Iran-Gespräche im Luxushotel – so teuer ist eine Nacht
Vor möglichen Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat Pakistans Premierminister und Vermittler Shehbaz Sharif getrennte Vorgespräche mit beiden Delegationen geführt. Nach Angaben der pakistanischen Regierung traf er US‑Vizepräsident J.D. Vance sowie den iranischen Parlamentspräsidenten Muhammad Bagher Ghalibaf.
Der genaue Ablauf der Gespräche ist weiterhin nicht offiziell. Nach Informationen des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera bemüht sich Sharif um direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen.
Klar ist derweil aber, wo die Gespräche stattfinden sollen. Nach übereinstimmenden Medienberichten dient das Fünf-Sterne-Hotel Serena Islamabad als Ort der Verhandlungen.
Das Haus zählt zu den bekanntesten Hotels der pakistanischen Hauptstadt und gilt wegen seiner Lage, seiner Grösse und der Sicherheitsvorkehrungen als naheliegender Ort für hochrangige Treffen. Das Serena bezeichnet sich selbst als Mitglied der «Leading Hotels of the World». Eine Nacht im «Deluxe Room» mit Kingsize-Bett kostet laut Website ab 143 US-Dollar, umgerechnet 113 Schweizer Franken.
Es liegt zentral in Islamabad, unweit wichtiger Regierungs- und Diplomatieviertel. Schon deshalb eignet sich das Gebäude für politische Begegnungen, bei denen ein kontrollierter Zugang und ein abgeschirmter Rahmen eine grosse Rolle spielen. Während der erwarteten Gespräche wurde die Sicherheitslage in der Umgebung sichtbar verschärft, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
336 Zimmer, mehrere Konferenzräume
Auch seine Grösse passt zu einem solchen Anlass. Nach Angaben des Hotels verfügt das Serena über 336 Zimmer und 52 Suiten. Hinzu kommen mehrere Veranstaltungs- und Konferenzräume.
Das Haus bewirbt diese Räume ausdrücklich für Treffen unterschiedlichster Grössenordnung; genannt werden flexible Aufteilungen, eigene Konferenzteams, moderne Video- und Präsentationstechnik sowie Flächen für kleinere vertrauliche Runden ebenso wie für grössere Empfänge.
Nach aussen gibt sich das Hotel luxuriös und traditionsbewusst. Die Betreiber betonen auf ihrer Website die von maurischer Architektur inspirierte Gestaltung, offene Terrassen, Pavillons und handgefertigte Einrichtungselemente.
Verhandlungen sollen nur einen Tag dauern
Der US-Delegation gehören neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, an. Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf geleitet, ihr gehört auch Aussenminister Abbas Araghtschi an.
Der iranische Staatssender Irib berichtete, dass die Gespräche zwischen den Iranern und der US-Seite – sofern sie tatsächlich starten – für den Nachmittag Ortszeit geplant seien. Islamabad liegt drei Stunden vor Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ). Iranischen Quellen zufolge sollen die Verhandlungen nur einen Tag dauern.
Irib zitierte ausserdem Aussenminister Abbas Araghtschi. Er erklärte, man gehe mit «völligem Misstrauen» in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern. Der Staatssender bezog sich dabei auf ein Telefongespräch Araghtschis mit dem deutschen Aussenminister Johann Wadephul (CDU) am Donnerstag.
Die USA und Israel hatten Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien am Dienstag auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden.

