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FILE - In this Thursday, Jan. 19, 2017 file photo, President-elect Donald Trump adviser Kellyanne Conway, center, accompanied by her husband, George, speaks with members of the media as they arrive for a dinner at Union Station in Washington, the day before Trump's inauguration. Trump has chosen George Conway to head the civil division of the Justice Department. The Wall Street Journal reports that he was chosen to head the office that has responsibility for defending the administration's proposed travel ban and defending lawsuits filed against the administration. The White House and the Justice Department would not confirm the pick Saturday, March 18, 2017. George Conway declined to comment. (AP Photo/Matt Rourke)

Kellyanne und George Conway. Sie arbeitet für, er gegen Trump. Bild: ASSOCIATED PRESS/AP

Die Conways: Eine Familie zerschellt an Trump



Sie hielt es lange aus: Kellyanne Conway. Die Anwältin begann ihre politische Karriere als Strategin von Ted Cruz, wechselte 2016 ins Lager von Donald Trump und leitete dessen Wahlkampf sehr erfolgreich. Als Dank wurde Conway noch vor Trumps Amtsantritt als persönliche Beraterin des designierten Präsidenten eingestellt. Und während sich im Verlauf der nächsten Jahre frische und ausgediente Trump-Gefolgsleute beinahe im Wochentakt die Klinke in die Hand gaben, verblieb Conway fest im Sattel.

Sie verblieb auch fest im Sattel, als sie in einem denkwürdigen Interview mit NBC kurz nach Trumps Amtseinführung das heute geflügelte Wort «alternative Fakten» kreierte.

Video: watson/lea bloch

Es sollte nicht Conways letzter denkwürdiger TV-Auftritt bleiben: Bei «Fox & Friends» rief sie mitten in einer politischen Diskussion dazu auf, Ivanka-Trump-Produkte zu kaufen. Der Aufschrei war gross. Der Vorwurf lautete, die Anwältin habe gegen ethische Richtlinien verstossen. Kein Problem für Conway, sie sass diesen und weitere politische Stürme stoisch aus. In Trumps Team war sie ein unerschütterlicher Fels in der Brandung.

Conways Ausdauer war umso erstaunlicher, weil auch aus den Reihen der eigenen Familie scharf geschossen wurde. Ihr Ehemann George, Republikaner (bis 2018, dann erfolgte der Austritt), Anwalt und vor seinem Rückzug Anwärter für ein hohes Regierungsamt im Justizministerium, mauserte sich zu einem der meistzitierten Trump-Kritiker innerhalb der GOP.

«Er ist ein Krimineller. Er ist ein Rassist.»

Doch simple Kritik auf Twitter ging George Conway zu wenig weit. Während sich seine Frau immer mehr zu Trumps bissigstem Wachhund wandelte, schrieb er in Kolumnen in der «Washington Post» gegen den Präsidenten an und gründete zusammen mit anderen unzufriedenen Republikanern das Lincoln Project. Dieses hat das Ziel, mit unmissverständlichen Videos Trumps Wiederwahl zu verhindern.

Videos des Lincoln Project

Video: watson/Emily Engkent

Wie kann das gut gehen? Nicht nur in Washington wunderte man sich, dass eine Beziehung zweier Menschen mit derart unverträglichen Lebensaufgaben funktionieren kann. War es ein Wunder der Liebe?

Von Liebe könne keine Rede sein, behauptet nun die älteste Tochter von Kellyanne und George sinngemäss in ihrem TikTok-Livestream. Die Trennung sei schon lange geplant gewesen. Weshalb sie nicht vollzogen worden sei, sei ihr ein Rätsel.

Die Klagelaute der ältesten Tochter werden dank Social Media gerade in alle Welt getragen. 15-jährig ist Claudia Conway erst – und hat bereits fast 400'000 Twitter-Follower. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wie ihre Eltern nimmt auch Claudia kein Blatt vor den Mund:

«Niemand hasst Donald Trump so sehr wie ich.»

«Ich bin am Boden zerstört, dass meine Mutter wirklich am Parteitag der Republikaner eine Rede hält. So richtig am Boden zerstört.»

«Der Job meiner Mutter hat mein Leben ruiniert. Es bricht mein Herz, zu sehen, dass sie weiter diesen Weg einschlägt, obwohl sie weiss, dass ihre Kinder seit Jahren darunter leiden. Egoistisch. Meine Damen und Herren: Es geht nur ums Geld und die Prominenz.»

«Du weisst, dass das Leben nicht fair ist, wenn du aufwachst, und deine Mutter hält neben einem homophoben Frauenschänder eine Rede.»

Wer glaubt, nur die Mutter bekomme ihr Fett weg, irrt. Auch Papi Conway wird auf Twitter frontal angegriffen.

Claudias politische Vorbilder finden sich in einem anderen Lager. Und zwar in der entfernten Ecke des anderen Lagers. Sie retweetet Aussagen von Ilhan Omar und Alexandria Ocasio-Cortez:

«Lass mich bei dir ein Praktikum machen!»

Während sich Claudia auf Twitter eher politisch äussert, benutzt sie TikTok für persönlichere Statements. Ihre Aussagen sind besorgniserregend:

Claudia Conways harte Vorwürfe gegenüber ihren Eltern auf TikTok

abspielen

Video: YouTube/America First Productions

«Mein Vater war mir gegenüber immer wieder übergriffig. Vor allem als ich noch jünger war.»

claudia conway auf tiktok

«Meine Mutter liess mich verhaften und ist mental wie auch körperlich immer wieder übergriffig.»

claudia conway auf tiktok

«Dass ich ihre Tochter bin, ist ihnen scheissegal.»

Claudia Conway auf TikTok

Mit diesen heftigen Anschuldigungen gab Claudia Conway bekannt, dass sie ihren Eltern die Vormundschaft entziehen wolle. «Emancipation» nennt sich dieser juristische Vorgang in den USA. Sie sei dafür bereits in Kontakt mit verschiedenen Anwälten getreten.

Es war der Tropfen, der das Fass der Familie Conway zum Überlaufen brachte. Sowohl Kellyanne wie auch George erwähnen in ihren Rücktrittserklärungen, sich nun verstärkt der Familie widmen zu wollen. Tochter Claudia will derweil eine Social-Media-Auszeit nehmen. Bleibt nur zu hoffen, dass noch nicht zu viel Porzellan zerschlagen wurde.

Highlights von Bidens kämpferischer Rede gegen Trump

Video: watson/een

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