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Body Diversity: Londoner Fashion Week setzt Gegentrend zu Size Zero

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Londoner Fashion Week 2026

Model Laura Lekysha präsentiert Mode von Karoline Vitto auf der Londoner Fashion Week 2026.

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Body Diversity gibt es doch noch: Londoner Fashion Week setzt Gegentrend zu Size Zero

23.02.2026, 20:2623.02.2026, 20:26

Nachdem in den vergangenen Jahren in der Modebranche zunehmend auf Diversität und Body Positivity gesetzt wurde, drehte sich dieser Trend in den letzten Monaten wieder. Als Folge des #Skinnytok-Trends auf Social Media tauchten auch auf Laufstegen vermehrt sehr dünne Models auf – kurvigere Körper sah man etwa an der Berliner Fashion Week Anfang Februar so gut wie gar nicht.

Auf der Londoner Fashion Week feierten vielfältige Körpertypen nun ein Comeback. Designerinnen wie Karoline Vitto, Phoebe English und Sinead Gorey präsentierten in den letzten Tagen Mode für diverse Grössen bis hin zu Plus Size auf dem Laufsteg.

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Londoner Fashion Week 2026

Model Laura Lekysha präsentiert Mode von Karoline Vitto auf der Londoner Fashion Week 2026.

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Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund von Expertenwarnungen, wonach frühere Fortschritte in der Modebranche durch eine Rückkehr zum Schlankheitsideal gefährdet sind. Laut Vogue Business hätten Plus-Size-Models im vergangenen Jahr nur 0,9 Prozent der Damenkollektionen bei den Shows in New York, London, Mailand und Paris ausgemacht.

«Wo sind all die kurvigen Models hin?», fragt Modedesignerin Karoline Vitto im Gespräch mit dem «Guardian». Sie wolle dem Schlankheitstrend durch ihre Shows entgegenwirken. Daher habe sie Models ausgewählt, die «unsere Grössenvielfalt widerspiegeln, damit die Zuschauer verstehen können, wie die Kleidungsstücke an ihnen aussehen würden, wenn sie ebenfalls diese Grösse hätten». Vitto fügt hinzu:

«Wir haben Models mit unterschiedlichen Körperproportionen. Manche haben eine grosse Oberweite. Manche haben breitere Hüften. Manche haben eine kleinere Oberweite und breitere Hüften. Manche haben breitere Schultern. Das klingt simpel, ist aber auf dem Laufsteg normalerweise nicht zu sehen.»

Als eher unbekanntes Label könne Vitto keine etablierten Models bezahlen. Viele ihrer Models übernähmen daher selbst die Kosten, um Vitto in ihrem Vorhaben zu unterstützen.

Die Designerin Phoebe English setzte ebenfalls auf Diversität bei ihrer Fashionshow. Als Models wählte English etwa ihre Mutter und die Schriftstellerin Aja Barber aus.

Die Casting-Direktorin Emma Matell, zu deren Klienten unter anderem Tom Ford und Vivienne Westwood gehören, findet es zwar grossartig, dass sich einige Nachwuchsdesignerinnen und -designer für Körpervielfalt einsetzten. «Wir sehen so viel Inklusion von der neuen Generation von Designern. Sie alle tun ihr Bestes im Rahmen ihrer Möglichkeiten, auch mit begrenzten Budgets», sagt Matell. Der Wandel müsse jedoch auch von der Spitze kommen.

Matell fügt hinzu, dass aufstrebende Designer sich an Luxusmodehäusern orientierten. Grosse Modehäuser hätten keine Anstrengungen unternommen, was sich auch auf untere Ebenen auswirke. «Sie geben das Beispiel dafür, was für jüngere Marken als sicher und kommerziell rentabel gilt. Sie sagen damit: Das ist Luxusmode, und so sieht ein Luxusmodel aus.» (hkl)

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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what_else?
23.02.2026 21:12registriert April 2020
Gut! Aber dürfen sie nicht lächeln?
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Sändala
24.02.2026 06:05registriert Mai 2023
Als natürlich schlanke Person fühle ich mich durch den Begriff „Size Zero“ ehrlich gesagt angegriffen und pauschal abgestempelt. Heute spricht man so viel von Respekt und Vielfalt – aber offenbar gilt das nicht für alle Körperformen gleich. Über Schlanke darf man spöttisch urteilen, während Kritik in die andere Richtung sofort tabu ist. Mit echter Fairness oder Body Positivity hat das für mich wenig zu tun.
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Es_gaht_mi_ja_nüt_a_aber…
24.02.2026 06:13registriert Dezember 2023
Icv denke es ist ne feine Gratewanderung endlich beteit zu sein vom magersüchten Schönheitsbild wegzukommen und Models anzustellen die ein gesundes Gewicht haben ohne dabei ins übergewiwchtige zu schwappen was genauso ungesund ist und nicht als normalbild gefeiert werden sollte.
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