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Grösste Lachsfarm der Schweiz am Walensee in Glarus – die Pläne

Coho salmon slated for donation to the Food Bank of Central New York, swim in a large tank at Local Coho salmon fish farm, Friday, Jan. 24, 2025, in Auburn, N.Y. (AP Photo/Craig Ruttle)
Lachse schwimmen in einem Zuchtfarmtank. Bild: keystone

1,5 Millionen Fische unter einem Dach: Riesige Lachsfarm am Walensee geplant

Lachs ist der am häufigsten importierte und konsumierte Fisch in der Schweiz. Am Walensee soll bald eine gigantische Lachszucht entstehen, welche die Importe reduzieren soll. Kritiker warnen vor den Folgen für die Tiere.
12.01.2026, 15:0412.01.2026, 16:16

Am Walensee spiegeln sich die Berge – bald kommen womöglich Umrisse einer riesigen Lachszuchtfarm hinzu.

Zwischen der rauschenden Autobahn A3 und dem glitzernden Walensee soll die grösste Lachsfarm der Schweiz entstehen. Auf 2,5 Hektaren, etwa so gross wie 3,5 Fussballfelder, plant die Swiss Blue Salmon AG eine Hightech-Zuchtanlage für atlantische Lachse.

50 Arbeitsplätze sollen am Standort zwischen der Bahnlinie beim ehemaligen Bahnhof Weesen SG und der Autobahn entstehen.

Die geplante Lachsfarm in Mollis GL soll auf 2,5 Hektar Land entstehen.
Die geplante Lachsfarm in Mollis GL soll auf 2,5 Hektar Land entstehen.bild: blue salmon

Nicht im See, sondern in landgestützten Kreislaufanlagen am Ufer würden zu Spitzenzeiten bis zu 1,5 Millionen Fische gemästet. Jährlich sollen bis zu 4000 Tonnen atlantischer Lachs produziert werden – das entspricht etwa 10 Prozent der heutigen Schweizer Zuchtlachsimporte.

180-Millionen-Projekt in Mollis

Das Riesenprojekt kostet rund 180 Millionen Franken und soll frühestens 2029 in Betrieb gehen. Die Swiss Blue Salmon AG bezeichnet ihr Vorhaben als die «nachhaltigste landbasierte Lachsfarm der Schweiz».

Geplant sind zudem Solaranlagen auf den Dächern, die einen Teil des Energiebedarfs decken, sowie eine Pumpe, die Wasser aus dem Walensee in mindestens 50 Metern anzapft. Denn dort liege die Wassertemperatur jeweils zwischen 5 und 8 Grad. Pro Stunde pumpt die Anlage rund 1,2 Millionen Liter Wasser aus dem Walensee – das entspricht etwa 6700 vollen Badewannen.

Bevor das Wasser in die Fischbecken fliesst, wird es vorgefiltert, durch Sand gereinigt und mit UV-Licht behandelt, um Schmutz, Parasiten und Keime zu entfernen. In der Anlage zirkuliert es ständig, bevor es am Ende des Kreislaufs gemäss Baugesuch sauber zurück in den See fliesst.

Die grösste Lachsfarm der Schweiz soll frühestens 2029 in Betrieb gehen.
Die grösste Lachsfarm der Schweiz soll frühestens 2029 in Betrieb gehen.bild: blue salmon

Die Lachse durchlaufen neun verschiedene Wachstumsphasen und wechseln dabei immer wieder in neue Becken. Alle acht Wochen kommen importierte Eier hinzu. Nach rund zwei Jahren erreichen sie ein Gewicht von etwa fünf Kilo und werden geschlachtet. Der Lachs werde frei von Mikroplastik und Antibiotika produziert.

Die Firma will mit ihrer Kreislaufanlage die Ozeane schonen und den Druck auf Wildbestände reduzieren. Gleichzeitig sind einige Fragen noch offen: Wie artgerecht ist die Haltung der bis zu 1,5 Millionen Lachse? Wie nachhaltig sind Futter, Wasseraufbereitung und Energieverbrauch?

NGO legt Einsprache ein

Die Tierschutzorganisation Fair-Fish sieht das Projekt kritisch und hat Einsprache erhoben. Die geplante Kreislaufanlage sei zwar umweltfreundlicher als offene Käfige im Meer, für das Tierwohl sei es aber problematisch.

«Kreislaufanlagen sind hochkomplex: Kommt es zu Störungen oder Fehlern, kann das katastrophale Folgen für die Fische haben. Immer wieder sterben tausende Tiere, wenn solche Probleme auftreten», so die Organisation. Hinzu komme, dass in Kreislaufanlagen viele Tiere auf engem Raum schwimmen. Das führt zu Stress, Langeweile und einem geschwächten Immunsystem, wodurch sie wiederum anfälliger für Verletzungen und Krankheiten werden.

Neu ist die Technologie nicht: In der Schweiz gibt es bereits kleinere Lachsfarmen, die mit Kreislaufanlagen arbeiten, wie etwa die Lachszucht im bündnerischen Misox. WWF Schweiz vergab dafür positive Noten. Einzige Kritikpunkte: die importierten Fischeier und das Fischfutter, das bislang noch nicht vollständig auf pflanzliche Alternativen umgestellt werden konnte.

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103 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dr no
12.01.2026 16:25registriert Mai 2018
Es gibt keine nachhaltige Fischzucht. Das Abwasser verseucht den See. und die Lachse werden mit Fischmehl gefüttert, dass im Meer von Trawlern gefangen wird, deren Schädlichkeit ist ausreichend bekannt. Es hilft nur Verzicht, bzw. massvoller Konsum. Lachs ist ein Luxusgut und keine Massenware.
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Casimir R.
12.01.2026 16:59registriert Januar 2016
Lasst euch nichts vormachen. Nachhaltiger fisch in grossen mengen existiert nicht:
1. wild: wird dem ökosystem entnommen, fehlt dort, rückgang der biomasse, artensterben, etc.
2. gezüchtet: ca. 4fache menge anderer arten aus wildfang als futter, siehe punt 1.
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dodo, dodo?
12.01.2026 16:25registriert Mai 2020
„Die Swiss Blue Salmon AG bezeichnet ihr Vorhaben als die «nachhaltigste landbasierte Lachsfarm der Schweiz».“
Das ist ja wahrlich keine Kunst!
„Pro Stunde pumpt die Anlage rund 1,2 Millionen Liter Wasser aus dem Walensee“ Wieder wird H2O verbraucht. Dass eigentlich öffentlich ist. Was bezahlen sie für das Wasser?
Die Beckengrösse für die Lachse wird nirgends erwähnt.
Sie investieren 180 Millionen und dann ne Kinderzeichnung? Bei mir schlagen gerade alle Alarmglocken!
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