Iran macht Öffnung der Strasse von Hormus rückgängig – und soll Tanker beschossen haben
Das ist passiert
Wie BBC meldet, sollen zwei Boote der iranischen Revolutionsgarden das Feuer auf einen Tanker in der Strasse von Hormus eröffnet haben. Das berichtet die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt UK Maritime Trade Operations. Die Boote hätten sich laut dem Kapitän genähert und Schüsse abgegeben. Der Tanker und die Besatzung seien ohne Schaden davon gekommen. Der Vorfall werde untersucht.
UKMTO WARNING 037-26
— UKMTO Operations Centre (@UK_MTO) April 18, 2026
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Zuvor hatte ein Sprecher des Hauptquartiers der iranischen Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars mitgeteilt, dass die Öffnung der Strasse von Hormus rückgängig gemacht werde. Grund dafür sei die anhaltende US-Blockade iranischer Häfen.
Wie der Dienst TankerTrackers.com unter Berufung auf den maritimen Notrufkanal berichtet, drängten iranische Einheiten zwei Schiffe gewaltsam zurück. Betroffen sei unter anderem ein VLCC-Supertanker, der zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiert.
So begründet der Iran die erneute Schliessung
In der Erklärung heisst es weiter, der Iran habe einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen durch die Strasse von Hormus zugestimmt. Die USA hätten dagegen ihre Blockade fortgesetzt. Aus diesem Grund sei die Kontrolle über die Strasse von Hormus wieder in den früheren Zustand zurückgekehrt: Die strategisch wichtige Meerenge unterliege der strengen Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte. Daran ändere sich nichts, solange die Vereinigten Staaten die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit von Schiffen vom Iran zu ihrem Bestimmungsort und von ihrem Bestimmungsort zurück in den Iran nicht wiederherstellten.
Vorangegangene Warnungen
US-Präsident Donald Trump hatte auf der Plattform Truth Social geschrieben, die Blockade bleibe «bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran» bestehen.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte daraufhin, die Strasse von Hormus werde nicht offen bleiben, wenn die US-Blockade der iranischen Häfen andauere.
Reedereien blieben vorsichtig
Auch nach der Ankündigung am Freitag war in der für den globalen Energiehandel wichtigen Strasse von Hormus eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs nach Einschätzung von Datenanbietern und Branchenbeobachtern nicht in Sicht. Wie der Sender CNN unter Berufung auf Verkehrsdaten berichtet, passierten seit der offiziellen Freigabe durch Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge, jedoch keine Öltanker.
Nach Einschätzung von John-Paul Rodriguez, Experte für Seeschifffahrt an der Texas A&M University, halten widersprüchliche Statusmeldungen Reedereien von der Durchfahrt ab. Rodriguez sagte dem Sender Al Jazeera: «Seit der Ankündigung haben Schiffe versucht, die Meerenge zu passieren ... aber es sieht so aus, als würden viele von ihnen umkehren, weil die Lage unklar ist.» Grosse Reedereien würden sich wahrscheinlich nicht wohl dabei fühlen, die Meerenge zu durchfahren, bis die «derzeitige iranische Sperre vollständig aufgehoben» sei.
Öffnung dürfte längere Zeit in Anspruch nehmen
Der Iran hatte die Wasserstrasse nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA am 28. Februar 2026 gesperrt. Aussenminister Abbas Araghtschi hatte dann am Freitag erklärt, die Passage sei im Zuge der Waffenruhe für den Handel geöffnet. Teheran knüpfte dies jedoch an Bedingungen. Schiffe müssen demnach eine Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) einholen und auf fest vorgegebenen Routen verbleiben. Unklar ist, ob sie auch eine Maut zahlen müssen.
Der Analysedienst Kpler schrieb auf der Plattform X, dass die politischen Ankündigungen beider Seiten stark von der operativen Realität abwichen. Eine Rückkehr zur Normalität und die Wiederherstellung des Vertrauens der Versicherungsmärkte werde Monate in Anspruch nehmen. (vro/sda/dpa)
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