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Perfide Propaganda: Wie der «IS» mit «JiHotties» und Social Media westliche Frauen fängt

Was treibt junge Frauen aus dem Westen dazu, sich dem «Islamischen Staat» («IS») anzuschliessen? Eine Studie zeigt, nach welchem Muster die Extremisten via Social Media frisches Blut rekrutieren.



Er war der erste «Jihottie»: Nachdem Dschochar «Jahar» Zarnajew mit Bruder Tamerian im April 2013 eine Bombe beim Boston Marathon platzierte, verguckten sich einige US-Teenager in den Terroristen. Dass drei Menschen starben und 264 verletzt wurden, konnte die Verehrerinnen des jungen Mannes nicht beirren.

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Die New York Post berichtet im Mai 2013 über das Phänomen «Jihittie».

Während die Teenager der #FreeJahar-Bewegung mittlerweile vielleicht zur Besinnung gekommen sind, ist der Begriff «Jihottie» geblieben: Heute sind damit junge Männer gemeint, mit denen Frauen aus dem Westen in die Gebiete des «IS» gelockt werden.

Von 4000 Westlern beim IS sind 550 Frauen

Das Versprechen auf einen «rechtschaffenden» Ehemann ist aber bloss ein Mittel, mit dem die Propaganda der Terroristen arbeitet: Wie der «IS» gezielt junge Muslimas aus dem Westen ins Visier nimmt, zeigt eine ausführliche Studie mit dem Titel Bis dass der Märtyrertod uns scheidet. Sie zeigt, dass Social Media ein wichtiges Werkzeug für die Rekrutierung und die Probleme mit den Betroffenen auch hausgemacht sind.

Der Anteil der Frauen unter den Legionären ist überraschend hoch: Von geschätzt 4000 Personen aus dem Westen, die sich dem «IS» angeschlossen haben, sind 550 weiblichen Geschlechts, heisst es in der Studie. Die Frauen erfüllen dort ganz besondere Aufgaben: Eine davon ist, über Facebook, Twitter, Tumblr oder Websites wie Ask mit ihren «Schwestern» zu kommunizieren und sie von der Sache der Terroristen zu überzeugen.

Was treibt die westlichen Frauen an?

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Ein Screenshot vom (gesperrten) Twitter-Account von @bintlad3n: «Ihr modernen Muslime könnt mit den Ungläubigen so viel sympathisieren wie ihr wollt, doch am Ende werden sie trotzdem euch die Schuld geben und wie uns als Terroristen bezeichnen.»

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Auch der Account vom @UmmYaqiin ist inzwischen gesperrt: «Das Töten unschuldiger Muslime ist nicht bloss ein vom Westen tolerierter Kollateralschaden, sondern wird von ihm gesteuert.»

Was zieht die westlichen Frauen an?

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Schwesternschaft, wie sie in der «IS»-Propaganda dargestellt sind – dabei haben Frauen in deren Armee gar nichts zu suchen. 
bild via news

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Tweet aus einem «IS»-Feldhospital, wo «Löwen der Umma», der muslimischen Gemeinschaft, versorgt werden.
bilv via memri

abspielen

CNN berichtet über das «Jihottie»-Phänomen
YouTube/CNN

Weil Frauen im Kalifat die nächste Generation sichern müssen, haben Frauen bei der Rekrutierung auch eine eigene Stimme. Die Migrantinnen aus dem Westen, die beim «IS» angekommen sind, spielen eine Vorreiterolle, wenn es darum geht, weitere Neue in den Nahen Osten zu locken. Die Botschaft: Frauen werden bei uns wertgeschätzt.

Dabei ist die Propaganda nicht ohne Weiteres erkennbar und wandert auf dem schmalen Grat zwischen Frömmigkeit und Extremismus – die Ideen könnten so auch von sehr gläubigen Christen formuliert werden.

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Posierender IS-Kämpfer.
Bild: imgur

Unter dem Mantel der Harmlosigkeit werden via Social Media Frauen im Westen gezielt angesprochen und auch mit dem Versprechen auf einen Mann gelockt, wie drei Einzelbeispiele zeigen. So wie bei Salma und Zahane Halane aus der Gegend von Manchester, die ihrem 21-jährigen Bruder gefolgt sind und im Juli 2014 mit 16 Jahren über Istanbul bis Syrien migrierten.

Die «Terror Twins»

Von dort aus machen sie über wechselnde Twitter- und Instagram-Acoounts Werbung für die Sache des «IS» – den Jihad. Beide werden nach wenigen Wochen verheiratet und raten auf der Plattform Ask Frauen und Mädchen dazu, sich wie sie mit einem Fremden verkuppeln zu lassen. Die britische Presse nennt sie «Terror-Zwillinge» und stachelt mit der Berichterstattung über die «Jagd nach den flüchtigen Dschihad-Bräuten» (Daily Mail) das Image einer Art feministischen IS-Kämpferin an.

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Beziheungsberatung bei Ask.com

Salma wie Zahane verlieren im Dezember 2014 ihre Ehemänner – die Zwillinge preisen beide dieses Ereignis in sozialen Medien und glorifizieren ihren neuen Status als Witwen von «»Märtyrern.

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Oben: «Erstaunlich, wie die Gemeinschaft für Frauen von Märtyrern sorgt, [...] so eine Behandlung würdest du in der Welt der Ungläubigen nie sehen.»
Unten: «Gerade als Frau eines Märtyrers. Der Islamische Staat behandelt uns mit soooo viel Liebe und Respekt. Das kann man nicht erklären.»

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Zahanea Mann Ali Kalantar wird am 4. Dezember im Irak getötet. 

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«Geehrt, eine Auserwählte zu sein»: Salma macht den Tod ihres Mannes öffentlich, der eine Woche zuvor bei einem Luftangriff ums Leben kam.

Die Australierinnen

Andere Frauen wie Zehra Duman reisten allein von Australien zum «IS» und fand dort Landsleute wie Tara Nettleton und Zaynab Sharrouf. Letztere kam mit 13 Jahren mit ihrer Familie ins Kalifat, wurde mit 14 verheiratet und Zweitfrau von Mohammet Elohim, der sich auch jesidische Sklaven hält. Zaynab tweetet selbst ein Foto eines gefangenen Jungen.

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Auch Zehra heiratet schnell, verliert ihren Mann aber nach fünf Wochen. Auch sie glorifiziert den Tod ihres Mannes, «berät» online Frauen im Westen und verbreitet das Bild der frauenfreundlichen IS.

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«Bis wir uns im Paradies wiedervereinigen»: Zehras «Todesanzeige» auf Twitter.

Im März 2015 laden die australischen Frauen Bilder bei Twitter mit einem BMW hoch. Der Text: «Chillen im Kalifat, lieben das Leben».

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Die «Australische Fraktion» beim IS.

Shams, die IS-Ärztin

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Shams bildet eine Ausnahme: Sie ist nicht nur Mutter und Witwe, sondern arbeitet als Ärztin. Nachdem sie über Malaysia in «IS»-Gebiet eingewandert ist, hat sie es nach zwei Monaten Leid, sich nicht ohne männlichen Begleiter bewegen zu können und heiratet. Ihre Erlebnisse dokumentiert sie im Facebook-Blog «Paradiesvogel» (Bird of Jannah).

Das «Tagebuch einer Dschihad-Braut» wird auch dank Medien wie Daily Mail und BuzzFeed bekannt und ist auch heute noch in abgewandelter Form online.

Ein von @muslimrevert07 gepostetes Foto am

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16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie woof 01.02.2016 16:10
    Highlight Highlight Zeigt einmal mehr, wie einfach der Mensch funktioniert.
  • DerWeise 01.02.2016 15:40
    Highlight Highlight naja, nicht Neues.

    Ich würde hier gerne mal sowas lesen können:
    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-islam-als-ganzes-braucht-eine-reform-falscher-kulturalismus-ld.4681
  • Str ant (Darkling) 01.02.2016 12:36
    Highlight Highlight Es ist ein bekannter Faktor das Frauen auf Bad Boys fliegen egal wie sehr das dementiert wird.
    • Teslaner 01.02.2016 14:15
      Highlight Highlight Hier ist ein Forscher der Frauenforschungsklinik der Universität Oxford.
      Ich dementiere Ihre Aussage hiermit!
    • Bowell 01.02.2016 18:20
      Highlight Highlight @A-user: Aha, hast Du auch noch brauchbare Daten, die zu Deinem Entschluss geführt haben oder wird an der Frauenforschungsklinik der Universität Oxford etwa immer so dürftig argumentiert? Wenn ja, wäre ich ja gleich froh, dass es bei mir nur für die ETH gereicht hat;)!
    • Teslaner 01.02.2016 20:15
      Highlight Highlight War doch nur ein Witz! Weil er sagte, dass es niemand dementieren kann 😀
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Quijote 01.02.2016 10:14
    Highlight Highlight Sehr spannender Artikel, vielen Dank!

    Und trotzdem frage ich mich, wie der BMW mit den EU-Kennzeichen (Frankreich?) den Weg ins Kalifat fand...
    • nilsnektarine 01.02.2016 10:40
      Highlight Highlight das habe ich mich gerade eben auch gefragt...
    • Katerfutter 01.02.2016 10:53
      Highlight Highlight Das scheint mir auch eher unverständlich... Hat da jemand eine erklärung dazu?
    • Gigi,Gigi 01.02.2016 11:08
      Highlight Highlight Das Bild könnte auch in Nizza (Departement 06) aufgenommen sein. So rein von der Vegetation her. Und auch die Betonmauern, irgendwo im Hinterland von Nizza. Auch der nur hingelegte Teppich auf dem kratzerfreien, gepflegten BMW deutet darauf hin.
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