International
Epstein-Affäre

Epstein-Fall: Republikaner fordert Rücktritt von Howard Lutnick

epa12533959 Rep. Thomas Massie, (R-Ky.), speaks at the US Capitol in Washington, DC, USA, 18 November 2025. Rep. Ro Khanna, (D-CA), Rep. Marjorie Taylor Greene, (R-GA) and Rep. Thomas Massie, (R-Ky.)  ...
Thomas Massie ist einer der wenigen Republikaner, die regelmässig offen Kritik an Donald Trump und seiner Entourage äussern.Bild: keystone

Wegen Epstein-Nähe und Lügen: Republikaner Massie fordert Lutnick-Rücktritt

Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie hat im Zusammenhang mit dem Fall Epstein den Rücktritt von US-Handelsminister Howard Lutnick gefordert.
09.02.2026, 07:0109.02.2026, 07:01

Wenn man den Informationen aus den Akten rund um den gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Glauben schenke, sei Lutnick auf der Privatinsel des Multimillionärs gewesen und habe geschäftliche Beziehungen zu ihm gehabt, und zwar Jahre nach dessen Verurteilung im Jahr 2008, sagte Massie dem US-Sender CNN.

Commerce Secretary Howard Lutnick listens as President Donald Trump speaks to reporters as he flies aboard Air Force One from Joint Base Andrews, Md., to West Palm Beach, Fla., Friday, Feb. 6, 2026 (A ...
Soll laut seinem Parteikollegen zurücktreten: Howard Lutnick.Bild: keystone

Er warf Lutnick vor diesem Hintergrund vor, gelogen zu haben. Der US-Handelsminister habe viele Fragen zu beantworten, aber «offen gesagt sollte er dem Präsidenten (Donald Trump) das Leben leichter machen und einfach zurücktreten».

Der US-Multimillionär Epstein hatte über Jahre aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige zum Opfer fielen. Der verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 im Alter von 66 Jahren in der Haft, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Erwähnungen in den Epstein-Akten

Der US-Handelsminister kommt in den jüngst veröffentlichten Akten zum Fall Epstein zahlreiche Male vor. Die reine Nennung oder Abbildung darin ist allerdings kein Hinweis auf ein Fehlverhalten.

US-Medien berichten unter Berufung auf in den Akten enthaltene E-Mails, dass Lutnick und seine Familie 2012 einen Besuch auf Epsteins Insel Little St. James geplant haben sollen. Eine weitere Nachricht scheint demnach nahezulegen, dass der Besuch stattgefunden hat. Die Insel soll Zentrum von Epsteins Missbrauchsring gewesen sein. Lutnick und Epstein, die in New York Nachbarn waren, sollen der «New York Times» zufolge zudem gemeinsam in dasselbe Privatunternehmen investiert haben. Der Sender CBS News spricht von geschäftlichen Verbindungen, die es nach Epsteins Verurteilung gegeben haben soll.

Lutnick hatte vergangenes Jahr in einem Podcast über Epstein gesagt, er habe schon 2005 entschieden, mit dieser «widerlichen Person» nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Die «New York Times» berichtet, Lutnick habe in einem kurzen Telefonat vergangene Woche gesagt, dass er keine Zeit mit Epstein verbracht habe. Die Zeitung zitiert einen Vertreter des Handelsministeriums zudem mit der Aussage, dass Lutnick und seine Frau nach 2005 «nur sehr begrenzte» Kontakte zu Epstein gehabt hätten.

In Grossbritannien wäre Lutnick schon längst weg

Der Republikaner Massie hatte gemeinsam mit dem demokratischen Kongressabgeordneten Ro Khanna die Gesetzesinitiative zur Veröffentlichung der Epstein-Akten angestossen. Im Dezember und Januar hatte das US-Justizministerium grosse Mengen von Dokumenten veröffentlicht. Über Lutnick sagte Massie nun:

«Wenn das Grossbritannien wäre, wäre er schon längst weg.»

Dort hatte der Epstein-Skandal bereits zu mehreren personellen Konsequenzen im Umfeld der Labour-Regierung geführt. (sda/dpa)

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23 Kommentare
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Chnebeler
09.02.2026 07:44registriert Dezember 2016
Das ist genau so, aber wenn es wirklich ein Rechtsstaat wäre, wäre Lutnick schon gar nie ins Amt gekommen. Da sein Boss wegen des Staatsstreichs vom 6. Jamuar verurteilt worden wäre.
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Alice36
09.02.2026 07:39registriert Juni 2017
Wenn es Massie ernst ist dann müsste er ja auch den verurteilten Sexualstraftäter Trump zum Rücktritt auffordern. Alles scheinheiliges Theater in den USA.
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mMn
09.02.2026 07:53registriert September 2020
Wenn Lügen und Erwähnung in den Epsteinakten die Gründe zum Rücktritt wären, müsste als erstes Trump selbst gehen.

Aber ja, wahrscheinlich alle in dieser Regierung.
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Norwegische Botschafterin tritt wegen Kontakt zu Epstein zurück
Aufgrund ihrer Verwicklungen in den Epstein-Skandal hat die norwegische Botschafterin Mona Juul (66) ihr Amt niedergelegt. Juul war Botschafterin in Jordanien und im Irak. Ihr Kontakt mit Jeffrey Epstein habe ein «schwerwiegendes Versagen ihres Urteilsvermögens» offenbart, sagte Norwegens Aussenminister Espen Barth Eide laut einer Mitteilung. «Der Fall macht es schwer, das Vertrauen wiederherzustellen, das für die Rolle notwendig ist.» Juuls Entscheidung sei deshalb richtig.
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