International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

In Frankreich eröffnet bald eine Islamisten-Rehab (und alle so: no, no, no)



And it's not just my pride / It's just 'til these tears have dried / They tried to make me go to rehab / I said no, no, no

Amy Winehouse in dem Song «Rehab»

«Ferienlager für Islamisten» oder «Dschihad-Akademie» – so nennen Kritiker abfällig eine Einrichtung, die bis Ende September in Frankreich ihre Tore öffnet. Auf dem ländlich gelegenen Château Pontourny nahe von Tours sollen junge Islamisten untergebracht und «deradikalisiert» werden.

Es ist das erste Zentrum dieser Art im Land und ein Modellprojekt. Das «Zentrum für Prävention, Wiedereingliederung und Staatsbürgerschaft», wie es offiziell heisst, soll in den kommenden Wochen die ersten jungen Leute willkommen heissen.

Fitnesstudio und Klassenzimmer

Sie sind zwischen 18 und 30 Jahre alt, haben den Kontakt zu ihren Freunden und ihrer Familie in der Regel abgebrochen und wollen nach Darstellung der Anstaltsleitung freiwillig einziehen. «Es geht um junge Leute, die radikalisiert sind und davon loskommen wollen», sagt Präfekt Louis Lefranc. Eine Art Entzugsheim für Islamisten also.

Bild

Das Château Pontourny. bild via pontourny.com/

Die jungen Leute werden in grossen, hellen Zimmern untergebracht, die an ein Studentenwohnheim erinnern. Die Fenster sind allerdings vergittert, um zu verhindern, das Bewohner sich hinausstürzen. Zudem gibt es einen Schlosspark mit hundert Jahre alten Bäumen, ein kleines Fitnesstudio, Aufenthaltsräume und Klassenzimmer.

Fighters of the Syrian Islamist rebel group Jabhat Fateh al-Sham cheer on a pickup truck after a Russian helicopter was shot down in the north of Syria's rebel-held Idlib province, Syria, August 1, 2016. REUTERS/Ammar Abdullah/File Photo

Lass uns reden: Islamisten (in Syrien). Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Kritikfähigkeit lernen

Dort sollen die Insassen unter anderem Unterricht in Religion, Geschichte und Philosophie erhalten. Das Regiment ist strikt: Die jungen Leute werden um 6.45 Uhr geweckt und müssen die Anstaltsuniform tragen. Einmal in der Woche gibt es einen Fahnenappell.

«Wir wollen mit den Symbolen der Republik arbeiten, und die Fahne ist eines davon», erklärt Pierre Pibarot, der für die Wiedereingliederung der jungen Islamisten zuständig ist. «Zudem wollen wir sie kritikfähig machen.» Alle «Freiwilligen» werden von Sozialarbeitern, Psychologen und Ärzten betreut.

Anwohner (huch!) nicht so begeistert

Eine Reihe von Anwohnern der Gemeinde Beaumont-en-Véron sind vom Projekt wenig begeistert. Sie fürchten, dass von den Insassen eine Gefahr ausgehen könnte. Dabei sollen die Bewohner die Einrichtung nur verlassen können, wenn dies von Experten für unbedenklich erklärt wurde.

Paris nach den Anschlägen

Zudem versichert die Anstaltsleitung, dass niemand aufgenommen wird, der den Behörden als sogenannter Gefährder bekannt ist oder gegen den im Zusammenhang mit den jüngsten Anschlägen in Frankreich ermittelt wird. Auch straffällig gewordene Gewalttäter oder Islamisten, die in Syrien waren, dürfen nicht in das Zentrum.

Einige Bürger sind besorgt, dass die Einrichtung zu einem Ziel für die Terrormiliz Islamischer Staat werden könnte. «Die Sicherheitsvorkehrungen sind völlig unzureichend», empört sich ein Anwohner. «Das gilt sowohl für Leute, die in das Zentrum hinein wollen als auch für solche, die heraus wollen.»

Für Sicherheit sollen 18 Kameras und ein Infrarot-System sorgen, mit denen das Schlossgelände rund um die Uhr überwacht wird. Im Fall eines Alarms könne die Polizei innerhalb weniger Minuten vor Ort sein, versichert die Anstaltsleitung.

(sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

Zwei Schweizer bei Badeunfall in Kolumbien getötet

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

HSG reicht Strafanzeige gegen Professor ein

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kramer 20.09.2016 23:18
    Highlight Highlight Eine sehr gute Idee.
    Leider reagieren die Leute sehr kurzsichtig; erst sagen sie, macht mal etwas, und wenn man etwas macht ist es nicht richtig.
    Am Stammtisch spricht man einfach von einsperren, dass Gefängnisse eine Brutstätte des Islamismus sind wird dabei übersehen.
  • Qwertz 20.09.2016 21:16
    Highlight Highlight Gute Idee! Die verlorenen Jungen wieder in die Gesellschaft aufzunehmen versuchen. Das ist der erste Schritt dazu. Bildung, ein strukturierter Alltag, ein Schloss auf dem Land statt die hässlichen Banlieues als Umgebung. So kann man die Radikalisierten auf andere Gedanken bringen, sich neu sammeln lassen und ihnen anschließend eine Perspektive innerhalb der Gesellschaft aufzeigen.

    Auch wenn man das Kuscheljustiz nennt. Das sind Jungs, die zu wenig kuscheln konnten und darum so verroht sind. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
  • OkeyKeny 20.09.2016 19:12
    Highlight Highlight Endlich mal etwas nützliches!

Mord an Touristen: Schweizerisch-englischer Doppelbürger in Marokko festgenommen

Im Zug der Ermittlungen zur Ermordung zweier Rucksacktouristinnen aus Skandinavien in Marokko ist ein zweiter Schweizer festgenommen worden. Es handelt sich um einen schweizerisch-britischen Doppelbürger.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) bestätigte einen Bericht der marokkanischen Online-Plattform 360. Dort hiess es, der Mann sei in Témara, nördlich von Casablanca, von den marokkanischen Untersuchungs- und Sicherheitsbehörden festgenommen worden.

Gemäss Fedpol lebt der schweizerisch-englische …

Artikel lesen
Link zum Artikel