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Frankreich

Zehntausende demonstrieren in Frankreich gegen Politik von Macron

People gather for a protest march against the high cost of living and climate inaction in Paris, France, Sunday Oct. 16, 2022. Marchers are demanding wage increases, greater taxation of windfall profi ...
Angespannte Stimmung: Die Demonstrierenden am Sonntag in Paris. Bild: keystone

Zehntausende demonstrieren in Frankreich gegen Politik von Macron

Mehrere Tausend Menschen haben in Paris am Sonntag gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert.
17.10.2022, 02:2517.10.2022, 02:34

Zu dem «Marsch gegen das teure Leben und das Nichtstun in der Klimakrise» hatte die Linkspartei von Jean-Luc Mélenchon aufgerufen. Wie der französische Nachrichtensender BFMTV mit Bezug auf die Organisatoren berichtete, sollen rund 140'000 Menschen auf die Strasse gegangen sein, Polizei-Angaben zufolge waren es etwa 30'000. Eine von einem französischen Medienkollektiv in Auftrag gegebene Zählung kam auf 29'500 Demonstranten. Erwartet worden waren bis zu 30'000 Teilnehmer.

Der von rund 2000 Polizisten gesicherte Protestmarsch sollte nicht nur eine Machtdemonstration gegen Macron sein, sondern auch die Einigkeit der Linken gegen die Regierung demonstrieren. In den vergangenen Monaten wurde Frankreichs Linke durch Schlagzeilen über Gewaltvorwürfe gegen Frauen in den eigenen Reihen erschüttert. Zwei Parteifunktionäre der Linkspartei und der Grünen traten daraufhin zurück.

Die Stimmung ist in Frankreich seit Tagen stark angespannt. Wegen eines seit über zwei Wochen anhaltenden Streiks für mehr Lohn von Raffinerie-Personal gibt es an etwa einem Viertel der Tankstellen im Land Spritmangel. An manchen Tankstellen wurde der Kraftstoff zu 3 Euro pro Liter verkauft. Im Elysée-Palast macht sich deshalb die Sorge breit, dass die Situation wieder ähnliche Proteste entzünden könne wie die der Gelbwesten 2018 und 2019. Damals war die Erhöhung von Steuern auf Kraftstoff der Auslöser für umfangreiche Sozialproteste gewesen.

Der Benzin-Mangel an Frankreichs Tankstellen hat auch Auswirkungen auf die Schweiz:

Ein Ende September von den Gewerkschaften landesweit angesagter Streik- und Protesttag wurde nur wenig befolgt. Am Dienstag (18. Oktober) sind erneut Arbeitsniederlegungen angekündigt. Diesmal könnte der Aufruf auf grössere Resonanz stossen. (con/sda/dpa)

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8 Kommentare
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Cpt. Jeppesen
17.10.2022 07:00registriert Juni 2018
Das Motto der Demonstranten ist: «Marsch gegen das teure Leben und das Nichtstun in der Klimakrise»
Ein grosser Teil der Klimakrise wird aber durch den Treibstoffverbrauch erzeugt. Jedoch, wenn versucht wird den Treibstoffverbrauch zu senken, z.B. durch höhere Steuern, dann stehen die gleichen Leute wieder auf der Strasse um gegen zu hohe Treibstoffpreise zu demonstrieren. Ein Konflikt, den vermutlich keine Regierung lösen kann, auch nicht eine unter Jean-Luc Mélenchon.
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