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Iran

Proteste im Iran: Augenzeugen berichten von Gewalt und Repression

«Sie schossen direkt in die Reihen der Demonstranten»: Augenzeugen berichten aus dem Iran

13.01.2026, 15:1914.01.2026, 09:20

Im Iran kommt es seit Tagen zu Protesten gegen das autoritäre Mullah-Regime. Die Revolutionsgarde des Regimes geht gemäss Berichten brutal gegen die Demonstranten vor. BBC hat mit Augenzeugen gesprochen, die im Iran leben und bei den Demonstrationen dabei waren.

In this frame grab from video obtained by the AP outside Iran, a masked demonstrator holds a picture of Iran's Crown Prince Reza Pahlavi during a protest in Tehran, Iran, Friday, January. 9, 2026 ...
Ein maskierter Demonstrant hält ein Bild des iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi hoch. Bild: keystone

Einer der Demonstranten ist Omid. Er ist in seinen 40ern und hat in den letzten Tagen in einer kleinen Stadt im Süden des Iran gegen das Regime protestiert. Er sagt, dass die Revolutionsgarde wahllos auf die Demonstranten geschossen hätte.

«Sie schossen direkt in die Reihen der Demonstranten, und die Menschen fielen um, wo sie gerade standen.»
Omid zu den Schüssen der Revolutionsgarde

Die Menschen, die auf die Strasse gehen, würden eine brutale Regierung bekämpfen, und das mit leeren Händen.

Seit mittlerweile rund zwei Wochen wehren sich die Menschen gegen das Regime. Dieses reagiert auf die Demos, indem es das Internet im ganzen Land ausschaltet. Seitdem ist die Berichterstattung aus dem Iran extrem schwierig geworden. Es gelangen kaum Informationen von aussen in den Iran, geschweige denn können die Demonstranten den Rest der Welt informieren, was in ihren Städten passiert.

Am vergangenen Donnerstag haben die bis anhin landesweit grössten Demonstrationen stattgefunden. Dies, nachdem der 1979 gestürzte Sohn des Schahs dazu aufgerufen hatte.

Seit rund zwei Wochen gehen in Iran Menschen auf die Strasse. Ursprünglich wegen der Wirtschaftskrise – inzwischen fordern sie den Sturz des Regimes und der Islamischen Republik. Dieses Bild ist ein S ...
Demonstranten bei Protesten in der iranischen Hauptstadt Teheran.Bild: keystone

Eine junge Iranerin aus Teheran sagt gegenüber «BBC», dass sich dieser Protesttag wie «der Tag des Jüngsten Gerichts» angefühlt habe.

Es seien alle Strassen und selbst abgeschottete Nachbarschaften voller Protestierender gewesen. Und die Sicherheitskräfte hätten nur noch getötet, getötet und getötet.

Nach der grossen Repression hätten viele Angst bekommen, wieder nach draussen zu gehen. Teheran sei zu einem Schlachtfeld geworden. Der einzige Unterschied sei, dass in einem Krieg beide Seiten Waffen haben. In diesem Szenario habe aber nur eine Seite Waffen gehabt, die andere Seite hätte Parolen geschrieben und sei umgebracht worden.

Augenzeugen sagen gemäss «BBC» weiter, dass die Anzahl der Todesopfer, über die westlichen Medien berichten, nur einen Bruchteil der tatsächlichen Todeszahlen darstellt.

Iranische Medien berichteten, dass 100 Sicherheitskräfte getötet wurden. Zudem hätten die Demonstrierenden Moscheen und Bankgebäude in Brand gesetzt. Unabhängig können diese Informationen nicht geprüft werden. (nib)

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Iran-Proteste 2026
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Iran-Proteste 2026

Seit fast drei Wochen gehen in Iran Menschen auf die Strasse. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

quelle: keystone
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Heftige Proteste im Iran – Demonstrierende fordern Tod des Regimes
Video: watson
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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kommentar*innen
13.01.2026 15:55registriert Juni 2018
Das Regime liegt am Boden. Das wissen sie selbst. Sie bleiben nur durch knallharte Repression an der Macht. Eine Frage der Zeit? Hoffen wirs.

In Gedanken bei allen unbewaffneten, ermordeten Menschen, die für die Freiheit ihres Landes ihr eigenes Leben gaben. Es ist himmeltraurig.
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DerGrund
13.01.2026 15:51registriert November 2015
Und die Schweiz exportierte 2024 noch Güter in Höhe von 212 Millionen Franken an dieses Regime.
Hier gehört der Hahn komplett abgedreht, und die Iraner sollten am besten mit einem absoluten Generalstreik das Land komplett zum erliegen bringen.
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