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Iran Krieg Nahost: 5000 TUI Passagiere sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest

Das Kreuzfahrtschiffs Mein Schiff 4 Valletta des Reiseveranstalters TUI im Hafen von Kristiansand Norwegen. Die Kreuzfahrtschiffe der Tui liegen derzeit im Persischen Golf und damit genau im Zielgebie ...
Das Mein Schiff 4 sitzt wegen des Nahost-Kriegs in Abu Dhabi fest. Hier in einer Aufnahme vom Juli 2025 in Hafen von Kristiansand in Norwegen.Bild: www.imago-images.de

5000 Kreuzfahrt-Passagiere sitzen im Nahen Osten fest

Deutsche Feriengäste auf zwei Kreuzfahrtschiffen können den Nahen Osten nicht verlassen – und auch nicht ihre Schiffe. Wann sie nach Hause zurückkehren können, ist nicht absehbar.
02.03.2026, 15:3102.03.2026, 15:31
Dorothea Meadows / t-online
Ein Artikel von
t-online

Für rund 5'000 Kreuzfahrtpassagiere ist eine Reise in die Sonne zum Horrortrip geworden. Jeweils etwa 2'500 Menschen und 1'000 Besatzungsmitglieder sitzen wegen der Eskalation im Nahen Osten mit der «Mein Schiff 4» und der «Mein Schiff 5» in Abu Dhabi (VAE) sowie Doha (Katar) fest. Sie erleben ein Auf und Ab der Gefühle.

Nachdem bereits am Sonntag der Einschlag einer iranischen Drohne in unmittelbarer Nähe von «Mein Schiff 4» gemeldet wurde, soll es auch am Montagmorgen wieder Kampfhandlungen gegeben haben. Eine Passagierin berichtet auf Facebook: «Vor knapp 24 Stunden hatte der Kapitän das Aussendeck wieder geöffnet, allerdings nur den überdachten Teil. Nun war 24 Stunden Ruhe und heute Morgen wieder erste Explosionen.»

«Crew steckt in derselben Haut wie wir»

Eine andere «Mein Schiff 4»-Passagierin beschreibt, dass «eine Drohne von mehreren, die nicht abgefangen werden konnte, ein Hafengebäude neben uns getroffen hat» und postete ein Foto von der Szenerie, die sich den Menschen an Bord bietet.

Die Passagiere berichten auch, dass die Crew der «Mein Schiff 4» sich aufopfernd um alle kümmert. «Trotz der Situation geben sie alles – und wir sind so dankbar für diese Crew, die Leute stecken ja in derselben Haut wie wir», so eine Urlauberin auf Facebook.

Die gleiche Erfahrung macht ein deutscher Passagier der «Mein Schiff 4», die in Doha festliegt: «Hochachtung an die Besatzung. Die Crew bemüht sich sehr», schreibt er und «wir bekommen vom Kapitän immer wieder Updates. Alle sind sehr bemüht. Es fehlt an nichts».

Ausfliegen ist derzeit unmöglich

«Hoffentlich kommt nicht bald der Lagerkoller», antwortet ein Facebook-Nutzer auf den letzten Eintrag. Denn wie lange die Menschen «gefangen» und gleichzeitig im Schutz der beiden von Tui Cruises betriebenen Kreuzfahrtschiffe ausharren müssen, ist unklar. Der Luftraum ist gesperrt, eine Chance, die Passagiere nach Deutschland auszufliegen, gibt es laut Aussenminister Johann Wadephul nicht. Er sagte «Bild», eine militärische Evakuierung werde man «nicht machen können», da die Lufträume insgesamt geschlossen seien. Man setze auf «Informationsangebote und konsularische Unterstützung».

Die Verantwortlichen von «Mein Schiff» schweigen. t-online konnte die Pressestelle des Kreuzfahrtunternehmens nicht erreichen. Nur ein Statement auf der Internetseite von «Mein Schiff» gibt Auskunft über den Stand der Dinge. Hier heisst es: «Aufgrund der weiterhin dynamischen Lage in der Region sowie eingeschränkter Flugverbindungen sind wir derzeit auf die Informationen der Airlines angewiesen, um zu klären, ob und wann Rückflüge stattfinden können. Sobald uns verlässliche Angaben vorliegen, stimmen wir die nächsten Schritte eng mit unseren Partnern ab.»

Warum die Kreuzfahrtschiffe überhaupt in den Nahen Osten ablegten, wird im Internet heftig diskutiert. Das Konkurrenzunternehmen Aida hatte die Orientsaison vorzeitig abgeschlossen, nachdem sich die Hinweise darauf verdichtet hatten, dass es zu einem Angriff Israels auf den Iran kommen könnte. «Sie wurden verspottet und belächelt, haben aber recht behalten», schreibt ein Mann auf der Facebook-Seite von «Mein Schiff». Ein anderer ist wütend auf Tui: «Verantwortlich ist doch die Reederei. Aus Geldgier wurde die Route weiter angeboten.»

Verwendete Quellen:

Diese Karte zeigt eine Übersicht der Angriffe des Kriegs im Iran nach 48 Stunden

Video: watson/Michael Shepherd
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