Waffenruhe statt Eskalation – was wir über die Trump-Einigung mit Iran wissen
Das ist passiert
Doch keine totale Eskalation im Iran-Krieg: Die USA und der Iran haben sich kurz vor Ablauf einer von Donald Trump gesetzten Frist auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Laut Trump setzen beide Seiten die Angriffe aus, der Iran werde zudem für die Zeit der Waffenruhe die Hormus-Strasse für Schiffe öffnen. Kurze Zeit nach Trumps Erklärung bestätigte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi die von Trump genannten Eckpunkte der Einigung.
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Das sagt Trump
Die USA seien bereit, zwei Wochen lang auf Bombardierungen und Angriffe auf den Iran zu verzichten, wenn Teheran die Strasse von Hormus öffnet, schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social etwa 90 Minuten, bevor seine gesetzte Deadline für den Iran ablief.
Dabei werde es sich um eine beidseitige Waffenruhe handeln, so Trump. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen ultimativ angedrohten Angriffen auf Irans Stromkraftwerke und andere Infrastruktur abzusehen, schrieb der Republikaner weiter.
Nachdem er sich in den vergangenen zwei Tagen mehrfach mit eskalierender Rhetorik selbst übertraf, schlägt Trump nun ganz andere Töne an. Der US-Präsident schrieb nun von «weit fortgeschrittenen Verhandlungen zu einem endgültigen Abkommen über einen langfristigen Frieden» mit dem Iran.
Den 10-Punkte-Plan mit Bedingungen, den der Iran den USA kürzlich zugestellt hatte und den Trump zunächst öffentlich als ungenügend bezeichnete, nannte er nun eine «tragfähige Verhandlungsgrundlage». Die meisten Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran seien geklärt. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll ein endgültiges Abkommen ausgearbeitet und abgeschlossen werden.
Wie CNN unter Berufung auf einen Beamten des Weissen Hauses berichtete, hat sich auch Israel dazu bereit erklärt, die Waffenruhe mitzutragen.
Das sagt der Iran
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat die von US-Präsident Donald Trump genannten Eckpunkte des Waffenstillstands kurz nach dessen Post bestätigt. In einer Stellungnahme gab Araghtschi an, dass man dem pakistanischen Vorschlag einer zweiwöchigen Waffenruhe zugestimmt habe und die Angriffe auf den Iran durch die USA eingestellt würden. Der Iran werde ebenfalls auf «Defensivoperationen» verzichten. Zudem werde sein Land für zwei Wochen die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus gewährleisten.
Der Iran stellte die Einigung mit Trump ebenfalls als eigenen Triumph dar. Man habe die USA gezwungen, den eigenen 10-Punkte-Plan zu akzeptieren, war in einer Stellungnahme des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Landes zu lesen.
Das war zuletzt passiert
US-Präsident Trump hatte Teheran bereits dreimal ein Ultimatum auferlegt und dieses jedes Mal wieder verschoben. Zuletzt eskalierte der 79-Jährige rhetorisch total, er drohte mit Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken im Iran und sprach davon, das Land mit Bomben in die «Steinzeit zu versetzen» sowie «eine Zivilisation zu vernichten».
Ergänzt mit Material der Nachrichtenagenturen sda und dpa.
