International
Indien

Fünf Menschen in Indien wegen angeblicher «Hexerei» getötet

Fünf Menschen in Indien wegen angeblicher «Hexerei» getötet

08.07.2025, 16:1709.07.2025, 10:18

Bewohner eines Dorfs im Nordosten Indiens haben nach Medienberichten eine Frau aus der Nachbarschaft wegen angeblicher «Hexerei» sowie vier andere Mitglieder ihrer Familie mit Benzin übergossen und verbrannt.

Die sterblichen Überreste seien in einen Tümpel geworfen und später von den Behörden gefunden worden, berichteten der Sender NDTV und weitere indische Medien unter Berufung auf die Polizei des Bezirks Purnia im Bundesstaat Bihar. Demnach sollen etwa 50 Personen beteiligt gewesen sein. Zwei von ihnen seien bislang festgenommen worden. Der indische Fernsehsender NDTV sprach von einem Fall «mittelalterlicher Monstrosität».

Der 16-jährige Sohn der beschuldigten Frau konnte den Berichten zufolge vor den Angriffen der Menge fliehen. Er habe bei der Polizei Anzeige erstattet. Seinen Aussagen zufolge drangen die Angreifer nachts in das Haus seiner Eltern ein, schlugen mit Bambusstöcken auf die Bewohner ein und zerrten sie nach draussen, wo sie die Familie in Brand gesteckt hätten. Seine Mutter hätten sie als «Hexe» bezeichnet.

Police India Purnia Bihar
Die Polizei informierte über das Verbrechen.Bild: Screenshot x

«Schwarze Magie»

Zu möglichen Tatmotiven sagten Polizisten laut Medien, ein Dorfbewohner habe der Frau vorgeworfen, «schwarze Magie» praktiziert und für den Tod eines Sohns und die Erkrankung eines weiteren seiner Kinder verantwortlich zu sein. Andere Dorfbewohner seien gegen die Frau aufgehetzt worden.

Nach Berichten des von der Zeitung «The Hindu» veröffentlichten Magazins «Frontline» ist Hexenverfolgung in Teilen Indiens noch immer weit verbreitet. Zwischen dem Jahr 2000 und Ende 2024 seien mehr als 2500 Fälle registriert worden, in denen Frauen Opfer solcher Verfolgungen geworden sein sollen.

Die meisten Opfer kämen aus den unteren Kasten der Gesellschaft. In mehreren Bundesstaaten gibt es Gesetze gegen Hexenjagd. (rbu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Von New York bis Tokyo – es berichtet die ganze Welt über Crans-Montana
Ein Brand mit mehreren Todesopfern in einem der bekanntesten Skiorte der Alpen erschüttert die Schweiz – und sorgt weltweit für Schlagzeilen.
Der tödliche Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana hat weit über die Schweiz hinaus Erschütterung ausgelöst. In dem Walliser Wintersportort kamen bei einem Feuer in einem Nachtlokal mehrere Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die genauen Umstände des Brandes sind weiterhin Gegenstand von Ermittlungen, fest steht jedoch: Die Katastrophe ereignete sich mitten in einem der bekanntesten Ski- und Ferienorte der Alpen – zu einem Zeitpunkt, an dem sich dort viele internationale Gäste aufhielten.
Zur Story