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epa07954803 (L-R) Co-chairwoman of German The Left (Die Linke) party Katja Kipping, Prime Minister of Thuringia and top candidate of The Left (Die Linke) party for the state elections Bodo Ramelow and his wife Germana Alberti vom Hofe attend a The Left (Die Linke) party event on the evening of the Thuringia state elections in Erfurt, Germany, 27 October 2019. According to the Statistical Office of Thuringia some 1.73 million people are eligible to vote in the regional elections for a new parliament in the German federal state of Thuringia.  EPA/JENS SCHLUETER

Der amtierende und wohl bleibende Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, nach der Wahl am Sonntagabend in Erfurt. Bild: EPA

Interview

Fast ein Viertel wählt AfD, CDU sackt ab: «Es gibt jetzt drei Szenarien für Thüringen»

Bei der Landtagswahl im deutschen Bundesland Thüringen hat die Linkspartei um Bodo Ramelow die meisten Stimmen geholt, gefolgt von AfD und CDU. Die Regierungsbildung wird jedoch schwierig. Wie geht es nun weiter? Watson hat mit Politikwissenschaftler Hans Vorländer von der TU Dresden gesprochen.

Joseph Hausner / watson.de



Wer ist für Sie der grösste Gewinner der Wahl?
Hans Vorländer: Bodo Ramelow. Wir haben einen Ramelow-Effekt erlebt. Es herrscht ein sehr personalisiertes Politikverständnis gerade in Ostdeutschland, wo es die traditionell Partei-geprägten Milieus nicht gibt. Das ist eine entscheidende Erklärung für das Wahlverhalten: Die Person macht den Unterschied. In Brandenburg war es Woidke für die SPD, in Sachsen Kretschmer für die CDU und in Brandenburg nun Ramelow mit seinem Amtsinhaber-Bonus.

Und wer ist der grösste Verlierer?
Die CDU landet vermutlich hinter der AfD – deswegen ist Mike Mohring der Verlierer dieser Wahl. Aber auch, dass die Grünen es gerade so über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, ist bitter.

Warum waren die Grünen denn so schwach?
Die Grünen haben es prinzipiell in Ostdeutschland schwer, auch in Sachsen und Brandenburg waren sie zuletzt hinter den Erwartungen zurückgeblieben. In Thüringen haben die Grünen durch die starke Polarisierung zwischen rechts und links nichts gewinnen können.

Über den Experten

Hans Vorländer ist Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie und Ideengeschichte, Direktor des 2017 gegründeten Mercator Forum Migration und Demokratie sowie des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der TU Dresden.

Hans Vorländer ist Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie und Ideengeschichte, Direktor des 2017 gegründeten Mercator Forum Migration und Demokratie sowie des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der TU Dresden.

Hans Vorländer. Bild: Sandro Halank / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Keine der «üblichen» Koalitionen hat eine Mehrheit. Wie geht es jetzt weiter?
Es gibt jetzt im Grunde drei mögliche Szenarien. Das Unwahrscheinlichste ist, dass CDU und Linke sich doch zu einer Koalition zusammenschliessen. Etwas weniger unwahrscheinlich ist das Szenario, wonach Rot-Rot-Grün versucht, die FDP für eine Koalition zu gewinnen, wenn sie denn in den Landtag kommt. Das dritte Szenario könnte schlicht darin bestehen, dass Rot-Rot-Grün weitermacht.

Ohne Mehrheit im Landtag dann allerdings.
Ramelow kann sich dann von Gesetz zu Gesetz die Zustimmung bei CDU und FDP holen. Das halte ich für das wahrscheinlichste Szenario.

«Ramelow kann auf unbestimmte Zeit geschäftsführend im Amt bleiben.»

Das klingt aber nicht gerade nach einer stabilen Regierung.
Man tut sich in Deutschland grundsätzlich schwer mit Minderheitsregierungen, aber die Thüringer Landesverfassung verleiht dem amtierenden Ministerpräsidenten eine starke Stellung. Er kann auf unbestimmte Zeit im Amt bleiben. Insofern ist es schwierig, ihn zu stürzen. Die anderen Parteien, die nicht in der Regierung sind, stehen selbst unter Druck, weil sie keine Regierung mit der AfD eingehen wollen – deswegen werden CDU und FDP schon von Zeit zu Zeit ihre Zustimmung bei Gesetzen geben.

Die Ergebnisse

Die Linke war bei der Wahl in Thüringen erstmals in einem deutschen Bundesland die stärkste Kraft geworden. Die bisherige rot-rot-grüne Koalition verlor aber ihre Mehrheit. Die CDU, die seit 1990 stets vorn gelegen hatte, stürzte auf das schlechteste Ergebnis der Landesgeschichte. Sie kam hinter der AfD auf Platz drei, die ihr Resultat mehr als verdoppelte.

Nach dem vorläufigen Ergebnis verbesserte sich die Linke auf 31,0 Prozent (2014: 28,2) und kam auf das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt. Die CDU von Spitzenkandidat Mike Mohring sackte auf 21,8 Prozent (2014: 33,5 Prozent) – ein Minus von knapp 12 Prozentpunkten. Die AfD, die in Thüringen vom Wortführer des rechtsnationalen Flügels, Björn Höcke, geprägt wird, sprang von 10,6 auf 23,4 Prozent. Die SPD rutschte weiter ab: auf den neuen Tiefstand von 8,2 Prozent (12,4). Die Grünen lagen bei 5,2 Prozent (5,7). Die FDP kam auf 5,0 Prozent (2,5 Prozent) und zog damit wieder in einen ostdeutschen Landtag ein.

An Neuwahlen glauben Sie also nicht?
Dafür gibt es keine Notwendigkeit nach der thüringischen Verfassung. Andere Landesverfassungen setzen eine Frist nach der Wahl, bis zu der ein neuer Ministerpräsident gewählt werden muss – das gibt es in Thüringen nicht. Ramelow kann auf unbestimmte Zeit geschäftsführend im Amt bleiben.

Wäre es nicht am einfachsten, wenn CDU und Linke über ihren Schatten springen und sich doch zu einer Koalition zusammentun?
Ich halte das für sehr unwahrscheinlich, weil es für beide Parteien bedeutet, dass ihre Profile weitestgehend verschwimmen. Das gilt noch mehr für die CDU als für Ramelow, der ja als bürgerlich oder zumindest pragmatisch gilt. Ramelow macht als Regierungschef das, was ein CDU-Politiker an seiner Stelle auch tun würde: Er kümmert sich um Industrieentwicklung, um die Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum, etc. Die CDU hingegen als Juniorpartner in einer Koalition unter Ramelow? Das wäre für die Christdemokraten kein Erfolgsprojekt.

Eine Weisheit von Politikwissenschaftlern ist: Hohe Wahlbeteiligung sorgt dafür, dass die Ränder nicht erstarken. Wieso trifft das in Thüringen nicht zu?
Ganz einfach: Die bisherigen Zahlen zur Wählerwanderung zeigen, dass es vor allem die AfD war, die Nichtwähler mobilisieren konnte. Deswegen profitierte die AfD eher von der steigenden Wahlbeteiligung als andersrum.

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kanischti 28.10.2019 13:43
    Highlight Highlight Auch im Interview wird kein Wort über den enormen Zuwachs der AfD verloren. Nach dem Moto, es kann nicht sein, was nicht sein darf.
    Mich wundert diese Zunahme überhaupt nicht. Die AfD behandelt Themen, welche den Bürger wirklich unter den Nägeln brennt, aber keine andere Partei nimmt sich diesen Themen an. Stattdessen wird die AfD totgeschwiegen, oder von den Medien ganz an den rechten Rand gedrängt.
    Dem Wähler fehlt schlicht eine "vernünftige" Alternative. Solange das so bleibt wird die AfD zulegen und andere werden weiter verlieren.
  • Fandall 28.10.2019 12:07
    Highlight Highlight Tja, das hat man nun davon wenn man jahrzehntelang an der Bevölkerung vorbeipolitisiert, nur Besserung verspricht aber nie liefert. Kein Wunder sagen sich die entäuschten Leute irgendwann, dass eine Alternative her muss.
    Ob die dann besser wird muss sich natürlich erst mal zeigen.
    • Der Rückbauer 28.10.2019 13:37
      Highlight Highlight Richtig. Deshalb: AfD einbinden, aber immer fordern, dass die Faschisten am rechten Flügel nichts zu suchen haben.
    • Fandall 28.10.2019 23:40
      Highlight Highlight Genau, mit den Faschos wird man eh keine tragfähigen Lösungen finden.
  • So en Ueli 28.10.2019 09:44
    Highlight Highlight Das liebe Kinder passiert, wenn man den Dialog verweigert.
  • B0bblegum . 28.10.2019 09:18
    Highlight Highlight Ich als in der Schweiz lebender Deutscher finde es einfach nur peinlich wie sich alles entwickelt. Es ist schlimm dass so ein Mensch wie Bernd Höcke in der heutigen Zeit mit so vielen Faschistischen Bemerkungen und eindeutigen Zeichen für Nationalsozialistisches Denken überhaupt noch ein Amt vertreten darf und nicht ansatzweise durch den Verfassungsschutz beobachtet wird.
    • Cédric Wermutstropfen 28.10.2019 12:46
      Highlight Highlight Nationalsozialistisches Denken? Weit gefehlt. Diese Nazivergleiche sind einfach nur noch ermüdend. Nur weil die Nationalisten in DE mal eine grosse Nummer waren, heisst das nicht, dass man sie dauernd als Refernzmassstab heranziehen sollte.
  • Saerd neute 28.10.2019 09:10
    Highlight Highlight Langsam aber sicher müsste den Mitte -Links Parteien klar werden dass sie etwas falsch machen. Wenn Wähler plötzlich vermehrt rechts wählen sind sie mit der aktuellen politischen Lage nicht zufrieden.
    Da darf man die Mitte- Links Regierungsparteien in die Pflicht nehmen.
    Dass der AFD immer noch die Gesprächsbereitschaft verweigert wird wird die AFD weiter stärken und auch gewisse Kreise an dessen Rand radikalisieren.
    • Fandall 28.10.2019 23:42
      Highlight Highlight Genau, aber da die etablierten Mitte-Links Parteien unfähig sind ihr Handeln kritisch zu hinterfragen wird sich das leider nicht ändern ohne dass das jetzige Personal ausgewechselt wird.
  • Füürtüfäli 28.10.2019 09:09
    Highlight Highlight Wahnsinn, wie es die Altparteien derzeit überall zerbröselt.
    Und Glückwunsch an die Linke und Bodo Ramelow für die 30%.

  • rodolofo 28.10.2019 08:24
    Highlight Highlight "Im Osten" herrschen nach "der Wende" frühkapitalistische Verhältnisse.
    Die -im Vergleich zur BRD- veraltete und minderwertige DDR-Industrie konnte sich ohne staatlichen Schutz durch die realsozialistische Planwirtschaft nicht im rauen Umfeld des globalisierten Kapitalismus behaupten und verschwand zum grössten Teil von der Bildfläche.
    Zurück blieben komplett desillusionierte und frustrierte "Möchtegern-Kapitalisten ohne Geld und ohne Portemonnaie".
    Und das stelle ich mir furchtbar vor: Ein Kapitalist ohne Geld wird enorm wütend!
    Et voila: Der typische AfD-Wutbürger ist geboren!
    • Alnothur 28.10.2019 09:37
      Highlight Highlight "konnte sich ohne staatlichen Schutz durch die realsozialistische Planwirtschaft nicht im rauen Umfeld des globalisierten Kapitalismus behaupten und verschwand zum grössten Teil von der Bildfläche."

      Nein. Dass die zum grössten Teil von der Bildfläche verschwand, ist hauptsächlich das Verdienst der Treuhand.
    • Firefly 28.10.2019 09:41
      Highlight Highlight Hei, ich bin Kapitalist, gebt mir Geld sonst werd ich enorm wütend!
  • Der Rückbauer 28.10.2019 07:01
    Highlight Highlight Es ist unsäglich, wie das politische Deutschland die AfD behandelt. Statt diese Bewegung (nicht Partei) einzubinden und den überwiegend gemässigten Kräften klar zu machen, dass die Faschisten vom rechten Flügel, Höcke & Co., ohne Wenn und Aber rauszuwerfen sind, wird die Diskussion verweigert, was unweigerlich die AfD stärkt. - Die Geschichte lastet immer noch schwer auf Deutschland. Bis auf den heutigen Tag.
    • PlayaGua 28.10.2019 08:23
      Highlight Highlight Das ist keine rechter Flügel mehr, das sind mittlerweilen die Zugpferde.
    • Taittinger 28.10.2019 08:37
      Highlight Highlight Stimmt, das kommt so nicht gut. Nicht jeder der grenzenlose Zuwanderung kritisch hinterfragt ist ein Nazi.
    • trotzten sagen dürfen . 28.10.2019 08:39
      Highlight Highlight Rückbauer
      👍 genau so ist es.

      Die AFD auszugrenzen ist das dümmste überhaupt.
      Diese Partei einbinden und die extremen Exponenten entfernen.
      Deutschland braucht wieder eine rechte Partei, nachdem die CDU/CSU unter Merkel in vielen Bereichen Mitte Links geworden ist.

      So schnell wie möglich!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hypotenuse 28.10.2019 06:22
    Highlight Highlight Sehr ähnlich wie in der Schweiz. Die rechten haben 1/4 der Wähler. Links hat nur eine Mehrheit mit der Mitte, der einzige unterschied; wir haben (noch) eine rechte Mehrheit in der Regierung.
    • Froggr 28.10.2019 10:24
      Highlight Highlight Wir haben die rechte Mehrheit und Deutschland wird sie bald bekommen, wenn es so weitergeht. Mir ists recht ;-)
  • Schneider Alex 28.10.2019 06:11
    Highlight Highlight „Peinlich ist diese ewige geschichtsblinde Masche vieler Medien und staatlicher deutscher Stellen, die AfD auf eine Stufe mit den wirklichen Nationalsozialisten zu stellen. Diese Technik der diffamierenden Nichtargumentation gegen eine gewählte, grundgesetztreue Oppositionspartei macht deutlich, dass es sich bei Deutschland um eine noch junge Demokratie handelt, die sich entsprechend schwertut mit abweichenden Meinungen und oppositionellen Strömungen, die den politischen Gottesdienst in Berlin stören.“ (Roger Köppel in Weltwoche 38/2019)
    • rodolofo 28.10.2019 08:33
      Highlight Highlight Die politische Radikalisierung in (rechte) Faschisten und (linke) Kommunisten folgt auf die Verelendung der Massen und ist in jedem "3.Welt"-Land zu beobachten.
      Währenddem die Landlosen in ihrer Not brach liegendes Land von Grossgrundbesitzern in abgelegenen Hügelzonen zu besetzen versuchen, damit sie mit Selbstversorgung überleben können, heuern andere "Verelendete" bei diesen Landlords an und bewachen für diese das Land, als paramilitärische "Todesschwadrone".
      Wo würdest DU mitmachen?
      Bei dieser Entscheidung geht es um den CHARAKTER und um ein Restempfinden von Würde und Gerechtigkeit...
    • Froggr 28.10.2019 10:28
      Highlight Highlight Schneider Alex: Weltwoche darfst du hier nicht zitieren sonst wirst du gleich geblitzt, auch wenn der Inhalt absolut Sinn ergibt und korrekt ist. Schreib doch das nächste mal einfach WOZ oder so hin.
    • adrianrbf 28.10.2019 12:07
      Highlight Highlight Peinlich ist vielmehr, dass Roger Köppel die AfD als "grundgesetztreue Oppositionspartei" bezeichnet. Er ist selber geschichtsblind, wenn er die Faschisten übersieht, die es in der AfD gibt (und zwar nicht irgendwo, sondern an wichtigen Schaltstellen).
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