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Grossbritannien

Regierung verweigert Kanye West die Einreise nach Grossbritannien

Britische Regierung verweigert Kanye West die Einreise – Wireless Festival abgesagt

Die britische Regierung verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise in das Vereinigte Königreich. Die Entscheidung folgt auf die Debatte über geplante Auftritte des 48-Jährigen bei einem Festival in London in diesem Sommer.
07.04.2026, 14:4707.04.2026, 15:54

Skandalrapper Kanye West darf nicht nach Grossbritannien einreisen. Sein Antrag auf Einreise wurde vom der Regierung verweigert, wie das britische Innenministerium gegenüber BBC erklärte. Die Begründung sei, dass seine Anwesenheit dem Gemeinwohl nicht förderlich wäre.

Ye, the rapper formerly known as Kanye West, leaves federal court during the trial of Sean "Diddy" Combs in New York, Friday, June 13, 2025. (AP Photo/Larry Neumeister)
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Kanye West darf nicht nach Grossbritannien reisen.Bild: keystone

Kanye West hätte im Sommer beim Wireless Festival (10. bis 12. Juli) im Finsbury Park auftreten sollen. Nach der Ankündigung waren in Grossbritannien Forderungen nach einem Einreiseverbot laut geworden, unter anderem von der Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als «zutiefst besorgniserregend» bezeichnet. Sponsoren hatten sich von dem Festival zurückgezogen.

Die Organisatoren ziehen nun Konsequenzen: Das Wireless Festival findet in diesem Jahr nicht statt. Das gaben sie auf Instagram bekannt. Sie sähen sich aufgrund der Entscheidung der britischen Regierung gezwungen, die Veranstaltung abzusagen. Die Ticketpreise werden vollumfänglich zurückerstattet.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hatte der Rapper, der unter dem Namen Ye firmiert, am Montag eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) beantragt. Die Entscheidung, diese nicht zu genehmigen, fiel demnach mit der Begründung, dass seine Anwesenheit dem öffentlichen Wohl nicht dienlich wäre.

West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel «Heil Hitler» veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im «Wall Street Journal» um Entschuldigung gebeten. «Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit», schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äusserungen auf eine bipolare Störung zurück. Kurz vor der Entscheidung des Innenministeriums hatte er seinen Wunsch übermittelt, sich mit der jüdischen Gemeinde in London zu treffen.

«Ich weiss, dass Worte nicht ausreichen», hatte der 48-Jährige in einer Stellungnahme gesagt. Er müsse durch Taten zeigen, dass er sich verändert habe. Er habe die Diskussion verfolgt, sagte West. «Mein einziges Ziel ist es, nach London zu kommen und ein Zeichen des Wandels zu setzen - indem ich durch meine Musik Einheit, Frieden und Liebe vermittle.» Er wäre «dankbar für die Möglichkeit», sich persönlich mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich zu treffen. «Um zuzuhören», sagte West.

Diskussionen über das Osterwochenende

Das Wireless Festival sollte vom 10. bis zum 12. Juli im Finsbury Park ausgerichtet werden. West war für alle drei Abende als Headliner geplant. Die Entscheidung zur Absage fiel nicht einmal eine Stunde, nachdem erste Medien über die Einreiseverweigerung berichtet hatte. In den vergangenen Tagen war Ye weiterhin als Headliner aufgeführt worden. Die Organisatoren hatten die Buchung des Rappers zudem verteidigt.

Was West in der Vergangenheit über Juden und Adolf Hitler gesagt habe, «ist für mich genauso abscheulich wie für die jüdische Gemeinschaft, den Premierminister und andere, die sich dazu geäussert haben - und, wenn man ihn beim Wort nimmt, inzwischen auch für Ye selbst», hatte Melvin Benn, Geschäftsführer von Festival Republic, in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur PA geschrieben. Die Musik des Rappers werde in Grossbritannien im Radio gespielt und sei über Livestreams und Downloads verfügbar.

Die Forderung nach einem Einreiseverbot war über das Osterwochenende laut geworden, unter anderem von der Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism. Grossbritannien kämpft seit längerer Zeit mit antisemitischen Verbrechen, zuletzt waren vier Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes angezündet worden. Die Ermittlungen laufen. (dab/sda/dpa)

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10 Kommentare
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Reinhard51
07.04.2026 15:31registriert November 2025
Gute Entscheidung.
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Gina3
07.04.2026 15:18registriert September 2023
“ Sponsoren hatten sich von dem Festival zurückgezogen.”

Am Ende zählt nur eine Sprache: die des Geldes. Zieht sich das Kapital zurück, wird auch dem beleidigendsten Künstler Einhalt geboten – nicht aus moralischen Gründen, sondern aus Kalkül.
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