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Putin und die Ostsee: Darum warnt Schwedens Armeechef

Teaserbild: Schwedens Armeechef warnt vor Putins Ostsee-Plänen.
Russisches Kriegsschiff in der Ostsee (Symbolbild): Der russische Despot habe gefährliche Ambitionen, warnt Micael Byden.Bild: watson / imago-images.de

Armeechef erklärt: «Putins Ziel ist es, die Kontrolle über die Ostsee zu erlangen»

Russland hat die maritimen Grenzen in der Ostsee per Regierungsbeschluss verschoben. Nun könnte Putin die schwedische Insel Gotland einnehmen, warnt Schwedens Armeechef.
22.05.2024, 16:11
Jakob Hartung / t-online
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Ein Artikel von
t-online

Der Oberbefehlshaber der schwedischen Streitkräfte, Micael Byden, hat vor Russlands Machtambitionen in der Ostsee gewarnt. «Ich bin sicher, dass Putin sogar beide Augen auf Gotland geworfen hat. Putins Ziel ist es, die Kontrolle über die Ostsee zu erlangen», sagte der Armeechef den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Und weiter:

«Wenn Russland die Kontrolle übernimmt und die Ostsee abriegelt, hätte das enorme Auswirkungen auf unser Leben – in Schweden und allen anderen Ostseeanrainerstaaten. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Ostsee darf nicht zu Putins Spielwiese werden, auf der er die NATO-Mitglieder in Angst und Schrecken versetzt.»

Von Gotland aus könne Schweden anderen NATO-Staaten an der Ostsee helfen, in Sicherheit zu leben. «Wenn Putin aber in Gotland einmarschiert, kann er die NATO-Länder vom Meer aus bedrohen. Das wäre das Ende von Frieden und Stabilität in den nordischen und baltischen Regionen», sagte Byden. (Mehr zur Bedeutung Gotlands für die Sicherheit im Ostseeraum liest du hier beim deutschen watson-Medienpartner T-Online.)

Wie realistisch ist das?

Russland zieht maritime Grenzen in der Ostsee neu

Wie real die von Byden skizzierte Bedrohung ist, macht eine Meldung des russischen Verteidigungsministeriums deutlich. Am Dienstag veröffentlichte der Kreml den Entwurf eines Regierungsbeschlusses, demzufolge Russland die maritimen Grenzen in der Ostsee neu ziehen wolle. Diese einseitige Entscheidung wird international nicht anerkannt und die betroffenen Länder Finnland und Litauen haben darauf bisher nicht reagiert.

Die geplanten Änderungen betreffen das Gebiet um den Finnischen Meerbusen und litauische Regionen rund um das Kurische Haff und die Weichselmündung. Das russische Hoheitsgebiet solle an diesen Stellen erweitert werden, teilten die Behörden mit.

Ostsee mit Gotland.
Blick auf die Ostsee – mittendrin Gotland.Screensho: Google Maps

Die aktuellen geografischen Koordinaten zur Festlegung des russischen Hoheitsgebiets wurden 1985 vom Ministerrat der Sowjetunion bestimmt. Diese würden nicht mehr vollständig der aktuellen geografischen Situation entsprechen, behauptet nun das russische Verteidigungsministerium. Deshalb sei der 40 Jahre alte Beschluss als unwirksam anerkannt worden.

Was hat das mit Putins Schattenflotte zu tun?

Micael Byden sieht noch eine weitere Gefahr durch die erhöhte russische Präsenz in der Ostsee. Alte russische Öltanker in der Ostsee könnten eine schwerwiegende Katastrophe auslösen. Byden sagte:

«Russland könnte eine Umweltkatastrophe direkt vor unserer Haustür verursachen und es wie einen Unfall aussehen lassen. Die Folgen für die Umwelt wären verheerend.»

Die russischen Öltanker seien eine «echte Gefahr für die Umwelt in Europa», so der Armeechef.

Russland könne diese Schiffe aber auch auf andere Weise zur Kriegsführung gegen die NATO einsetzen, so Byden. «Es gibt keine bessere Möglichkeit für Russland, sich an uns heranzuschleichen, als sich als alter Öltanker zu tarnen. Mit den Schiffen können sie unsere Kommunikation abhören, heimlich irgendetwas transportieren oder sie für Unterwasser-Sabotage einsetzen.»

Quellen

(t-online/dsc)

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86 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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SCL - Maulwurf
22.05.2024 17:24registriert März 2021
Es scheint, dass Putin den totalen Krieg sucht. Letzte Woche die News wegen den taktischen Atomwaffen und nun dies.
Und dann gibt es doch tatsächlich bei uns in der CH immer noch Putin-Speichellecker, die ihm am liebsten hinten reinkriechen würden.
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Rivka
22.05.2024 16:37registriert April 2021
Gott, kann dieser niederträchtiger Gnom nicht endlich auch mit dem Helikopter zu seinem Freund Raisi fliegen! 😤🙄
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rephil
22.05.2024 17:37registriert August 2021
Eine einseitige Verschiebung der Grenzen entspricht einer Annexion von Staatsgebiet, egal ob auf Land oder See. Das müsste eigentlich als Kriegserklärung gewertet werden und würde einen Bündnisfall der Nato nach sich ziehen. Die Frage ist, ob sich die Nato traut, das auszusprechen. Das will wohl Russland testen. Falls nicht, wäre der nächste Schritt dann eine Verlegung der Landgrenze.
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