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Homo-Ehe und Abtreibungen in Nordirland legalisiert



In Nordirland sind künftig Abtreibungen und Homo-Ehen erlaubt. Ein entsprechender Beschluss des britischen Unterhauses trat um Mitternacht in der Provinz in Kraft.

Pro-choice activists take part in a photo call in the grounds of Stormont Parliament, Belfast, Monday Oct. 21, 2019. Abortion is set to be decriminalized and same-sex marriage legalized in Northern Ireland as of midnight, bringing its laws in line with the rest of the U.K. (Niall Carson/PA via AP)

Abtreibungsbefürworter feiern die Entkriminalisierung der Abtreibung in Nordirland. Bild: AP

Damit werden die bereits im England, Wales und Schottland geltenden Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch und zur gleichgeschlechtlichen Ehe auf Nordirland ausgeweitet.

Das britische Unterhaus hatte das im Juli beschlossen und dem nordirischen Parlament Zeit bis zum gestrigen Montag gegeben, Änderungen vorzunehmen. Die britische Provinz hat seit Januar 2017 keine eigene Regierung und wird geschäftsführend von London aus regiert. Das nordirische Parlament in Belfast kam am Montag zwar kurzzeitig zusammen, konnte sich aber nicht auf eine Regierungsbildung und Änderungen an den in Westminster beschlossenen Texten einigen.

Amnesty jubelt

Damit sind Abtreibungen in Nordirland künftig straffrei, und es soll ein geregelter Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ermöglicht werden. Die Regelungen sollen bis Ende März stehen. Bereits Mitte Januar soll es Regelungen zur Homo-Ehe geben. Die erste gleichgeschlechtliche Ehe dürfte damit spätestens in der Woche vom Valentinstag im Februar geschlossen werden.

Die Liberalisierungen sind in Nordirland umstritten. Die nordirische Democratic Unionist Party (DUP), die im britischen Parlament eine wichtige Rolle spielt, hatte sich vehement gegen jegliche Änderung gestemmt. DUP-Chefin Arlene Foster sprach am Montag von einem «sehr traurigen Tag» und von einem «Affront gegen Menschenwürde und Menschenleben».

Arlene Foster descends the steps of Stormont Parliament buildings in Belfast, Northern Ireland, Monday Oct. 21, 2019.  Some members of the Stormont Assembly will sit for the first time in two-and-half years, with members wishing to protest against changes to Northern Ireland's abortion laws, which will change Tuesday.  Parliament in London amended abortion and same sex marriage laws, to end the near blanket prohibition in Northern Ireland that can only be altered by a full sitting of the Legislative Assembly.  (Niall Carson/PA via AP)

Arlene Foster ist enttäuscht von Beschluss: Es sei ein «Affront gegen Menschenwürde und Menschenleben». Bild: AP

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International feierte dagegen den «Beginn einer neuen Ära für Nordirland». Das Ende der bisherigen «unterdrückenden Gesetze» sei ein historischer Moment. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ich hol jetzt das Schwein 22.10.2019 09:35
    Highlight Highlight Es ist tragisch, dass diese DUP nicht nur nicht schon längst verboten wurde, sondern auch noch in die Regierung des VK eingebunden wurde. Dass sie, z.T. nur via Tara, Verbindungen zu Terrororganisationen wie UVF pflegte und mit grosser Wahrscheinlichkeit nach wie vor pflegt, ist wirklich kein Geheimnis. Auch, dass sie, wie dieses Thema hier zeigt, eine erzkonservative Politik betreibt, ist nicht neu. Gegenüber der DUP sind die Tories richtiggehend progressiv.
  • Rechthaberwoman 22.10.2019 08:32
    Highlight Highlight Ein trauriger Tag..wow. Gleichverechtigung und Selbstbestimmung sind also traurig und etwas, wogegen mn ankämpfen muss. Und sowas kommt von einer Frau! Manchmal schäme ich mich für mein Geschlecht..
  • michiOW 22.10.2019 07:29
    Highlight Highlight Versuchen die Nordiren wirklich, seit zwei Jahren eine Regierung zu bilden!?
    • goschi 22.10.2019 08:08
      Highlight Highlight sie haben seit zwei Jahren den Auftrag, aber versuchen tun sie es eigentlich nicht.
      Hauptgrund sind die dogmatischen grossen Parteien in Nordirland, die sich eben wie auch hier gegen Vernunft und für "niemals nie, war schon immer so" stehen.

      Das schöne, da es keine Regierung gibt, kann auch kein Scheiss gebaut werden :D
    • Ich hol jetzt das Schwein 22.10.2019 08:54
      Highlight Highlight Ja, das ist so. Ähnlich wie in Afghanistan ist es halt schwierig eine Regierung zu bilden, wenn die, in diesem Fall evangelisch-christlichen, Taliban eine gewichtige Rolle spielen.

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