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Wer mit der Pille verhüten will, braucht in der Schweiz ein Rezept.
Wer mit der Pille verhüten will, braucht in der Schweiz ein Rezept.
Bild: shutterstock.com

«Antibaby-Pille in 5 Minuten bestellt»: Online-Shop will Frauengesundheit revolutionieren

Mit Influencerinnen wirbt die deutsche Plattform «GoRomy» für die Antibabypille bestellt im Netz. Man wolle die Frauengesundheit revolutionieren, sagen die Gründer.
10.12.2020, 19:25

«Endlich habe ich eine Lösung gefunden, die Pille einfach in fünf Minuten online zu bestellen.» Mit diesen Worten wirbt eine Deutsche Influencerin für die Plattform «GoRomy». Und tatsächlich: In ein paar wenigen Klicks, bei denen man Fragen zu seiner eigenen Gesundheit beantwortet, ähnlich eines Anamnesegesprächs bei einer Ärztin, erhält man die persönliche Pillenempfehlung – die dann auch ein paar Tage später im Briefkasten liegen soll.

«Wir wollen die Frauengesundheit revolutionieren durch einen einfachen, aber auch wissenschaftlichen Zugang zur Antibabypille», sagt Business Developer Heiko Müller bei «GoRomy». Man wolle langwierige Sprechstunden und die Apotheken-Warteschlangen umgehen und die Pille einfach und direkt nach Hause liefern.

Ist der Fragebogen einmal ausgefüllt, wird er laut Müller von zwei festangestellten Gynäkologinnen anhand der in Deutschland gültigen Richtlinien überprüft. «So können Risikopatientinnen herausgefiltert werden.» Es seien aber nicht diese Ärztinnen, die dann das Rezept ausstellen. «Das machen Telemediziner aus Irland oder England». Die Gesetzeslage in der Europäischen Union und den betroffenen Mitgliedstaaten erlaubt es, dass auch Ärzte aus anderen EU-Ländern Rezepte ausstellen dürfen.

Auf der Webseite wirbt «GoRomy» mit «Ärztin Christine» oder «Apothekerin Mila» für die Online-Bestellung. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich: Bei den vermeintlichen Ärztinnen handelt es sich um Stockbilder.

Das Bild der Apothekerin Mila ist ein Shutterstock-Bild.
Das Bild der Apothekerin Mila ist ein Shutterstock-Bild.
bild: screenshot goromy.de/Shutterstock

Damit konfrontiert, sagt Müller: «Wir befinden uns derzeit im Aufbau und der Testphase. Die Stockbilder sind sicher nicht ideal.» Man habe einen ersten «Testlauf» mit einer deutschen Influencerin durchgeführt und sei über den Rücklauf «erstaunt» gewesen.

Problematisch findet Müller das Angebot nicht. «Die Verschreibung und der anschliessende Verkauf von Arzneimitteln im Netz ist in Deutschland nichts Neues.» Zudem werde die Pille nur an volljährige Personen verkauft. Überprüft werde dies mit der Angabe des Alters und der Zahlungsmethode. «Natürlich kann man hier schummeln und die Bestellung von einer volljährigen Freundin bezahlen lassen. Aber die könnte auch in der Apotheke eine Pillenpackung kaufen gehen.»

Auf die Frage, ob «GoRomy» in absehbarer Zeit auch in die Schweiz liefern wird, winkt Müller ab: «Das ist derzeit nicht geplant.» Hierzulande mit Influencerinnen für die Antibabypille werben dürften die Macher von «GoRomy» sowieso nicht. In der Schweiz ist Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Präparate verboten. Zudem rät das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic davon ab, Arzneimittel im Netz zu kaufen. «Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist eine Fachberatung wichtig», so Swissmedic-Mediensprecher Lukas Jaggi.

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