bedeckt10°
DE | FR
International
Gesundheit

Rauchverbot Neuseeland: Neue Regierung schafft das Verbot wieder ab

Neue Regierung in Neuseeland schafft Rauchverbot wieder ab

Neuseeland wollte als erstes Land weltweit eine komplett rauchfreie Generation schaffen. Die neue Regierung mit Premierminister Christopher Luxon will das Gesetz nun teilweise wieder abschaffen.
27.11.2023, 16:1227.11.2023, 17:19
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
Folge mir
Mehr «International»

Neuseeland hatte sich als erstes Land der Welt zum Ziel gesetzt, bis 2025 rauchfrei zu werden. Vor ungefähr einem Jahr hat die damalige neuseeländische Regierung mit der ehemaligen Premierministerin Jacinda Ardern ein Gesetz verabschiedet, das das Rauchen künftigen Generationen deutlich erschweren sollte. An Personen, die im oder nach Januar 2009 geboren wurden, darf nach diesem Gesetz kein Tabak mehr verkauft werden.

Ausserdem sollte der gesetzliche Nikotingehalt in Tabakprodukten drastisch reduziert werden. Und die Zahl der lizenzierten Tabakverkaufsstellen sollte bis Ende 2023 von 6000 auf 600 sinken.

Mit diesem Beschluss wollte die ehemalige Regierung Tausende rauchbedingte Todesfällen verhindern und dem Gesundheitssystem Milliarden von Dollar einsparen. Nun steht das Gesetz allerdings vor dem Aus.

Neuseelands neue Regierung stoppt Pläne für Rauchverbot

Am Montag, dem 27. November 2023, trat Neuseelands neuer Premierminister Christopher Luxon sein Amt an. Der Vorsitzende der konservativen Nationalpartei New Zealand National Party legte dafür seinen Amtseid in der Hauptstadt Wellington ab.

Bei seiner Antrittsrede betonte er, dass seine wichtigste Aufgabe sei, «die Wirtschaft in Ordnung zu bringen». Dafür müssten die Lebenshaltungskosten gesenkt und die Inflation unter Kontrolle gebracht werden, «damit wir die Zinssätze senken und Lebensmittel erschwinglicher machen können», sagte Luxon.

NZ GOVERNMENT, incoming Prime Minister Christopher Luxon speaking at the announcement of the new Govenment in NZ in the Banquet Hall in Parliament Buildings in Wellington, New Zealand, Friday, Novembe ...
Die konservative Regierung unter Christopher Luxon wurde am Montag vereidigt.Bild: IMAGO / AAP

Zu den entsprechenden Massnahmen gehört nun unter anderem, den Plan für ein rauchfreies Neuseeland wieder einzustampfen. Das berichtet der «Guardian». Die neue Finanzministerin Nicola Willis erklärte, stattdessen die Einnahmen aus der Tabaksteuer für Steuererleichterungen zu nutzen.

Eigentlich wollte die Nationalpartei Steuersenkungen dadurch finanzieren, dass ausländischen Käuferinnen und Käufern wieder Zugang zum neuseeländischen Immobilienmarkt ermöglicht wird. Der Koalitionspartner New Zealand First stimmte allerdings gegen diesen Vorschlag.

Premierminister Luxon will Tabakschwarzmarkt verhindern

Weiter begründet Luxon das gestoppte Vorhaben damit, dass mit dem Verkaufsverbot ein Tabakschwarzmarkt entstehen würde. Dieser werde nun verhindert. Die Befürchtung, dass ein Schwarzmarkt für Tabakprodukte entstehen könnte, wurde schon damals von Kritikern hervorgebracht.

Ebenfalls könne man nun verhindern, dass Tabakgeschäfte zur Zielscheibe von Verbrechen werden. «Die Konzentration des Zigarettenvertriebs auf ein einziges Geschäft in einer Kleinstadt wird ein massiver Anziehungspunkt für Kriminalität sein», sagte Luxon gegenüber Radio New Zealand.

Obwohl das Gesetz zum Rauchverbot vor dem Aus steht, will Luxon mit seiner Regierung versuchen, die Raucherquote durch Aufklärung und andere politische Massnahmen zu verringern.

Neuseelands neue Regierung will das Rauchverbot für die jüngere Generationen wieder abschaffen.
Neuseelands neue Regierung will das Rauchverbot für die jüngeren Generationen wieder abschaffen.Bild: Shutterstock

Die Reaktion von Gesundheitsexpertinnen und -experten fällt hauptsächlich negativ aus. Viele sind schockiert von den neuen Plänen der Regierung, denn das Rauchverbot-Aus koste jährlich bis zu 5000 Menschenleben. Besonders betroffen seien die Māori, die indigene Bevölkerung Neuseelands, da sie eine höhere Raucherquote als die restliche Bevölkerung aufweisen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
7 Beispiele, wie Zigi-Schachteln aussehen müssten, damit sie uns zum Rauchstopp bewegen
1 / 10
7 Beispiele, wie Zigi-Schachteln aussehen müssten, damit sie uns zum Rauchstopp bewegen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Paffen auf Zeit – Nico beim Pfeifenclub Uster
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
76 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Bikemate
27.11.2023 16:31registriert Mai 2021
Ich finde es gut, wenn eine Regierung die Anzahl der Raucher reduzieren will. Werbeverbote und hohe Steuern auf Tabak Produkten und Rauchverbote in Restaurants usw. sind legitime Mittel. Ein komplettes Verbot ist einfach Schwachsinn, und das sage ich als Nichtraucher.
14145
Melden
Zum Kommentar
avatar
SBRUN
27.11.2023 17:01registriert September 2019
Die aktuelle Regierung hat anscheinend akzeptiert, dass sie die Angestellten des Volkes ist und nicht deren Erzieher.
9545
Melden
Zum Kommentar
avatar
Resistance
27.11.2023 16:26registriert März 2014
Alles ein wenig verrükt. Lasst die Menschen selber entscheiden. Verbote haben selten etwas gebracht.
9852
Melden
Zum Kommentar
76
Netanjahu sieht Sieg in Gaza «in Reichweite» – das Nachtupdate ohne Bilder

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treibt trotz laufender Verhandlungen über eine Waffenruhe die Vorbereitung für eine Bodenoffensive in Rafah im Süden des Gazastreifens voran und sieht den «totalen Sieg» in Reichweite. «Nicht in Monaten, sondern in Wochen, sobald wir mit der Operation beginnen», sagte Netanjahu in der am Sonntag (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Sendung «Face the Nation» des US-Fernsehsenders CBS. Das israelische Militär legte am Abend dem Kriegskabinett seinen Plan zur Evakuierung der Zivilbevölkerung und seinen Einsatzplan gegen die islamistische Hamas vor, wie Netanjahus Büro in der Nacht zum Montag bekannt gab. Zudem sei ein Plan für die Bereitstellung humanitärer Hilfe gebilligt worden. Einzelheiten wurden in der Mitteilung nicht genannt. Derweil wird eine israelische Delegation Medienberichten zufolge am Montag zu weiteren Gesprächen auf Beamtenebene der vermittelnden Länder Katar, Ägypten und USA über eine Waffenruhe nach Katar aufbrechen. Laut Medien gab es zuletzt Fortschritte.

Zur Story