International
Iran

USA und Iran decken sich mit Maximalforderungen ein – das Nachtupdate

Iran's domestically built missiles and satellite carriers are displayed in a permanent exhibition at a recreational area in northern Tehran, Iran, Tuesday, March 24, 2026. (AP Photo/Vahid Salemi) ...
Iranische Raketen bei einer Ausstellung im Norden Teherans.Bild: keystone

Iran äussert Maximalforderungen, USA mobilisieren Fallschirmjäger – das Nachtupdate

Die US-Regierung soll dem Iran einen 15-Punkte-Plan vorgelegt haben, beide Seiten äussern Maximalforderungen und die Golfstaaten werden erneut Ziel von Angriffen – die wichtigsten News zum Iran-Krieg.
25.03.2026, 07:3025.03.2026, 07:30

USA legen Iran 15-Punkte-Plan vor

Die US-Regierung hat den Machthabern in Teheran Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien wie das Portal «Axios» und die «New York Times». Der Plan verlangt der Führung in Teheran demnach grosse Zugeständnisse ab.

Die USA fordern in ihrem 15-Punkte-Plan dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus. Zudem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben – und damit Befürchtungen entkräften, die Islamisten in Teheran könnten eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, wie etwa das «Wall Street Journal» berichtete.

«Axios» berichtete, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt – unter anderem seien sie bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben. Offiziell heisst es aus Teheran indes, dass von Verhandlungen mit den Amerikanern überhaupt keine Rede sein könne.

Die Medienberichte unter Berufung auf informierte US-Beamte liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem blieb offen, wie Israel als wichtige Kriegspartei und Waffenpartner der USA zu einem möglichen Waffenruheabkommen mit dem Erzfeind steht.

Ölpreis sinkt wieder

Die Berichte über den angeblichen US-Vorschlag und ein möglicherweise geplantes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans unter Vermittlung Pakistans liessen den seit Kriegsbeginn drastisch gestiegenen Ölpreis leicht sinken. Dazu trugen auch zuversichtliche Äusserungen von US-Präsident Donald Trump bei, wonach der Iran angeblich «unbedingt einen Deal abschliessen» wolle. Für die USA seien nun Aussenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance an Verhandlungen beteiligt, sagte Trump.

Iran will mit Vance verhandeln

Zuvor gab es Berichte, wonach der Iran explizit die Beteiligung von JD Vance an den Gesprächen forderte. Das Regime soll nicht daran geglaubt haben, dass mit den bisherigen Chefunterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner ernsthafte Gespräche über eine Lösung möglich seien.

Mehr dazu:

Eine schnelle Einigung auf eine Waffenruhe scheint gleichwohl eher unrealistisch: Der Iran ist keineswegs besiegt, sondern weiter imstande, Israel wie auch die Staaten im Persischen Golf anzugreifen und die Strasse von Hormus zu blockieren. Teheran dürfte daher Washingtons Wunschzettel kaum erfüllen wollen.

Iran kontert mit Maximalforderungen

Das «Wall Street Journal» berichtete über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoss, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte – darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Strasse von Hormus eine Mautgebühr zu kassieren.

Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist von grosser strategischer Bedeutung, nicht nur für den Transport von Öl und Flüssiggas. Aktuell ist der Schiffsverkehr wegen iranischer Angriffe und Drohungen praktisch zum Erliegen gekommen, weswegen Öl- und Gaspreise seit Kriegsbeginn vor gut dreieinhalb Wochen stark gestiegen sind.

USA verlegen Tausende Fallschirmjäger in Nahen Osten

Wenig zur Vertrauensbildung zwischen den beiden Feinden dürfte eine grosse Truppenverschiebung der USA beitragen. Das US-Verteidigungsministerium ordnete der «Washington Post» zufolge die Verlegung von rund 3'000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die «New York Times» hingegen sprach von rund 2'000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar.

Zwar soll es noch keine Entscheidung darüber geben, ob im Iran tatsächlich Bodentruppen eingesetzt werden. Die Verlegung der Soldaten eröffne Trump aber in jedem Fall zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, befand das «Wall Street Journal».

Schon länger gibt es auch im Zusammenhang mit der Verlegung von US-Marineinfanteristen Spekulationen, dass Trump die Truppen einsetzen könnte, um den wichtigsten Ölexport-Hafen des Irans auf der Insel Charg im Persischen Golf einzunehmen. Diesen Hebel könnten die USA als Druckmittel gegen den Iran einsetzen, so die Logik. In dem Fall könnte Teheran aber selbst praktisch kein Öl mehr exportieren – und dürfte entsprechend wenig Interesse an einer Öffnung der Strasse von Hormus haben. Wirtschaftlich wäre ein Verlust der Exporte über die Insel Charg für den Iran allerdings verheerend.

Erneut Angriffe auf Golfstaaten

Der Iran setzte unterdessen mit Raketen und Drohnen seine Angriffe auf Ziele in den Staaten des Persischen Golfs fort. Teheran betrachtet diese arabischen Staaten als US-Verbündete und sieht sie daher als legitime Ziele.

Am internationalen Flughafen von Kuwait wurde bei einem Drohnenangriff in der Nacht ein Treibstofflager getroffen und geriet in Brand. Ersten Erkenntnissen zufolge habe sich der Schaden aber in Grenzen gehalten und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung mit. Zum mutmasslichen Angreifer wurden keine Angaben gemacht. Dem Militär zufolge wehrte die Luftabwehr in der Nacht feindliche Drohnen und Raketen ab. Der Iran hatte zuletzt mehrfach auch Flughäfen ins Visier genommen, etwa das wichtige Drehkreuz in Dubai.

Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing in der Nacht ebenfalls zahlreiche Drohnen ab, zudem auch eine ballistische Rakete, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. In Bahrain wurden laut Innenministerium Warnsirenen aktiviert. Die Bürger des Inselstaats wurden aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu begeben. (sda/dpa/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
flausch
25.03.2026 09:38registriert Februar 2017
Was die USA fordert ist also der Zustand bevor D.T. in seiner letzten Amtszeit den Atomdeal zerstörte und bevor D.T. in seiner jetztigen Amtszeit zusammen mit B.N. einen illegalen Angriffskrieg starteten. Am i right?
283
Melden
Zum Kommentar
avatar
Reinhard51
25.03.2026 09:28registriert November 2025
Im detschen Fernsehen hat jemand gesagt " wenn der Iran nicht verliert hat er gewonnen. Wenn Trump den krieg nicht gewinnt hat er ihn verloren". Es sieht so aus als würde Trump verlieren.
221
Melden
Zum Kommentar
24
Trump hält Loyalitäts-Meeting im Stile Nordkoreas – und nickt ein
Donald Trump hat bereits oft gezeigt, dass er autoritäre Tendenzen hat. Nicht umsonst protestieren Kritiker seit Monaten unter dem Motto «No Kings» gegen ihn. In einem aktuellen Meeting stellt der US-Präsident diese Neigung mal wieder unter Beweis.
Donald Trump hat seit Jahren einen Personenkult um sich aufgebaut, der in der Geschichte der US-amerikanischen Demokratie beispiellos ist. Seine politische Anhängerschaft hat er wie eine Sekte aufgebaut und gepflegt, seine Fans beten ihn teils wie einen Heiligen an – und seine Kolleg:innen sind Untertanen.
Zur Story