International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das sind die wirtschaftlichen Brandherde Europas

Die Schuldenkrise gilt seit Ende 2012 als besiegt, doch es kochen immer wieder alte Probleme hoch.

Tommaso Manzin / Nordwestschweiz



2012 drohte die Eurozone auseinanderzubrechen. Nur die berühmt gewordenen Worte von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), hatten sie davor bewahrt. Er versprach, alles Nötige zu tun, um den Euro zu erhalten. Und das hat er getan. Die Geldpolitik unterstützt bis heute mit ultratiefen Zinsen die Erholung.

European Central Bank (ECB) President Mario Draghi reacts during a news conference at the ECB headquarters in Frankfurt, Germany, April 21, 2016.    REUTERS/Ralph Orlowski  TPX IMAGES OF THE DAY

EZB-Präsident Mario Draghi kann nicht alle Probleme allein lösen.
Bild: RALPH ORLOWSKI/REUTERS

Dennoch kehren Ängste um ein Hochkochen der Krise fast jährlich wieder. Epizentrum der Nachbeben ist meist Griechenland, das 2012 nur dank Schuldenschnitt über die Runden kam. Letzten Herbst wurde ein drittes Hilfspaket für das zu 177 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldete Land geschnürt.

Griechenland

Vom dritten Hilfspaket über 86 Milliarden Euro wurden 21,4 Milliarden ausgezahlt. Der erste Prüfbericht über die Umsetzung der dafür zu leistenden Reformen steht indes noch aus. Anfang April wurden die Gespräche wieder aufgenommen.

Letzten Samstag haben sich die Euro-Finanzminister in Amsterdam getroffen. Am Donnerstag soll eine weitere Sondersitzung stattfinden. In den Verhandlungen geht es nun um drei Punkte.

Erstens muss Athen das vereinbarte Reformpaket mit Einsparungen von 2,5 bis drei Prozent der Wirtschaftsleistung beschliessen. Wie Anleihenmanager Bantleon Bank in einem Kommentar schreibt, ist ein Knackpunkt der Verhandlungen die Rentenreform.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) meint, die Ausgaben für Renten und Pensionen von 18 Prozent der Wirtschaftsleistung seien zu hoch. Die Regierung will aber keine Rentenkürzung, da sie die unpopuläre Massnahme schon einmal umsetzen musste.

Um die Schuldentragfähigkeit zu sichern, ist für den IWF zudem ein Schuldenerlass wie 2012 nötig. Dazu sind die Euroländer nicht bereit.

Die Verhandlungen werden dadurch erschwert, dass die Regierungskoalition nur eine knappe Mehrheit besitzt.

Italien

Seit Jahresbeginn ist der grosse Umfang an faulen Krediten in den italienischen Banken ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten, schreibt Bantleon weiter. In der breiten Definition geht es dabei um Kredite, die mehr als 90 Tage in Zahlungsverzug sind. Es geht um ein Volumen von 360 Milliarden Euro, 18 Prozent des Gesamtkreditbestandes.

Damit ist Italien gemäss IWF-Daten hinter Griechenland und Zypern Spitzenreiter in Europa. Irland weist noch eine ähnlich hohe Quote auf (17 Prozent). In Frankreich sind es vier, in Deutschland knapp drei Prozent.

Spanien

Das Königreich hat seit Dezember keine Regierung. Derzeit sucht die sozialistische Partei PSOE eine Koalition mit Podemos und Ciudadanos. Die Differenzen zwischen der linken Podemos und der gemässigten Bürgerbewegung Ciudadanos sind aber enorm. Podemos fordert eine Steigerung der Staatsausgaben und die Selbstbestimmung für Katalonien, was von den anderen Parteien abgelehnt wird.

Steht bis zum 2. Mai keine Regierung, wird der König Neuwahlen ausrufen. Als wahrscheinlichster Termin ist der 26. Juni im Gespräch – drei Tage nach dem Referendum über den Verbleib Grossbritanniens in der EU.

Für Unruhe sorgt auch das Budgetdefizit. Nach Angaben der Regierung betrug es 2015 5,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ziel sind 4,2 Prozent.

Portugal

Über dem Land schwebt das Damoklesschwert der Rating-Herabstufung durch DBRS, der einzigen Rating-Agentur, die die Kreditwürdigkeit von Portugal noch nicht als Ramsch qualifiziert. Am 29. April wird DBRS das Rating überprüfen.

Sollte es zu einer Herabstufung kommen, droht Portugal mehrfach Ungemach. Die EZB wird dann im Rahmen ihres Anleihenkaufprogramms keine Staatsanleihen Portugals mehr kaufen, die Schulden des Landes haben dann einen grossen Käufer weniger.

Ausserdem wird sie die Anleihen Portugals nicht mehr als Sicherheiten der Banken im Tausch für EZB-Kredite akzeptieren. Dies würde den angeschlagenen Bankensektor noch mehr schwächen.

Dieses Jahr wird ein Haushaltsdefizit von 2,2 Prozent angesteuert. Die EU-Kommission hält bestenfalls 2,6 Prozent für realistisch, hat den Haushaltsentwurf aber zunächst durchgewinkt. Er wird im Mai nochmals überprüft. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Drohgebärden zum G7-Auftakt – Ausschreitungen bei Protesten

Die USA und die EU sind mit gegenseitigen Drohgebärden in den G7-Gipfel gestartet. US-Präsident Donald Trump kündigte Strafzölle auf französischen Wein oder andere Vergeltungsmassnahmen an, falls Paris bei den Plänen für eine Digitalsteuer bleiben sollte.

EU-Ratspräsident Donald Tusk drohte daraufhin mit einer Reaktion: «Wenn die Vereinigten Staaten gegen Frankreich Zölle verhängen, wird die Europäische Union antworten», sagte er kurz vor Beginn des Gipfels in dem französischen Badeort am …

Artikel lesen
Link zum Artikel