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Bulgarien wechselt vom Lew zum Euro – damit sind nicht alle glücklich

Bulgarien wechselt vom Lew zum Euro – damit sind nicht alle glücklich

Mit Beginn des neuen Jahres hat Bulgarien den Lew durch den Euro ersetzt. Der Balkanstaat ist damit das 21. Land, in dem die Gemeinschaftswährung das offizielle Zahlungsmittel ist.
01.01.2026, 06:1101.01.2026, 06:11

Der Euro werde dem Tourismus helfen sowie bulgarischen Herstellern den Handel mit Europa und der Welt erleichtern, wie das bulgarische Finanzministerium und die Nationalbank BNB bereits zuvor erklärt hatten.

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Willkommensgruss an Bulgarien in deutschen Stadt Frankfurt. Bild: keystone

Auch für Touristinnen und Touristen wird vieles einfacher: Geldwechsel und zusätzliche Gebühren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und Kartenzahlungen werden unkomplizierter. Der feste Umrechnungskurs liegt bei 1,95583 Lew pro Euro – exakt derselbe, zu dem einst die D-Mark in den Euro überging.

Doch viele Menschen in Bulgarien bezweifeln, dass der Euro ihnen nutzen wird. Die Sorge ist gross, dass mit der Währungsumstellung die Preise in dem Balkanland, das zu den ärmsten der EU zählt, steigen werden und der Euro sich als «Teuro» entpuppen wird. Und nicht wenige befürchten, dass Bulgarien einen Teil seiner Unabhängigkeit aufgeben muss.

Staatschef kritisiert Ablauf der Entscheidung zur Euro-Einführung

Staatspräsident Rumen Radew bemängelte in seiner Neujahrsansprache, dass es zur Euro-Einführung ein Referendum hätte geben sollen. «Doch die Regierenden wollten die Bürger nicht hören», kritisierte Radew in seiner im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache. Ein entsprechender Antrag Radews war von der prowestlichen Parlamentsmehrheit abgelehnt worden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) weist ihrerseits auf die vielen Vorteile einer Zugehörigkeit zur Eurozone hin. EZB-Präsidentin Christine Lagarde als Europas oberste Währungshüterin verspricht den Bulgaren vor allem zwei Dinge: Wohlstand und Sicherheit. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Marjorie
01.01.2026 12:24registriert Mai 2021
Der Euro kann nur zum Teuro werden, wenn die bulgarischen Händler und Hersteller die Einführung für Preiserhöhungen nutzen, man hat es also selbst in der Hand, dem Euro kann man dafür keine Schuld geben.
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Wusu
01.01.2026 10:10registriert Juli 2022
Man zeige mir ein System mit welchem ALLE zufrieden sind....gibt es nicht und wird es nie geben....von daher - einige sind unzufrieden? - wen interessiert's....
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FrancoL
01.01.2026 14:03registriert November 2015
Alles bestens bekannt und geübt, dass "teurer werden". Auch in Italien war das so und wer hat sich bereichert, die Preise hochgetrieben? die Händler die Unternehmer, die es nutzten, dass man beim Wechseln noch nicht so geübt war.
hat also weder mit der EU oder dem Euro zu tun, sondern mit der Habgier der Menschen.
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