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Frankreich

9 Festnahmen nach Tod von 23-jährigem rechten Aktivisten in Lyon

9 Festnahmen nach Tod von 23-jährigem rechten Aktivisten in Lyon

Nach dem gewaltsamen Tod eines rechten Aktivisten am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der französischen Linkspartei in Lyon sind neun Verdächtige festgenommen worden.
18.02.2026, 07:0818.02.2026, 07:08

Unter den Festgenommenen ist ein parlamentarischer Assistent eines Abgeordneten der linken Partei La France Insoumise (LFI), wie Staatsanwalt Thierry Dran Medienberichten zufolge mitteilte.

epa12744144 A French flag reading 'Justice for Quentin', displayed during a rally to pay tribute to the 23-year-old student killed in Lyon Quentin, in place de la Sorbonne, Paris, France, 15 ...
Ein Mann hält ein Frankreich-Flagge mit Gedenktransparent für den Getöteten.Bild: keystone

Der 23 Jahre alte Aktivist hatte sich am Donnerstag vergangener Woche zum Schutz einer Gegenkundgebung von mehreren Frauen aus der rechten Szene bereitgehalten, als er und zwei Begleiter von rund 20 Maskierten angegriffen wurden. Sechs Männer verprügelten ihn mit roher Gewalt. Am Samstag starb der Student schliesslich an seinen schweren Kopfverletzungen.

Seitdem gibt es in Frankreich – einen Monat vor Beginn der Kommunalwahlen – massive politische Spannungen. Konservative und rechte Politiker in Paris mutmassen, dass ein linksradikaler Schlägertrupp den Aktivisten am Rande der rechten Kundgebung gegen den Auftritt der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan erschlug und weisen der Linkspartei eine Mitverantwortung zu.

Linkspolitiker Mélenchon will keine Belehrungen akzeptieren

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, nach Vernehmung von Zeugen und der Auswertung von Videos sei es gelungen, einige Verdächtige zu identifizieren. Weitere Angaben zu den Festgenommenen machte Dran nicht.

epa12544413 La France Insoumise (LFI) party leader Jean-Luc Melenchon gives a speech at the La France Insoumise convention for the 2026 municipal elections in Aubervilliers, a Paris suburb, France, 23 ...
Jean-Luc Mélenchon.Bild: keystone

Der an der Spitze des regierenden Mitte-Rechts-Bündnisses stehende Premierminister Sébastien Lecornu, ein besonders enger Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron, schrieb auf der Plattform X: Ohne den Ausgang der Ermittlungen vorwegzunehmen oder die Unschuldsvermutung zu ignorieren, sei La France Insoumise nun in der Pflicht: «In ihren Reihen muss aufgeräumt werden. Und zwar schnell.»

LFI-Anführer Jean-Luc Mélenchon antwortete auf X, seine Partei akzeptiere keine Belehrungen von Lecornu. «Er ist sich nicht bewusst, was er sagt.» (sda/dpa)

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LiquidIce
18.02.2026 07:52registriert Juli 2018
Würden die Rollen getauscht werden, wäre das Geschiess unendlich laut. Aber solange es die "richtige" Seite trifft, ist alles in Ordnung oder einfach nur ein Ausnahmefall. Wann begreifen die Leute eigentlich das jeglicher Extremismus nicht gut für die Gesellschaft ist? - egal von links oder von rechts.
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Alilaguna
18.02.2026 08:39registriert September 2023
LFI-Anführer Jean-Luc Mélenchon ist so ein Früchtchen das man ganz genau unter die Lupe nehmen soll.
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