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Norbert Hofer und die Chemtrails: Ist der mögliche nächste Präsident Österreichs ein Aluhut?

19.05.2016, 14:27
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Norbert Hofer, links, mit FPÖ-Präsident Heinz-Christian Strache.
Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Am Sonntag steht in Österreich die zweite Runde der Präsidentenwahl an. Norbert Hofer, der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ gilt Favorit, nachdem er den ersten Wahlgang Ende April für sich entschieden hatte. 

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Hofer steht innerhalb der FPÖ für einen eher moderaten Kurs, rhetorische Ausfälligkeiten ist man sich von ihm nicht gewohnt – im Gegensatz zu seinen Parteikollegen wie Parteipräsident Heinz-Christian Strache oder dem ehemaligen Europaabgeordneten Andreas Mölzer.

Offenbar hat Hofer aber ein Flair für alternative Realitäten – im Volksmund Verschwörungstheorien genannt. 2007, als Abgeordneter der FPÖ im österreichischen Parlament, stellte der damals 36-Jährige eine Anfrage an das Umweltministerium. 

«Es gibt sowohl in den USA als auch in Europa Beobachtungen, denen zu Folge sowohl durch zivile als auch durch militärische Flugzeuge bereits derartige Chemikalien [Bariumsalz und Aluminiumpulver] in der Atmosphäre freigesetzt wurden. Die dadurch sichtbaren Chemiestreifen, die ähnlich aussehen, wie gewöhnliche Kondensstreifen, werden auch als «Chemtrails» bezeichnet.»
«Sollte dies tatsächlich der Fall sein, ist das in höchstem Masse alarmierend, da die Freisetzung dieser Chemikalien nicht abschätzbare Folgen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren haben kann. Außerdem könnten so letztlich finanzstarke Staaten – wie vor allem die USA – und Grosskonzerne das Klima beeinflussen und zu ihren Zwecken zum Nachteil der Weltbevölkerung gezielt verändern.»

Chemtrails zählen seit einigen Jahren zu den populärsten Verschwörungstheorien. Die Vorstellung, dass eine eingeweihte Clique aus Regierungen, Konzernen und einflussreichen Privatpersonen Giftwolken in der Atmosphäre versprühen, um die Menschheit zu sedieren, hat zu unzähligen Initiativen, Bürgerprotesten und mahnenden Blogpost geführt. Meist beruft man sich dabei auf pseudowissenschaftliche Studien, die die dunklen Machenschaften der Eliten beweisen sollen.

Hofer ging in seiner Anfrage nicht so weit. Seine angebliche wissenschaftliche Begründung der Chemtrails hält einer wissenschaftlichen Überprüfung allerdings nicht stand: Chemtrails sind nichts anderes als Kondensstreifen, die bei feuchtkalter Luft entstehen, wenn sich Wasserdampf in den Abgasen des Flugzeugs verflüssigt. Dass heute mehr Kondensstreifen am Himmel zu sehen sind, liegt daran, dass heute ungleich mehr Flugzeuge unterwegs sind als früher.

Geoengineering, das gezielte Beeinflussen des Wetters, befindet sich hingegen erst im Versuchsstadium. (wst)

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28 Kommentare
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TheMan
19.05.2016 14:48registriert April 2015
Und ich dachte Kondensstreifen sind Verbrannte Engel.
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saukaibli
19.05.2016 15:09registriert Februar 2014
Was? Es gibt in der Atmosphäre Rückstände von Barium und Aluminium? Also Stoffe die entstehen wenn Kerosin verbrennt. Das hätte ich jetzt echt nicht gedacht! Flugzeugabgase in den Kondensstreifen, wow, man lernt nie aus! Dachte immer daas sind Segelflugzeuge da oben. Ich find diese Chemtrailers echt ziemlich lustig, aber man sollte die nicht in die Politik lassen.
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Süffu
19.05.2016 16:35registriert Februar 2016
Die paar Leute, die ich kenne, die an die Chemtrails glauben, ziehen sich regelmässig freiwillig Chems die Nase hoch...
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