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Wassermangel auf Mallorca: Gemeinde dreht Wasserhahn ab

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Wassermangel auf Mallorca: Gemeinde dreht Wasserhahn ab

04.08.2025, 18:3804.08.2025, 18:38

Der trockene Sommer macht Mallorca immer mehr zu schaffen – auf der spanischen Urlaubsinsel herrscht inzwischen vielerorts akuter Wassermangel. Die Gemeinde Deià an der Westküste verschärft deshalb ihre Sparmassnahmen: In mehreren Ortsteilen wird ab sofort an drei Tagen pro Woche die Wasserversorgung komplett eingestellt. Bürgermeister Joan Ripoll will das Wasser bis auf weiteres montags, mittwochs und freitags abdrehen.

Auch das Luxushotel La Residencia war am Montag vom Start der Aktion betroffen. «Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Wir waren darauf vorbereitet, die Situation ist nicht neu für uns», sagt der stellvertretende Hoteldirektor Jordi Vicens im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gäste des Nobelhauses im beliebten Urlaubsort können sich aber weiterhin duschen: Das Hotel verfügt über einen grossen Wassertank. «Dennoch müssen wir täglich den Tanklaster bestellen, um unsere Wasservorräte aufzufüllen», erklärt Vicens. Der Nachschub kommt aus einem Brunnen in Sóller.

Vor allem Grossverbrauchern wird der Hahn zugedreht

Das Fünf-Sterne-Hotel hat bereits den Garten laut Vicens umgestaltet, um mit mediterranen Pflanzen weniger giessen zu müssen. «Im Endeffekt brauchen aber auch die Zitronenbäume Wasser. Die wollen wir nicht vertrocknen lassen.»

Laut dem Rathaus in Deià beträgt der wöchentliche Wasserverbrauch in der Gemeinde derzeit 3,3 Millionen Liter. Rund 37 Prozent davon lässt die Gemeinde in diesem Sommer per Lastwagen anliefern. Vor allem den Grossverbrauchern wurde nun der Hahn zugedreht. Die Massnahme soll so lange gelten, bis die unterirdischen Wasserspeicher sich erholt haben. Das Hotel La Residencia geht von zwei Monaten aus.

Besonders schlimm ist der Wassermangel auf Mallorca in der Inselmitte. Die Balearen-Regierung stuft die Lage dort bereits als prekär ein. In Pla de Mallorca erwägt man, mehrere der 14 Gemeinden der Region zum Notstandsgebiet zu erklären, damit die Wasserversorgung kurzfristig per Tanklastwagen gesichert und von der Regierung der Balearen finanziert werden kann. «Es ist kein angenehmer Schritt, denn er bringt strenge Einschränkungen im Wasserverbrauch mit sich – öffentlich wie privat. Aber wir haben keine andere Wahl», sagte vorige Woche Pla-Präsidentin Joana Maria Pascual. (hkl/sda/dpa)

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