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Freddy McConnell möchte nicht als Mutter seines Kindes gelten.
Freddy McConnell möchte nicht als Mutter seines Kindes gelten.screenshot: youtube/sky news

Trans-Mann gebärt Kind und will dann nicht Mutter, sondern Vater sein

Er ist der erste bekannte Transgender-Mann in Grossbritannien, der ein Kind zur Welt gebracht hat. Gemäss Geburtsurkunde gilt der Mann als Mutter des Kindes - er würde jedoch lieber dessen Vater sein.
30.04.2020, 16:33

Freddy McConnell wurde als Frau geboren. Nach der Geburt seines Kindes im Jahr 2018 entscheid er sich aber dazu, sein Geschlecht legal zu ändern - er wollte von nun an als Mann leben. Zusätzlich will er von da an nicht mehr als Mutter für sein Kind gelten, sondern als Vater.

Bereits im September berichtete Sky News über den Fall, doch nun wurde vom obersten Gerichtshof eine Entscheidung getroffen.

Sein Wunsch wurde nicht erfüllt

Auf seine Bitte, als Vater zu gelten, antwortete das General Register Office, welches für die Verwaltung von Geburten und Todesfälle in England und Wales zuständig ist, dass ein neues Gesetz des Parlaments erforderlich sei, um seine Rolle als Elternteil selbst ändern zu können.

McConnell fühlte sich gemäss Sky News nicht ernst genommen und sieht dies als Verletzung seiner Rechte als Mensch. Sie würden ihn zwingen, als Mutter seines Kindes zu gelten, wo er doch offensichtlich dessen Vater sei. Er leitete daraufhin rechtliche Schritte gegen das General Register Office ein.

Sir Andrew McFarlane, Präsident der Familienabteilung des High Court, sagte, dass Menschen, die gebären, legal die Mutter ihres Kindes seien, unabhängig von ihrem Geschlecht, und fügte hinzu, dass es einen «wesentlichen Unterschied zwischen dem Geschlecht einer Person und ihrem Status als Elternteil gebe».

McConnell zog den Fall an den obersten Gerichtshof.
McConnell zog den Fall an den obersten Gerichtshof.screenshot: youtube/sky news
«Wir haben zum Beispiel keine Ahnung, ob alle Transmänner die Verwendung des Wortes ‹Mutter› ablehnen, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben»
Kommentar des obersten Gerichtshofs in England und Wales

Das Urteil des Gerichtshof war nicht im Sinne von McConnell

Daraufhin zog McConnell den Fall an den obersten Gerichtshof. Das Urteil war ernüchternd: Sie bestätigten das ursprüngliche Urteil des High Court. Nach dem Gerichtshof lägen für diesen Fall zu wenige Beweise vor, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Das Parlament könne Lobbyarbeit leisten und so die Information von möglichst vielen Menschen, die davon betroffen sind, einholen und somit eine Reform erwirken.

«Wir haben zum Beispiel keine Ahnung, ob alle Transmänner die Verwendung des Wortes ‹Mutter› ablehnen, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben», sagten sie. «Darüber hinaus haben wir keine Beweise dafür, wie sich andere Mitglieder der Gesellschaft fühlen würden, wenn sie in der Geburtsurkunde ihres Kindes nicht mehr als Mutter oder Vater, sondern einfach als ‹Elternteil 1› und ‹Elternteil 2› bezeichnet werden würden.»

Aus der Sicht der Richter sei dies ein «ungeeigneter Fall für eine gerichtliche Entscheidung» und übergab die Verantwortung somit ans Parlament.

(cki)

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64 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MarGo
30.04.2020 16:43registriert Juni 2015
Wenn seine Umwandlung vollständig gewesen wäre, würde ich ihn ja irgendwie verstehen, aber solange Gebärmutter etc. noch da sind und er ein Kind gebähren kann, verstehe ich "Mutter" als eingetragenes Elternteil viel eher, als "Vater"...
Das biologische ist hier doch ausschlaggebend...
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Papa Swappa
30.04.2020 17:03registriert September 2015
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn ein Mensch sein Geschlecht ändern lässt, aber das ist unsinniger Gugus.
Das Kind soll ihn doch einfach "Papa" nennen, dem Kind ist doch egal, was in irgendeinem Papier steht, das interessiert nur, ob er ein guter Papa ist.
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insert_brain_here
30.04.2020 17:42registriert Oktober 2019
Für ein Präzedenzurteil ist der Fall wohl tatsächlich nicht geeignet, darum ist es korrekt, dass die Richter die Frage an die Legislative weiterleiten.

Mich würde interessieren, ob die Unterscheidung Mutter/Vater rechtlich einen Unterschied ausmacht. Hat eine Mutter gegenüber dem Kind andere Rechte oder Pflichten als ein Vater? Ansonsten wäre die Änderung an der Urkunde ziemlich trivial: "X Kind von Y und Z"
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