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Grossbritannien

Britische Regierung will Asylregeln drastisch verschärfen

Britain's Prime Minister Keir Starmer, left, and Home Secretary Shabana Mahmood attend their visit to Peacehaven Mosque in Peacehaven, England, in Oct. 23, 2025. (Peter Nicholls/Pool Photo via AP ...
Der britische Premierminister Keir Starmer und Innenministerin Shabana Mahmood.Bild: keystone

Britische Regierung will Asylregeln drastisch verschärfen

Grossbritanniens sozialdemokratische Regierung will die Asylgesetze des Landes drastisch verschärfen.
16.11.2025, 06:2116.11.2025, 15:03

In einem Zeitungsinterview kündigte Innenministerin Shabana Mahmood eine Rede im Unterhaus des Parlaments am Montag an, bei der sie Reformpläne zur «umfassendsten Änderung des Asylsystems seit Jahrzehnten» vorstellen werde. Damit stellt sie sich gegen Abgeordnete des linken Labour-Flügels, die einen Rechtsruck ihrer innenpolitisch unter grossem Druck stehenden Partei befürchten.

Mahmood will die 2005 – also 15 Jahre vor dem Brexit – unter EU-Recht eingeführte staatliche Pflicht zur Unterstützung von Asylbewerbern abschaffen. Wer prinzipiell in Grossbritannien arbeiten und seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann, es aber dennoch nicht tut, würde gemäss der geplanten Reform seinen gesetzlich garantierten Anspruch auf Unterbringung und finanzielle Beihilfen verwirken. Gleiches soll für Asylbewerber gelten, die Gesetze brechen.

Härtere Regeln für Neuankömmlinge

Die verschärften Regeln sollen nicht für Menschen gelten, die bereits in Grossbritannien leben, sondern nur für Neuankömmlinge. Wer fortan illegal ins Land kommt, soll frühestens nach 20 Jahren dauerhaftes Aufenthaltsrecht gewährt bekommen – und auch nur dann, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind und zum Beispiel keine Vorstrafen vorliegen. Bislang gab es diese Möglichkeit schon nach fünf Jahren.

Ziel sei es, Grossbritannien nach dem Vorbild Dänemarks weniger attraktiv für illegal per Boot oder Lastwagen über den Ärmelkanal kommende Migranten zu machen und Abschiebungen zu erleichtern, sagte Mahmood der «Sunday Times».

«Damit wollen wir eine Botschaft an diese Menschen richten: Kommt nicht als illegale Migranten ins Land, steigt nicht in ein Boot.»

Rechtspopulisten treiben Regierung vor sich her

In Grossbritannien führt die mit Anti-Einwanderungs-Parolen punktende Partei Reform UK des rechtspopulistischen Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage derzeit alle Umfragen an. Labour-Premierminister Keir Starmer reagiert darauf, indem er die Rhetorik der Rechten teils übernimmt und ankündigte, er werde das «Experiment der offenen Grenzen beenden» und das «unwürdige Kapitel» der illegalen Zuwanderung schliessen. Bisher hat dies seine Partei in den Umfragen allerdings nicht nach vorn gebracht. Die nächste Parlamentswahl steht 2029 an. (sda/dpa)

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49 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schneider Alex
16.11.2025 06:59registriert Februar 2014
Die haben was gemerkt! Wie lange dauert das noch in der Schweiz?
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naturwald
16.11.2025 07:32registriert Oktober 2023
Gemäss Artikel wollen die britischen "Sozialdemokraten" nun von der dänischen Regierung lernen wie man den rechten Parteien punkto Immigration den Wind aus den Segeln nehmen kann. Wäre wohl auch für unsere Sozialdemokraten mal ein paar Gedanken wert.
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Horst-Rüdiger
16.11.2025 11:15registriert März 2020
Es geht hier um nichts anderes als Angebot und Nachfrage. Um so schlechter das Angebot, desto weniger Nachfrage. Die meisten Flüchtlinge suchen sich das Land aus mit den besten Leistungen in Europa. Das hat Dänemark kapiert und nun auch England. Nur die Schweiz beruft sich noch auf seine humanitäre Tradition die aus einer Zeit stammt, als Flüchtlinge aus umliegenden Ländern an Leib und Leben bedroht waren.
Hier geht es um junge männliche Wirtschaftsflüchtlinge und da nützen keine gut überwachten Grenzen sondern einfach eine Reduktion des Angebotes.
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SVPler erhält Ehrendoktortitel in Russland – die Sonntagsnews
Martin Pfister und der Nachrichtendienst des Bundes warnen vor Terrorgefahr in der Schweiz und eine verurteilte Betrügerin lieferte die Idee für die Giacometti-Briefmarke der Post – die Sonntagsnews.
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