International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Demonstrators protest outside the Turkish consulate in Rotterdam, Netherlands, March 11, 2017.     REUTERS/Yves Herman

Ein türkischer Pro-Erdogan-Demonstrant zeigt in Rotterdam den Gruss der «Grauen Wölfe». Wem werden solche Bilder nützen – Rütte oder Wilders? Bild: YVES HERMAN/REUTERS

In Holland liegen die Nerven blank: Profitiert Wilders jetzt vom Streit mit Erdogan?



Die Sache eskalierte schnell: Nach einem kurzen Vorgeplänkel kam es am vergangenen Samstag innerhalb von wenigen Stunden zu einer diplomatischen Krise zwischen den Niederlanden und der Türkei. Wüste Szenen spielten sich in Rotterdam ab, als die Polizei die eigens aus Deutschland angereiste türkische Familienministerin aus dem Land spedierte und danach eine Demonstration von türkischen AKP-Anhängern gewaltsam auflöste.  

Animiertes GIF GIF abspielen

Gif: giphy

Der Streit zwischen den beiden NATO-Ländern kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Niederländer wählen am 15. März ein neues Parlament. In der Türkei findet einen Monat später auf Betreiben der Regierungspartei AKP ein Verfassungsreferendum über die Einführung eines Präsidialsystems statt. Dessen Annahme würde Präsident Erdogan eine Machtfülle verschaffen, die Kritiker als diktatorisch bezeichnen. 

Wilders treibt Rutte vor sich hin

Die Entscheidung des niederländischen Kabinetts, so kurz vor den Wahlen keine Auftritte von türkischen Ministern im Land zu gestatten, erscheint durchaus verständlich. Der Wahlkampf in dem Land kreist in hohem Masse um Fragen der Immigration und Integration – Themen, mit denen Geert Wilders die Regierung vor sich her treibt. Der Rechtspopulist hätte der Regierung jeden Auftritt eines türkischen Ministers als Rückgratlosigkeit angelastet – wie in diesem Tweet vom Samstag:  

«Türkischer Minister kommt heute also doch einfach nach Rotterdam. Unglaublich. Rutte kann nicht einmal einen einzigen Türken aufhalten. Was für ein Schlappschwanz.» 

Wilders, der seine PVV («Partij voor de vrijheid») als Ein-Mann-Partei führt, verfolgt ein politisches Programm, das jenes von US-Präsident Donald Trump harmlos erscheinen lässt: sofortiger Immigrationsstopp für Muslime, Moscheen schliessen, den Koran verbieten. Erst vor kurzem verurteilte ein Amsterdamer Gericht den Politiker wegen diskriminierender Äusserungen über die marokkanische Bevölkerungsgruppe in den Niederlanden.  

Rutte überholt Wilders

Solche radikalen Forderungen sind in den Niederlanden nicht mehrheitsfähig. Dennoch kommt die PVV gemäss den letzten Umfragen auf 22 von 150 Sitzen im Parlament – das wäre ein Zuwachs von 7 Sitzen. Lange waren es sogar noch deutlich mehr; erst in den letzten Wochen wurde die Partei von der rechtsliberalen VVD («Volkspartij voor Vrijheid en Democratie») mit 24 Sitzen auf den zweiten Platz verwiesen. 

Trotz dieser Erholung muss die VVD von Premierminister Mark Rutte fast mit einer Halbierung ihrer 41 Mandate rechnen. Den Sozialdemokraten der PvdA («Partij van de Arbeid»), dem Juniorpartner in der Regierungskoalition, droht gar ein Absturz in den einstelligen Bereich.

Dagegen schliessen die Christdemokraten vom CDA («Christen Democratisch Appèl») wieder zum Spitzenduo auf: Sie kommen laut der letzten Umfrage auf 22 Sitze. Auch die Grünen und die Sozialisten befinden sich demnach im Aufwind. 

«Jahrelang wollte sich Premier Rutte nicht vom Regime in Ankara provozieren lassen. Aber ein paar Tage vor den Wahlen war das Mass voll. Und das kommt ihm sehr gelegen.»

«Algemeen Dagblad»

Wer profitiert am meisten?

Doch alle diese Umfragen wurden vor den dramatischen Szenen vom letzten Samstag durchgeführt. Wer kann vom Konflikt mit der Türkei am meisten profitieren – Premier Rutte? Oder doch Rechtsausleger Wilders?

Mit seiner harten Haltung gegen Erdogan hat Rutte wohl zusätzlich Boden gut gemacht. Die niederländischen Medien sehen den Premierminister mehrheitlich als Gewinner. So schreibt das Algemeen Dagblad: «Jahrelang wollte sich Premier Rutte nicht vom Regime in Ankara provozieren lassen. Aber ein paar Tage vor den Wahlen war das Mass voll. Und das kommt ihm sehr gelegen.»

«Trouw» kommentiert: «Kurz vor den Wahlen erntet Premier Rutte Lob mit seiner Haltung gegenüber der Türkei.» Und nrc.nl stellt fest, der Konflikt zwischen der Türkei und den Niederlanden wirke sich auf jeden Fall vorteilhaft für Rutte und Erdogan aus. 

epa05844702 Dutch Prime Minister Mark Rutte supports runners of the CPC Run in The Hague, The Netherlands, 12 March 2017. Rutte is campaigning with his party, the VVD, for the Dutch national elections that will take place on 15 March.  EPA/BAS CZERWINSKI

Profiteur des Streits mit Erdogan: Premier Rutte. Bild: EPA/ANP

Eine Umfrage des Instituts Maurice de Hond vom Sonntag zeigt, dass die Niederländer Ruttes Vorgehen mit überwältigender Mehrheit (86%) gutheissen. Aus der gleichen Umfrage geht aber auch hervor, dass die Befragten beim Thema Immigration und Integration von allen Parteien der PVV von Wilders am meisten zutrauen. 20 Prozent sind dieser Meinung, während Ruttes VVD im Vergleich dazu nur auf 13 Prozent kommt.   

Werden die «Nederturken» DENK wählen?

Dass Rutte der einzige Profiteur des Streits mit der Türkei sei, behauptet der Chef der kleinen Partei DENK, Tunahan Kuzu. Der türkischstämmige Politiker gründete die Partei, die als AKP-nah gilt, nachdem er aus der PvdA-Fraktion geworfen worden war. 

«Diese Eskalation ist unerhört und hilft niemandem ausser #Rutte, der wegen den Wahlen versucht, #Wilders Wähler abzujagen.»

Möglicherweise kann aber auch Kuzu selbst von der aufgeheizten Stimmung profitieren. Von den knapp 400'000 «Nederturken», der grössten Migrantengruppe in den Niederlanden, besitzen rund drei Viertel die doppelte Staatsbürgerschaft. Viele von ihnen hegen Sympathien für die AKP – und könnten sich unter dem Eindruck des Streits mit der Türkei von den etablierten Parteien abwenden und ihre Stimme DENK geben. 

epa05811025 Tunahan Kuzu (R) and Selcuk Ozturk (L) of Dutch DENK Party pose at the Binnenhof in The Hague, The Netherlands, 23 February 2017. DENK leader Tunahan Kuzu accused Dutch doctors of discriminating against people with a non-Western background. In a live stream on Facebook, Kuzu said on 22 February that the Dutch healthcare system is quicker to pull the plug on elderly immigrants. DENK is led by a multicultural group of candidates seeking to combat xenophobia and racism in the Netherlands.  EPA/BART MAAT

Gründer der Partei DENK: Kuzu (r.) und sein Mitstreiter Selçuk Öztürk.  Bild: EPA/ANP

Kann Wilders die Lage weiter anheizen?

Die grosse Frage aber lautet, ob es Wilders selbst gelingt, aus der diplomatischen Krise Profit zu schlagen. Es ist gut möglich, dass die Wähler aufgrund der Geschehnisse vom Samstag das Thema Immigration und Integration stärker gewichten werden als zuvor – und das dürfte Wilders nützen.

Diesen Montagabend trifft er in der ersten grossen TV-Debatte auf Rutte. Vermutlich wird er in den letzten Tagen des Wahlkampfs versuchen, den Streit mit der Türkei weiter anzuheizen. Er wird auch mit Sicherheit die «Nederturken» als Erdogans fünfte Kolonne qualifizieren. Damit könnte er die Verluste der letzten Wochen eventuell wieder gut machen. 

Dutch far-right politician Geert Wilders of the PVV Party is surrounded by security during his campaign for the Dutch election, in Breda, Netherlands, March 8, 2017.  REUTERS/Yves Herman

Seit Jahren unter Polizeischutz: PVV-Chef Wilders. Bild: YVES HERMAN/REUTERS

Wilders wird zudem versuchen, Ruttes Entschlossenheit in Frage zu stellen: Nach den Wahlen werde der Premier – der in der Tat von Deeskalation spricht – wieder vor Ankara kuschen. Auch CDA-Chef Sybrand van Haersma Buma greift Rutte deswegen an. «Ich will, dass Rutte standhaft bleibt», sagte er am Sonntag in einer TV-Sendung.

Sybrand Buma, leader of the centre-right Christian Democratic Appeal (CDA) poses in Amsterdam, Netherlands March 13, 2017. REUTERS/Cris Toala Olivares

«Ich will, dass Rutte standhaft bleibt»: CDA-Chef Buma.  Bild: CRIS TOALA OLIVARES/REUTERS

Keiner will mit Wilders koalieren

Indes kann auch ein deutlicher Sieg der PVV Wilders nicht ins Amt des Premierministers hieven. Da alle anderen grossen Parteien eine Koalition mit der PVV kategorisch ausgeschlossen haben, müsste er dafür die absolute Mehrheit holen – was schlicht undenkbar ist.

Immerhin müsste Wilders aber, falls seine PVV die stärkste Partei wird, mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Auch wenn er dies vermutlich ausschlagen würde, wäre ein solcher Erfolg Wasser auf die Mühlen der europäischen Rechtspopulisten. 

Türkei vs. Holland

In Holland liegen die Nerven blank: Profitiert Wilders jetzt vom Streit mit Erdogan?

Link zum Artikel

«Faschisten!», «Bananenrepublik!» Streit zwischen Holland und Türkei eskaliert dramatisch

Link zum Artikel

Erdogan: «Das sind Faschisten!» – Jetzt reagieren auch Schweden und Dänemark

Link zum Artikel

Velofahrerin stirbt nach Kollision in Zürich

Link zum Artikel

Türkei vs. Holland

In Holland liegen die Nerven blank: Profitiert Wilders jetzt vom Streit mit Erdogan?

65
Link zum Artikel

«Faschisten!», «Bananenrepublik!» Streit zwischen Holland und Türkei eskaliert dramatisch

205
Link zum Artikel

Erdogan: «Das sind Faschisten!» – Jetzt reagieren auch Schweden und Dänemark

205
Link zum Artikel

Velofahrerin stirbt nach Kollision in Zürich

20
Link zum Artikel

Türkei vs. Holland

In Holland liegen die Nerven blank: Profitiert Wilders jetzt vom Streit mit Erdogan?

65
Link zum Artikel

«Faschisten!», «Bananenrepublik!» Streit zwischen Holland und Türkei eskaliert dramatisch

205
Link zum Artikel

Erdogan: «Das sind Faschisten!» – Jetzt reagieren auch Schweden und Dänemark

205
Link zum Artikel

Velofahrerin stirbt nach Kollision in Zürich

20
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

74
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

72
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

111
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

104
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

40
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

165
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

74
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

72
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

111
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

104
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

40
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

165
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

65
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
65Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hugh_Idiyit 14.03.2017 09:47
    Highlight Highlight Ich bin nur hier, weil ich den Halben Leonardo Di Caprio im Bild gesehen habe...
    • Hugh_Idiyit 14.03.2017 13:29
      Highlight Highlight Ist das etwa nicht der halbe Leo in alt?
      Benutzer Bild
    • Hugh_Idiyit 14.03.2017 13:30
      Highlight Highlight ?? :)
      Benutzer Bild
  • ujay 14.03.2017 04:40
    Highlight Highlight Wilders kann die Wahlen gewinnen. Wird aber mangels Qualitionspartnern nie an die Macht kommen. Bedenklich ist nur, dass er nur durch eine Phalanx von Rutte und Co daran gehindert wird; ein Konglomerat von rechten Parteien, konservativ bis in die Haarspitzen. Europa, es wird langsam düster. Dasselbe Szenario droht in anderen europ. Staaten. Vielleicht brauchts mal eine harte Lektion für die ewigen Nörgler, damit diese sich nachher wieder nach einer sozialen Marktwirtschaft sehnen. Gruss aus Übersee von einem Ausgewanderten.
    .
    • Froggr 14.03.2017 06:51
      Highlight Highlight Das finde ich eine extrem bedenkliche Aussage. Es gibt Gründe dafür, dass momentan so gewählt wird. Wenn man nun einfach sagt, dass man denen "beibringen" soll, wie sie abzustimmen haben, dann ist dies tatsächlich vergleichbar mit Diktatorischen Mitteln.
    • Karl Marx 14.03.2017 08:05
      Highlight Highlight Offenbar hat die bisherige Regierung versagt, ansonsten würde ja kaum so gewählt.
    • ujay 14.03.2017 11:00
      Highlight Highlight @Froggr.Falsch. Wenn Wähler in einem demokratischen Staat per Abstimmung Figuren wie Wilders als Mehrheitsfähig halten und die Demokratie damit abschaffen, bringen die sich das schon selber bei. Mit den Konsequenzen müssen soe dann selber fertig werden und ich gönne es jedem einzelnen, der für Wilders und Co gestimmt hat. Dummheit wird bestraft. Leid tun mir die überlegten Wähler, die noch 1+1 zusammenzählen können und gegen Wilders gestimmt haben.
      @was ist das für 1 life....keine demokratische Regierung wird je so versagen wie eine Faschistenpartei .....oder siehst du Holland als Experiment?
  • Kookaburra 14.03.2017 01:03
    Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass die Niederländer schon vergessen haben, dass ihre zu liberale und übertriebene Immigrationspolitik, sie u.a. ihre Möglichkeit auf freie Meinungsäusserung gekostet hat. Irgendwas ist da zerbrochen, etwas ist verlorengegangen - wurde verschenkt.
    Der "internationale Sozialismus" ist leider in erster Linie ein Wohlstandskonstrukt der Überflussgeneration. Zu naiv, zu optimistisch. Die Folgeschäden gewaltig.
    Ich verstehe jeden, der noch retten will was geht.
    Wozu jeden Meter Land dem Meer abringen, wenn es dann Immigranten beanspruchen und die Nachkommen leer ausgehen?
    • FrancoL 14.03.2017 02:17
      Highlight Highlight Befasse Dich einmal ein wenig mit Geschichte dann kannst Du Deinen nachfolgenden Satz selbst versenken:
      "Der "internationale Sozialismus" ist leider in erster Linie ein Wohlstandskonstrukt der Überflussgeneration"
      Die Linke Internationale hat vermutlich für Deine Eltern soviel getan dass Du heute im Überfluss leben kannst und nun eine heiden Angst hast einen kleinen Teil davon zu verlieren.
      Es würde aber eine einfache Rechnung aus der Mittelstufe genügen um zu merken dass der Wohlstand verdammt ungleich verteilt ist und das hat wiederum nichts mit der Linken Internationalen zu tun.
  • Juliet Bravo 14.03.2017 00:46
    Highlight Highlight Wilders wird richtig aufgeblasen und übergross.
    Wir kennen das bestens hier in der Schweiz.

    • Froggr 14.03.2017 06:53
      Highlight Highlight Stimmt überhaupt nicht. Schau dir mal zuerst Interviews mit ihm an, bevor du hier rumlammentierst. Er wirkt für das, was er erreicht hat sehr bodenständig.
    • Juliet Bravo 14.03.2017 11:31
      Highlight Highlight Ich meinte mehr, dass man ihm viel zu viel Platz in den Medien gibt und ihn dadurch aufbläst und grösser macht als er ist.
    • Sheez Gagoo 15.03.2017 05:51
      Highlight Highlight Das liegt an den Herren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luki Bünger 14.03.2017 00:44
    Highlight Highlight Ach Kinder, mich erstaunt's immer wieder wie man so erstaunt sein kann ob der derzeitigen Lage.
    Es kam schlicht alles mit Ansage:
    Die westlichen Mächte haben jetzt knapp 8 Dekaden lang probiert die Welt zu ihren Gunsten zu richten. Die USA offensichtlich und plump, aber alle anderen dankbar in deren Fahrwasser und nicht minder determiniert.
    Innenpolitisch wurden die Kosten dieses hegemonialen Wunschdenkens in eigentlich jedem westlichen Land auf zwei Pfeiler verteilt: Dem Rücken der systemisch Schwachen und der Lethargie des gesättigten Mittelstandes.
    Die Konsequenz: Beide Bevölkerungsgruppen suchen nun ihr Heil abseits des Systems und im Extrem.
    Was tun?
    Die Demokratie, ursprünglich als beschwichtigendes, aber doch manipulierbares Element toleriert, muss eigentlich zum ersten Mal als solche bewirtschaftet werden. Und wie man an Beispielen von links bis rechts ablesen kann, ist der Umgang mit einem Mehrheitssystem für viele politische Eliten ein durchaus unbequemes Novum. Unsere Chance!
    • Juliet Bravo 14.03.2017 01:02
      Highlight Highlight Blödsinn. Die Demokratie musste immer verteidigt werden. Und in der Geschichte Europas und der Welt zeigt sich, dass es sich lohnt.
    • FrancoL 14.03.2017 01:04
      Highlight Highlight Ich glaube nicht dass das Mehrheitssystem nur für die politische Elite ein unbequemes Novum ist. Nein es ist für fast alle eine umbequeme Tatsache sonst würden man nicht so verbissen um Mehrheiten kämpfen und das tun nicht nur die "Eliten" sondern ganz viele von uns.
      Deine Reflexionen treffen sicherlich mehrheitlich zu, aber du vergeudest Zeit mit dem Versuch die politischen Eliten für den Schlamassel verantwortlich zu machen. Es ist der Schlamassel den die Macht"Gier angestellt hat und fast jeder von uns würde an der Macht ähnlich reagieren wie die von Dir so gescholtene Elite.
    • Luki Bünger 14.03.2017 01:34
      Highlight Highlight @Juliet Bravo:
      Ob Blödsinn oder nicht, die Demokratie in ihrer derzeitigen Verfassung und folgerichtig auch in der Form, für die du (und ich auch) gekämpft haben, funktioniert nicht für alle gleich. Oft gilt halt immer noch: "All animals are equal, but some animals are more equal than others". Und gerade weil unsere Art von Demokratie trotz allem K(r)ampf letzten Endes nur einem exklusiven Kreis von Leuten wirklich und nachhaltig geholfen hat, sehen wir uns mit einem inhärenten Attribut von Demokratie konfrontiert, sie darf sich nämlich per demokratischem Dekret selbst abschaffen.
      @FrancoL:
      War mein Kommentar in irgendeiner Form moralinsauer? Ich hoffe nicht. Habe ich die Elite des Elitarismus' beschuidigt? Bestimmt. Ob ich mich in gegebener Situation ähnlich verhalten würde, steht schlicht nicht zur Debatte. Ich bin nicht Teil der Elite period. Dein Argument ist purlauterer Whataboutism. Wärst du ein Kindergärtner mit entsprechender Veranlagung und dann kommt die Gier, da muss man ja ... einfach nur nein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • andersen 14.03.2017 00:11
    Highlight Highlight Xenophobie will not be tolerated, Geert Wilders an der Macht lassen? Das geht schief, er kann sich nicht beherrschen.
  • Sapere Aude 13.03.2017 23:44
    Highlight Highlight Kenne das niederländische Wahlrecht nicht, aber wie kann eine "ein Man Partei" auf 22 Sitze kommen? Zumindest eine kurze Erläuterung seitens Redaktion am Ende des Textes wäre noch spannend. Vereinigt Wilders diese Sitze dann allleine auf sich, oder hat er dann einfach 21 Bimbos die keine Parteimitglieder sind?
    • Daniel Huber 14.03.2017 00:31
      Highlight Highlight Geert Wilders ist Fraktionsvorsitzender, Parteipräsident und einziges Parteimitglied. Die derzeit 14 PVV-Abgeordneten neben Wilders sind daher keine Parteimitglieder. Das niederländische Recht erlaubt diese undemokratische Organisationsform. Verlangt wird nur, dass die Partei zwei Gründer (das sind Geert Wilders und die Stiftung Groep Wilders) sowie ein Mitglied (Geert Wilders) hat. Diese Organisation erlaubt Wilders, die absolute Kontrolle über die Partei zu behalten.
    • Sapere Aude 14.03.2017 06:20
      Highlight Highlight Danke vielmal für die Antwort :) kaum zu Glauben, dass dies so möglich ist.
  • Nathanael 13.03.2017 23:20
    Highlight Highlight Die Rechtsextremen schaukeln sich gegenseitig hoch: Trump, Baghdadi, Erdogan, Le Pen, Orban, Wilders, Duterte,... sie sind alle aus dem gleichen Holz geschnitzt. Warum nur fällt die halbe Welt wieder auf deren Bullshit rein, man weiss es doch eigentlich aus den Geschichtsbüchern...
    • Froggr 14.03.2017 06:56
      Highlight Highlight Man weiss doch aus den Geschichtsbüchern, dass man sichs mit dem Volk nicht verspielen sollte. Trotzdem hat man es in den letzten Jahren getan. Jetzt kommt dies zurück. Man weiss doch eigentlich aus den Geschichtsbüchern...
    • Nathanael 14.03.2017 08:45
      Highlight Highlight Da stimme ich dir voll und ganz zu Froggr. Man hat die Interessen der Leute jahrzehntelang ignoriert. Aber trotzdem: die "Rezepte" der Rechtsextremen machen die Sache nur noch übler, gerade eben für das "Volk". Und wereli wer sitzt im Übrigen in Trumps Kabinett: genau, Goldman Sachs Bankers...
  • Fischra 13.03.2017 22:45
    Highlight Highlight Wilders gibt sich als grosser Arier mit Niderländischen Wurzeln. Er verschweigt aber eisern dass er auch Indonesische Wurzeln hat und hat auch darum seine Hasre hell gefärbt obwohl diese eigentlich dunkel sind. Ansonsten ist er einfach ein primitiver Rechtsextremer der die Menschen zu manipulieren versucht und alle für dumm verkauft.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.03.2017 14:26
      Highlight Highlight Indonesien ist das Land mit den meisten Muslimen. Zufall?
      Vielleicht lässt sich seine ausgeprägte Islamophobie mit seiner Familiengeschichte erklären (Mutterkomplex/-Hass aus der Kindheit?).
  • http://bit.ly/2mQDTjX 13.03.2017 21:28
    Highlight Highlight Zwei Warnungen eines Ex-US-Generals:

    1. "Wer glaubt, ein Krieg in Europa sei unmöglich, der wird eine Überraschung erleben."

    2. "Wir werden für die Sicherheit viel mehr unserer zivilen Rechte aufgeben müssen, als wir uns das jemals vorstellen konnten."

    Er benennt Gefahren: Massenüberwachung, Meinungsmanipulation, Machtpolitik, neue (billige) Massenvernichtungswaffen, Cyberwar, asymetrische Konflikte.

    http://cco.ndu.edu/PRISM-6-3/Article/1020271/an-interview-with-stanley-mcchrystal/

    Nicht nur Türken profitieren von der Destabilisierung Europas.

    Die Welt scheint Krieg vorzubereiten. :/
    • Muster Mustermann 13.03.2017 21:40
      Highlight Highlight Alles klar Daniele Ganser.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 13.03.2017 21:45
      Highlight Highlight Ist das ein sachliches Argument, Muster Mustermann? Oder eine Verschwörungstheorie? Erklär!
    • Dirk Leinher 13.03.2017 22:48
      Highlight Highlight Dass die ach so humanitär orientierten NATO Kreise direkt auf einen Krieg hinarbeiten ist schlicht eine Tatsache, dies abzustreiten oder zu verharmlosen ist anscheinend Mode.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 13.03.2017 21:19
    Highlight Highlight Die Rechtsextremen leisten unseren Demokratien einen Bärendienst...
    Und sie geraten mit anderen Rechtsextremen in Konflikt, obwohl sie im Grunde ganz ähnlich funktionieren, denken und handeln, wie diese.
    Das heisst, die Rechtsextremen Nationalisten und (Kultur-) Rassisten sind nicht in der Lage, international zusammenzuarbeiten.
    Sie müssen immer jemanden finden, gegen den sie Krieg führen können!
    Je mehr Rechtsnationale an die Macht gelangen, desto näher kommen wir an einen 3. Weltkrieg...
    • Gleis3Kasten9 13.03.2017 21:36
      Highlight Highlight Wilders, Le Pen und Co sind seit Jahren unter- und miteinander vernetzt. Immerhin decken sich einige ihrer Ziele.
    • rodolofo 13.03.2017 22:19
      Highlight Highlight @ Gleis3Kasten9
      Sie bilden Kriegs-Allianzen gegen andere Kriegs-Allianzen.
      Da sie Nationalisten und Kultur-Rassisten sind, sind ihre Zweckbündnisse brüchig.
      Denn letztlich wird es die Uniformität und Homogenität, von der diese Leute träumen, nie geben können!
      Sobald aber Differenzen auftauchen, werden sie diese zum Anlass nehmen, einen Krieg zu beginnen, zuerst im Kleinen, dann auch im Grossen.
    • Luki Bünger 14.03.2017 00:11
      Highlight Highlight Kapiert @Stipps, du findest die Linken scheisse. Mal ganz unabhängig davon, würde mich aber wunder nehmen, wie du die derzeitige Lage einschätzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eifach_öpis 13.03.2017 21:19
    Highlight Highlight Wo steht eigentlich die EU?

    Mittlerweile ist doch die halbe Union mit der Türkei im Streit!
    • äti 13.03.2017 21:49
      Highlight Highlight Das ist Sache der Länder.
    • Juliet Bravo 13.03.2017 22:43
      Highlight Highlight Die EU darf ja keine Aussenpolitik machen. Sonst heisst es wieder: dieser Moloch, der sogar aussenpolitisch Stellung bezieht mimimi - viel zu stark - Unabhängigkeit - ...
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.03.2017 00:14
      Highlight Highlight Die Geiselaffäre wegen dem Gaddafi-Prügelknaben war auch Sache der Schweiz. Micheline Calmy-Rey konnte es allerdings geschickt zur Sache der EU machen. Sie vereinte die EU und scharte alle Schengen-Länder hinter die Interessen der Schweiz. Dadurch hat sie die zwei schweizer Geiseln befreit.

      Ich meine, das könnte eine Blaupause für einen geeinten europäischen Umgang mit dem Erdogan-Clan sein. Schliesslich erlaubt Schengen Einreisesperren, die dann für's ganze Schengen-Land gelten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tepesch 13.03.2017 21:13
    Highlight Highlight Wilders Parteistruktur zeigt deutlich, dass dieser Mann nichts von Demokratie hält.
  • Farson 13.03.2017 21:08
    Highlight Highlight Mir ist nicht so ganz klar wieso sich die Medien so um dieses Thema reissen. Ich kann diesen kleingeistigen Quatsch über "grosse" Männer mit ihrem kleinen Ego langsam nicht mehr lesen/hören. Die Türken haben offenbar die Regierung gewählt, die sie verdienen, sollen sie doch bitte auch selbst damit klarkommen. Ich hoffe auf die Vernunft der türkischen Stimmbürger, aber es liegt doch nicht an uns diese beeinflussen zu wollen - und während wir hier diesen Blödsinn medial breittreten, droht in Ostafrika die grösste Hungersnot seit 60 Jahren. Darüber liest man seltsamerweise praktisch gar nichts..
    • Spooky 13.03.2017 23:00
      Highlight Highlight @Farson
      "...und während wir hier diesen Blödsinn medial breittreten, droht in Ostafrika die grösste Hungersnot seit 60 Jahren..."

      Du bist naiv. Im globalen Halunkenkapitalismus werden Hungersnöte produziert wie Waren, um die Profite der Hilfswerke zu steigern.
    • supremewash 13.03.2017 23:15
      Highlight Highlight Habe den Tagi aufgeschlagen und habe über beide Themen gelesen. Manchmal reicht eine publikation halt nicht.
      Warum sich aber beklagen über ausführliche Berichte zu Erdogan oder Trump? Sind immerhin wichtige Figuren in der Politik und zumindest indirekt von Belang, auch für uns. Die teilweise vorgesetzte Meinung muss/soll man dabei ja nicht einfach übernehmen.
  • Muster Mustermann 13.03.2017 21:08
    Highlight Highlight Wilders ist schizophren. Er kritisiert die Moslems und beschimpft sie aufs übelste dass sie keinen Anstand besitzen, selber twittert er aber primitiver und schlimmer als diejenigen die er in seinem Land als Abschaum bezeichnet. Kranker Typ. Der sollte mal in eine Moschee eingesperrt werden mit radikalen AKP Anhängern. Mal schauen ob er dann sein Maul wieder so weit aufreisst.
    • Gleis3Kasten9 13.03.2017 21:38
      Highlight Highlight Sind das nicht alles liebe und nette Menschen, die niemandem etwas antuen würden? Von Muslimen geht doch gar keine Gefahr aus?
    • Muster Mustermann 13.03.2017 22:15
      Highlight Highlight Sind deiner Meinung nach Muslime also gefährlich oder wie darf ich das verstehen? Wenn Menschen anderer Religionen auch grausame Taten vollbringen soll ich also auch so denken wie du? Wie war dein Name nochmals? Christoph SVP, oder?
    • http://bit.ly/2mQDTjX 13.03.2017 22:23
      Highlight Highlight Muster Mustermann: Hier erklärt dir ein Polizeipsychologe, was deine Gewaltfantasien über dich aussagen:

      https://www.vice.com/alps/article/ein-kriminal-psychologe-erklart-was-deine-gewaltfantasien-gegen-marcel-h-uber-dich-aussagen

      "Menschen nutzen einen Anlass, um ihre eigenen sadistischen und bösartigen Fantasien ihren Lauf zu lassen."
    Weitere Antworten anzeigen

Kurdin, Jesidin, Deutsche: Warum Düzen Tekkal nicht mehr schlafen kann

Düzen Tekkal (41) ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in Deutschland. Im Interview sagt sie, dass es noch nicht zu spät ist, Rojava zu retten. «Aber jetzt muss schnell gehandelt werden.»

Wenn Düzen Tekkal einmal loslegt, dann gleich richtig. Die Deutsche mit kurdisch-jesidischen Wurzeln nimmt kein Blatt vor den Mund. Seit Wochen kritisiert sie den türkischen Angriffskrieg in Rojava öffentlich und in einer scharfen Deutlichkeit: dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan völkerrechtswidrig handelt, dass er eine ethnische Säuberung vornimmt, dass er mit seinem Handeln dem Islamischen Staat zu neuer Kraft verhilft.

Tekkal ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in …

Artikel lesen
Link zum Artikel