancenlos.

Esther Mcvey

FILE - In this Tuesday, Nov. 13, 2018 file photo, Britain's Secretary of State for Work and Pensions Esther McVey leaves after a cabinet meeting at 10 Downing Street in London. British Work and Pensions Secretary Esther McVey resigns over Brexit; the second Cabinet minister to step down Thursday Nov. 15, 2018. (AP Photo/Matt Dunham, File)

Bild: AP/AP

Aus Protest gegen Mays Kurs beim EU-Austritt legte Arbeitsministerin Esther McVey ihr Amt nieder. Die Brexit-Anhängerin besteht darauf, dass Grossbritannien am 31. Oktober die EU verlässt - und nimmt dafür auch einen ungeregelten Austritt in Kauf.

Mark Harper

Bild

bild:twitter/markharper

Obwohl er ein EU-Freund ist, akzeptiert Mark Harper das Brexit-Referendum. Er selbst sieht sich im Rennen um Mays Nachfolge als Aussenseiter. Harper wäre für eine kurze Verlängerung der Austrittsfrist über den 31. Oktober hinaus. Falls das nicht möglich sei, würde er auch einer Loslösung von der EU ohne Deal zustimmen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DemonCore 10.06.2019 10:12
    Highlight Highlight Bojo hat bereits zwei Jobs wegen seiner fast zwanghaften Lügerei verloren. Scheint im Einhorn-Märchen-Königreich aber kein Hindernis für eine politische Karriere zu sein.
  • DemonCore 10.06.2019 10:10
    Highlight Highlight Grossmäuler und Einhornzüchter sind die Favoriten. Pragmatiker und Realisten nehmen ausser Konkurrenz teil. Ergibt Sinn.
  • Nelson Muntz 10.06.2019 09:50
    Highlight Highlight Vicky Pollard fehlt....🤪
    Benutzer Bild
    • DemonCore 10.06.2019 19:59
      Highlight Highlight Und Lord Buckethead. Für Bildmaterial bitte googeln.
  • Sapientia et Virtus 10.06.2019 09:14
    Highlight Highlight Viele mögen kompetenter und geradliniger sein als er, aber Boris Johnson ist wohl der einzige, der seine zerstrittene Partei einigen und den Brexit verwirklichen kann.
  • Coffeetime 10.06.2019 08:28
    Highlight Highlight Ich bin auf diesen Herbst mit mit viel Popcorn gespannt 🤔
  • Baron Minshew 10.06.2019 08:27
    Highlight Highlight BoJo wollte schon mit Wuschelkopf und Wampe PM werden. Glaube die Veränderungen sind eher der Trennung von seiner Frau und dem auftauchen seiner jungen und wirklich hübschen Freundin geschuldet
  • G. 10.06.2019 07:39
    Highlight Highlight Kohlegeile und machthungrige Eintagsfliegen

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