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People gather at the site of a suicide car bomb in the Karrada shopping area, in Baghdad, Iraq July 3, 2016. REUTERS/Khalid al Mousily

Furchtbare Szenen nach dem Terroranschlag in Bagdad. Bild: KHALID AL-MOUSILY/REUTERS

Zahl der Todesopfer bei «IS»-Selbstmordanschlag in Bagdad steigt auf 119



Eine Woche nach der Rückeroberung der «IS»-Hochburg Falludscha durch die irakische Armee hat die Terrormiliz IS in Bagdad den schwersten Anschlag seit Monaten verübt: Im Zentrum der Stadt tötete ein Selbstmordattentäter in der Nacht zum Sonntag mindestens 119 Menschen.

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Video: watson.ch

Mehr als 140 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Der Sprengsatz explodierte in dem belebten Geschäftsviertel Karrada, wo wegen der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan viele Menschen ihre Einkäufe erledigten.

Mehrere Gebäude wurden schwerbeschädigt und stürzten teilweise ein, darunter auch ein Einkaufszentrum, das das Ziel des Selbstmordanschlags gewesen sein soll. Ein weiterer Sprengsatz detonierte laut Polizeikreisen auf einem Markt im Schiiten-Viertel Al-Shaab im Norden der Stadt. Dort habe es mindestens zwei Tote gegeben.

People gather at the site of a suicide car bomb in the Karrada shopping area, in Baghdad, Iraq July 3, 2016. REUTERS/Khalid al Mousily

Bild: KHALID AL-MOUSILY/REUTERS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärte laut dem auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen Site, der Selbstmordanschlag im Karrada-Viertel habe sich gegen Schiiten gerichtet. Die fundamentalistisch-sunnitische IS-Miliz verübt immer wieder Anschläge auf Zivilisten in Bagdad und anderen irakischen Städten.

Am Anschlagsort waren zahlreiche Helfer im Einsatz. Männer bargen zwei Leichen aus einem brennenden Gebäude. Feuerwehrleute löschten den Brand, der sich durch die Detonation entzündet hatte. Überall lagen Trümmerteile herum.

Wut richtet sich gegen Regierung

Ministerpräsident Haidar al-Abadi besuchte den Anschlagsort und versprach nach Angaben seines Büros, die für die Tat Verantwortlichen würden «bestraft». Wegen der Wut der Anwohner zog er sich jedoch schnell wieder zurück, wie die unabhängige Webseite Alsumaria News berichtete.

In einem im Internet verbreiteten Video waren Bürger zu sehen, die ihrem Ärger über Unfähigkeit der Regierung Luft machten, derartige Taten zu verhindern. Sie warfen Steine auf einen Autokonvoi, in dem sich den Angaben zufolge Abadi befand.

Iraqi women wait to hear about family members who went missing after a car bomb hit Karada, a busy shopping district in the center of Baghdad, Iraq, Sunday, July 3, 2016. Dozens of people have been killed and more than 100 wounded in two separate bomb attacks in the Iraqi capital Sunday morning, Iraqi officials said. (AP Photo/Hadi Mizban)

Entsetzen in Bagdad.
Bild: Hadi Mizban/AP/KEYSTONE

Der IS hatte 2014 die Kontrolle über weite Teile des Irak übernommen. In der Folge ging die Zahl der Anschläge in Bagdad zurück - offenbar konzentrierten sich die Dschihadisten auf ihre Gebiete nördlich und westlich der Hauptstadt.

Zuletzt verlor der IS aber einige Gebiete wieder, vor einer Woche eroberte die irakische Armee auch die Stadt Falludscha 50 Kilometer westlich von Bagdad zurück. Die Regierung feierte die Rückeroberung der IS-Hochburg als grossen Erfolg.

Kommandanten getötet

Die Eroberung von Falludscha war von US-gestützten Luftangriffen unterstützt worden. Am Freitag verkündeten die USA zudem die Tötung zweier IS-Kommandanten im Irak. Diese seien bei einem Luftangriff nahe Mossul getötet worden, der letzten noch vom IS kontrollierten irakischen Grossstadt. Die irakischen Truppen und ihre Verbündeten konzentrieren sich derzeit auf die Befreiung von Mossul.

Der Anschlag vom Sonntag ist der bislang blutigste Anschlag in Bagdad in diesem Jahr. Er ist zudem der erste grössere Angriff des IS in der irakischen Hauptstadt, seit bei einem Doppelanschlag am 17. Mai fast 50 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt wurden.

Wegen der unzähligen Fahrzeuge, die täglich die Stadtgrenzen von Bagdad passieren, sind solche Anschläge kaum vermeidbar. Hinzu kommt, dass die Sicherheitskräfte noch immer nicht funktionierende Bombendetektoren verwenden, die ein britischer Geschäftsmann einst an den Irak verkaufte. (sda/afp)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Indiigo 03.07.2016 19:39
    Highlight Highlight Diese Leid auf der ganzen Welt, ausgelöst durch diesen Hass, wird uns alle verändern.
  • glüngi 03.07.2016 13:54
    Highlight Highlight Selbst an einem für Muslime heiligen tag machen die nicht halt!
  • Milky Way 03.07.2016 10:37
    Highlight Highlight Dass die es wagen im Ramadan, zur heiligsten Zeit des Jahres für jeden Muslim, so schreckliche Dinge wie in Istanbul und jetzt das zu tun sollte ganz klar Beweis genug sein dass sie mit dem Islam als Glauben nichts zu tun haben. Kein gläubiger Muslim würde es wagen den heiligen Ramadan so zu verhöhnen.
    • Bene86 03.07.2016 13:25
      Highlight Highlight Befasse dich mit den Hadditen zum Jihad (heiligen Krieg) und du wirst sofort herausfinden, dass das Ermorden der Ungläubigen beim Ramadan alles andere als eine Sünde ist, sondern viel mehr von Gott belohnt wird! Befasst euch endlich mit dem Islam! Und nein, die europ. Moslems kann man praktisch NICHT mit den strenger gläubigen Moslems aus dem Osten vergleichen!
    • Bene86 03.07.2016 14:11
      Highlight Highlight Jaja.. Lieber die Ohren und die Augen verschliessen und blitzen statt sich mal ernsthaft in die Thematik einzulesen... Ist ja auch viel bequemer und kommt zudem sozialer daher, gell?
    • JaneSodaBorderless 03.07.2016 15:34
      Highlight Highlight Terror und Schrecken nimmt vor nix halt ;-)
    Weitere Antworten anzeigen

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu …

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