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Attentat in England: Abgeordnete in Leeds erschossen – Verdächtiger verhaftet

16.06.2016, 15:4116.06.2016, 19:44
Spurensicherung am Tatort<br data-editable="remove">
Spurensicherung am Tatort
Bild: JON SUPER/EPA/KEYSTONE

Die britische Parlamentsabgeordnete Jo Cox ist am Donnerstag in ihrem Wahlkreis nahe der nordenglischen Stadt Leeds umgebracht worden. 

Cox wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus von Leeds transportiert. Dort erlag sie ihren Verletzungen wenig später.

Der Vorfall ereignete sich gegen 13 Uhr in ihrem Wahlkreis in Birstall in der Nähe von Leeds im Norden Englands. Dort hatte die Politikerin zuvor in einer Bibliothek zu einer Bürgersprechstunde geladen. Die Polizei nahm den mutmasslichen Täter, einen 52-jährigen Mann, fest.

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Twitter-Bild der Festnahme des Verdächtigen.

Ein Augenzeuge sagte dem «Guardian», ein Mann sei auf die Politikerin losgegangen und habe sie bedrängt. Dann seien mindestens zwei Schüsse gefallen. Cox ging blutend zu Boden, dann habe der Attentäter weiter auf sie eingestochen und noch einmal auf sie geschossen. Die Kugel habe die Frau im Gesicht getroffen. Der «Telegraph» berichtet, der Angreifer habe dabei mehrfach «Britain first», «Grossbritannien zuerst», gerufen. «Britain First» ist auch der Name einer rechtsextremen Partei.

BBC berichtet über den Angriff.YouTube/BBC News

Die 41-Jährige sitzt seit 2015 für Labour im britischen Unterhaus. Dort vertritt sie den Wahlkreis Batley and Spen. Vorher arbeite sie unter anderem für die Hilfsorganisation Oxfam und die Bill und Melinda Gates Foundation.

Das Attentat ereignete sich genau eine Woche vor dem Brexit-Referendum in Grossbritannien. Cox trat in den vergangenen Wochen entschieden für den Verbleib ihres Landes in der EU ein. Zudem ist sie Chefin der überparteilichen Parlamentariergruppe «Friends of Syria». Sie hatte sich im vergangenen Jahr für eine Militärintervention gegen das Assad-Regime ausgesprochen.

Das Büro von Premierminister David Cameron teilte mit, man sei sehr betroffen wegen des Angriffs. Die Gedanken seien mit der Familie der Politikerin. Labour-Chef Jeremy Corbyn sagte, er sei «tief geschockt». Cox ist Mutter zweier Kinder.

Sowohl die Kampagne für den Brexit als auch die Befürworter des britischen Verbleibs in der EU haben ihren Wahlkampf für den Rest des Tages abgebrochen. Cameron sagte einen für Donnerstag geplanten Auftritt in Gibraltar hat.

(sda/reu)

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56 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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-woe-
16.06.2016 19:37registriert Dezember 2015
Es ist salonfähig geworden, den politischen Gegner als heimatmüde, Landesverräter, Heimatverkäufer, rote Ratte etc. zu beschimpfen.
Es wird auch in der Schweiz der Tag kommen, wo jemand zur Waffe greift. "Wer lange genug hetzt, wird jemanden finden, der zur Tat schreitet." Natürlich werden uns dann die entsprechenden Hetzer erklären, man habe niiie jemanden zur Tat aufgefordert, niiie überhaupt daran gedacht, dass jemand Ernst macht und trage keinesfalls irgendwelche Verantwortung.
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Monti_Gh
16.06.2016 20:49registriert Dezember 2014
Ein Terroranschlag auf die freiheitlich-demokratische Gesellschaft
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phreko
16.06.2016 19:00registriert Februar 2014
Ist die EU wirklich so schlimm, dass man über Leichen gegen muss?
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