Frankreich erhöht Zahl seiner Atomsprengköpfe
Frankreich erhöht angesichts wachsender globaler Bedrohungen die Zahl seiner Atomsprengköpfe. Das habe er angeordnet, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Anders als bisher werde Frankreich nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren. «Wer frei sein will, muss gefürchtet sein. Wer gefürchtet sein will, muss stark sein.»
Frankreich ist einzige EU-Atommacht
In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Grossbritanniens 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12'200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrösste Atommacht.
Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10'000 Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschiessen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500 Kilometern.
Wachsende nukleare Bedrohung
Macron betonte, er schulde es Frankreich, sicherzustellen, dass die Abschreckung glaubhaft bleibe. Ein grösseres Atomarsenal sei unabdingbar. Allerdings solle dies kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf werden.
Macron verwies zur Begründung auf wachsende nukleare Bedrohungen weltweit. Die Bedrohung vermische sich und die Verteidigung möglicher Gegner werde stärker. Konkret nannte Macron eine wachsende atomare Rüstung Chinas, die explosive Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland.
Zum Ausbau von Frankreichs nuklearem Waffenarsenal sagte Macron, bis 2036 werde ein neues Atom-U-Boot gebaut. (sda/dpa)
