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Thilo Mischke berichtet Markus Lanz von seinen Erlebnissen. In der Mitte: Dokumentarfilmer Hartmut Idzko. screenshot: zdf

Reporter trifft deutsche «IS»-Anhängerin – Gespräch lässt ihn verstört zurück



Markus Lanz ist kein Moderator, der schnell nachgibt. Er weiss, wann er mit seinen Fragen eventuell eine Grenze überschreitet und ist bekannt dafür, auch emotionale Themen anzusprechen.

Am Mittwochabend hatte er unter anderem den Reporter Thilo Mischke eingeladen. Mischke reist für ProSieben in der Sendung «Uncovered» an die Brennpunkte der Welt und stösst dabei immer wieder auf krasse Begebenheiten. So auch in Syrien.

Markus Lanz spricht mit Thilo Mischke über Syrien

Erst kürzlich war Mischke in Nordsyrien und im Irak unterwegs. Der 38-Jährige erzählte von seiner Einreise und dem «Karl-May-Gefühl», wie er es nennt – Krieg, Tod und ein Gefühl der Globalisierung des 21. Jahrhundert, wie es sich der legendäre Schriftsteller vorgestellt hat, so Mischke.

Doch wie im Wilden West geht es dort nicht zu – gesetzlos dafür schon eher. Mischke war in einem Flüchtlingslager unterwegs. Jedoch in keinem für vertriebene Opfer des Krieges.

70'000 «IS»-Flüchtlinge in einem Lager

In dem Flüchtlingslager leben bis zu 70'000 Mitglieder des «IS» – hauptsächlich Frauen und Kinder. Ausgelöst durch die Zurückdrängung des «IS» im Januar 2019, die durch die kurdischen Milizen in das Camp hingeleitet wurden, berichtet Mischke.

«Die Stimmung ist furchtbar», sagt Mischke. Zum einen, weil nur etwa 400 Menschen versuchten, die radikalen Menschen vor dem «Durchdrehen» zu bewahren und zum anderen, weil dort der Begriff «radikalisiert» anders wahrgenommen werde, berichtet er. Wie, das erklärt er nicht – dafür jedoch, wie die Konsequenzen aussehen, falls man sich dem Islam abwendet.

Mischke berichtet bei «Markus Lanz» von Zuständen im syrischen Lager

«Die Menschen leben unter furchtbaren Umständen», erklärt Mischke . «Sie bringen sich gegenseitig um.» Zweifel am Islam oder der Versuch, sich vom Glauben abzuwenden, würden nicht toleriert. Dann berichtet Mischke von seiner Begegnung mit einer «IS»-Anhängerin, die ihm erklärt habe:

«Wenn du nicht mehr richtig an den Islam glaubst, dann zünden andere Glaubensschwestern nachts dein Zelt an – mit deinen Kindern.»

«IS»-Kämpferin

Lanz fragt ungläubig nach: «Die sitzen schon in der Tinte und zünden sich dann noch gegenseitig die Zelte an?» «Ja», bestätigt Mischke. «Weil eben noch genau aufgepasst wird, wer glaubt hier eigentlich und wer nicht». Ein «Geheimgericht» gäbe es auch, so der Reporter.

«Die Regeln des Islamischen Staats existieren auf kleinstem Raum in diesem Lager einfach weiter.»

Thilo Mischke über die Zustände in dem Flüchtlingslager

Und nicht nur Syrer leben in dem Camp, auch Deutsche. Mischke sprach vor Ort mit einer Frau aus Dortmund. Wie gefährlich das sein konnte, wurde schon vor dem Gespräch deutlich. Die Frau schärfte Mischke ein, zu behaupten, er sei von einer Hilfsorganisation, falls er gefragt werde, was er von ihr wolle. So weit, so krass.

Mischke fällt es schwer, die Unterhaltung mit der Frau in Worte zu fassen. Er fängt immer wieder an, unterbricht sich. Die Geschichte der Frau? Genauso unglaublich: Auf einer Silvesterparty traf sie einen Moslem, der betete – das fand sie interessant.

Gespräch mit deutscher «IS»-Frau lässt Reporter verstört zurück

Die Deutsche erzählt Thilo Mischke ihre Story. Sie wollte einfach mit Menschen leben, die so sind wie sie, Moslems. In Deutschland wäre das nicht gegangen, denkt sie. Ihr Glaube sei hierzulande nicht toleriert worden, man habe ihr gesagt, sie solle «wieder in ihr Land» zurückgehen.

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Thilo Mischke im Gespräch mit der «IS»-Anhängerin. screenshot: zdf

Warum sie nun aber in Syrien im Camp, ist, kann sie sich dagegen nicht erklären. Dem Islam bleibt sie aber weiterhin treu – und bereut nichts.

Es ist vor allem die folgende Aussage der Frau, die Mischke ratlos im Gespräch zurücklässt:

«Ich habe nichts verbrochen, ausser mich einer Terrororganisation anzuschliessen.»

Deutsche IS-Anhängerin

Im Studio ist es mucksmäuschenstill. «Man hört, was sie meint, aber versteht sie nicht», resümiert Lanz. Mischke versucht zu erklären: «Sie wurde in einer schwachen Phase ihres Lebens angesprochen und gezielt radikalisiert. Vor 30 Jahren hätte es auch rechtsextrem sein können.» «Am Ende sind es alles Faschisten», so Lanz.

Thilo Mischke stehen die aufwühlenden Ereignisse noch immer ins Gesicht geschrieben. Nicht nur als Zuschauer aus der Ferne kann man kaum fassen, was die radikalisierten Menschen, die vor kurzem noch in Deutschland lebten, von sich geben. Mischke weiss nun: Selbst, wenn man vor Ort mit diesen Menschen gesprochen hat, werden ihre Geschichten, ihre Entscheidungen und ihre Aussagen nicht nachvollziehbarer.

(lin/watson.de)

Jürgen Todenhöfer DAS IST KEIN ISLAMISCHER STAAT

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101Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Booker 30.11.2019 08:37
    Highlight Highlight Auf jeden Fall sollte verhindert werden, dass die IS Anhänger zurück in ihre Heimatländer kommen. Sie haben sich für ihren Weg entschieden und sollen diesen auch weitergehen bis zum Ende. Einfach zurückkommen und von unseren Sozialsystem profitieren soll nicht möglich sein!
  • vamosT 29.11.2019 13:25
    Highlight Highlight Das einzige was much immer wieder schockiert, ist wie naiv und welfremd viele Journalisten sind.
    Das ist der IS! Was hat der Mann denn erwartet? Dass die eigentlich gute Menschen sind, nur vom pösen Westen falsch verstanden? Oder, dass er, der Gute und Intelligente, diese "in ein schwachem Moment tragisch fehlgeleiteten Menschen" in einem Gespräch zurück in die Zivilisation holen kann?
    • thoroz 30.11.2019 08:33
      Highlight Highlight Ja das ging mir auch durch den Kopf. Bezüglich der kruden Argumente dieser Leute, ist es wieder mal ein schönes Beispiel wie Selbstgerechtigkeit funktioniert... und das gilt für alle Menschen, nicht nur den IS!
    • Rabbi Jussuf 30.11.2019 16:31
      Highlight Highlight vamos
      "Der Mann" tut immer so entsetzt, obwohl er andauernd irgendwo auf der Welt in irgendwelchen Krisenherden unterwegs ist und die Leute vor Ort interviewt.
      Hat ein bisschen was von Relotius, obwohl er anscheinend kein Schwindler ist.
      Nur... eine Szene hat mich schon etwas irritiert: Anfangs durften einige von seinem Team nicht in das Lager, weil sie zu deutsch aussehen würden. Er durfte aber rein, obwohl er offensichtlich seeehr deutsch aussieht.
  • Der Typ 29.11.2019 12:28
    Highlight Highlight Sofort die Kinder wegnehmen und den Rest dort lassen und sich belassen. Diese Menschen stellen nur eine Gefahr für den Rest der Welt dar. Klar ist es traurig, wenn Jugendliche und junge Erwachsene so radikalisiert wurden und sich dafür entschieden haben. Jedoch sieht man schon bei einem solchen Gespräch, dass Hopfen und Malz verloren ist.
  • BBSCD 29.11.2019 11:46
    Highlight Highlight Wie ihr hier alle verurteilt weil sie sich dem IS anschliessen. Natürlich ist der IS und seine Taten schrecklich und verabscheuungswürdig. Habe mehrere Dokus über Deutsche IS-Auswanderer geschaut und für mich ist klar, dass die Leute welche aus einem sicheren Land kommen und dann dem IS beitreten, nicht richtig in ihre Gesellschaft integriert waren oder keine Perspektiven hatten. Also verurteilt nicht andere Menschen für ihr verhalten. Denn ihr wisst nicht was diese erlebt haben.
    • Oxymora 29.11.2019 15:39
      Highlight Highlight @ BBSCD

      Gilt auch für Hunde!
      Hunde, die Kinder in Stücke reissen, bitte gewähren lassen. Verurteilt sie nicht für dieses Verhalten. Denn ihr wisst nicht, was sie erlebt haben.

      Falls Sie meinen Kommentar bescheuert finden, können Sie sich vorstellen wie ihr Kommentar auf mich wirkt.
    • Kruk 29.11.2019 18:55
      Highlight Highlight Man kann nicht alles mit solchen sachen rechtfertigen.
      Und ich habe für recht viel Verständnis, teilweise auch für Leute die sich aus irgendeinem Grund irgendwelchen Widerstandorganisationen anschliessen.
      Aber sicher nicht solchen erbärmlichen faschistoiden Unterdrückerbanden.
    • Sanduuh 29.11.2019 23:14
      Highlight Highlight Was schreibst denn du? Sorry, aber keine Perspektiven zu haben ist doch keine Entschuldigung um andere Menschen zu töten.
  • Neruda 29.11.2019 11:11
    Highlight Highlight Dieser deutsche Journalismusstil ist einfach unerträglich. Dauernd wird versucht, dem Leser einzutrichtern, was er über das Berichtete denken soll. Das ist nicht Aufgabe des Journalismus. Schon klar, vergrällen sie so viele Leute.
    • Rabbi Jussuf 30.11.2019 16:13
      Highlight Highlight Neruda
      Danke, dass du das zur Sprache bringst. (Ist auch bei w. Artikeln deutlich, die aus de kommen.
      Kein Wunder beziehen sich immer mehr Deutsche auf die NZZ, wenn es um journalistische Informationen geht.
  • Scott 29.11.2019 10:20
    Highlight Highlight Und bei uns regt sich jede/r über China auf, wo Muslime in Umerziehungslagern von ihrem Irrglauben weggefürt werden sollen.
    • Driver7 29.11.2019 12:41
      Highlight Highlight Glauben darf jeder was er will.. das nennt man Religionsfreiheit.. einer Terrororganisation angehören, morden, usw darf man jedoch nicht.. das nennt man Gesetz ;)
    • Kruk 29.11.2019 14:17
      Highlight Highlight Das Volk der Uighuren wäre eigentlich ein gutes Beispiel dafür dass Unterdrückung der Religionsausübung eher zur Radikalisierung beiträgt.
      Aber eben hauptsache man rechtfertigt das Verhalten Chinas. Jetzt wissen wir wenigstens was sich einige auch für die Muslime hier wünschen...
    • Citation Needed 29.11.2019 19:01
      Highlight Highlight Ja, gell Scott, sind doch was gutes, solche Lager
      Da ist es geistig schon viel gesünder, stundenlang gefesselt rumzustehen und mehrmals täglich 'freiwillig' in Lobgesänge im Stil von 'lang lebe Xi Jinping!' zu trällern und notfalls mit Essens- und Schlafentzug gefügig gemacht zu werden. Tolle Methoden, und so zielführend.
      //Irony off

      Zudem bringt es Driver auf den Punkt und Du einiges durcheinander. Es wird nichtmal eine Unmenschlichkeit mit einer andern bekämpft, denn die Internierten sind nicht mal Terroristen. Weisst Du z.B., was mit den Tibetern (Buddhisten) geschah/geschieht?
      Eben.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 29.11.2019 09:00
    Highlight Highlight Verstehe die Überraschung nicht. Haben die noch nie ein Buch über den Holocaust oder den Gulag gelesen? Die Menschen, die wegen ihrer politischen und Religiösen Ansichten Verfolgt wurden, sind deswegen doch nicht davon abgefallen, sondern fanden in ihren Ansichten eine innere Stütze eine Möglichkeit zur Identifikaiton mit anderen. Und das macht durchaus auch Sinn, weil in solchen Situation die Gruppe Schutz bietet. Weshalb sollen also die IS-Anhänger in ihrem Gefangenenlager vom Glauben abfallen?
    Sie werden langfristig das Lager dominieren, weil sie Strukturen anbieten können.
  • Kanischti 29.11.2019 08:58
    Highlight Highlight Wenn die Gute sich beschwert, sie könne ihren Glauben in Deutschland nicht leben, aber mit ihrer Burka rumrennen will, muss sie sich wirklich nicht über die Anfeindungen wundern.
    Millionen von Muslimen zeigen, dass dieser Glaube moderat gelebt werden kann!
  • hämpii 29.11.2019 05:19
    Highlight Highlight Vor 500 Jahren wäre es wohl die katholische Kirche gewesen...
    • AnnikKilledTheStage 29.11.2019 09:26
      Highlight Highlight Hämpli hat da schon Recht! :) ... Seit dem 13. Jahrhundert verfolgte die Inquisition der Kirche Hexen Juden anders Gläubige .... Erst Ende des 18 Jahrhundert zu Beginnn der Zeit der Aufklährung hörte das langsam auf. Aber die Saat, die die Katholische Kirche säete, trägt bis heute Früchte^^
    • Scott 29.11.2019 10:25
      Highlight Highlight Ja, die Christen haben etwas Vorsprung...
      Tut aber nichts zur Sache oder wollen Sie uns damit sagen, dass wir nun 500 Jahre warten sollen bis der Islam auch so weit ist?
    • Dong 29.11.2019 11:02
      Highlight Highlight @AnnikKilledTheStage: Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Kirche hat GEGEN die Hexenverfolgungen gekämpft! Das weiss kein Schwein, ist aber historisch unbestritten (und interessant).

      Zitat:
      Historisch widerlegt ist hingegen die weit verbreitete Vorstellung, „die Inquisition“ sei für die Durchführung der Hexenprozesse verantwortlich gewesen. Faktisch gab es in Ländern, in denen sich die Inquisition durchsetzen konnte, eine viel geringere Anzahl an Hexenprozessen ...

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung#Rolle_der_Kirchen_und_der_Konfessionalisierung
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kritiker 2.0 29.11.2019 02:29
    Highlight Highlight „Ich habe nichts verbrochen, ausser...?!“ 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
  • Nino F. 29.11.2019 02:05
    Highlight Highlight Die Kurd*innen haben den IS besiegt und halten den IS in Schach. Nebenher etablieren sie in den von ihnen befreiten Zonen (Rojava) ein demokratisches, geschlechtergerechtes und ökologisches Gesellschaftsmodell. Die einzige stabile Konstellation der Region wird von der türkischen Armee und dschihadistischen Proxies angegriffen, mit dem Segen der Nato, der EU und Russland. Viele IS-Kämpfer sind deswegen aus den kurdischen Gefängnissen entkommen. Wer islamischen Fundamentalismus bekämpfen will, muss die fortschrittlichen Kräfte unterstützen. Also YPG, YPJ und SDF. Halt Stand, freies Rojava!
    • Dong 29.11.2019 11:06
      Highlight Highlight Bei aller Sympathie für die Kurden: Rojava hat keine kurdische Bevölkerungsmehrheit, ist in einer komplexen Kriegssituation entstanden und ist letztlich ein sozialistisches Experiment. Wie stabil diese Konstellation ist muss sich erst noch zeigen.

      Funfact: Syrien existiert seit ca. 2500 v.Chr. und ist eines der ältesten Länder der Erde.
    • Nino F. 29.11.2019 13:12
      Highlight Highlight @Dong
      Alle machen sich Sorgen um islamistischen Terror. Aber diejenigen Kräfte, die dem was entgegensetzen (nicht nur militärisch, sondern auch mit einem fortschrittlichen Gesellschaftsentwurf), werden sowas von im Stich gelassen. Weil die Rojava-Revolution sozialistisch ist und niemand Beef mit Erdogan will. Der "demokratische Konföderalismus", den die (nicht nur) kurdischen Kräfte einführen wollen, garantiert ein friedliches Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen. Das ist doch allemal besser als osmanische Grossmachtsfantasien, religiöser Fundamentalismus oder Assad-Diktatur!
  • Kubod 29.11.2019 00:23
    Highlight Highlight «Am Ende sind es alles Faschisten».
    In diesem Fall Islamofaschisten.
  • Freethinker 28.11.2019 22:59
    Highlight Highlight Naivität gepaart mit ausreichend Dummheit wird sicherlich dabei helfen, diese Ideologie zu übernehmen. Mich fasziniert/beängstigt allerdings immer wieder, dass es teilweise auch, mindestens schulisch gesehen, intellektuelle Leute dabei hat. Leute die so krank in ihrem Denken sind, wüsste man gerne weggesperrt und zwar für immer.
  • Anna Landmann 28.11.2019 21:42
    Highlight Highlight Der IS entstand in amerikanischen Gefängnissen im Irak. Was wohl aus diesem Lager entsteht?
    • Snowy 29.11.2019 01:51
      Highlight Highlight Wer dislikt diese Aussage?
      Problem mit der Wahrheit?
    • winglet55 29.11.2019 06:58
      Highlight Highlight Der IS entstand unter dem Regime von Saddam Hussein. Dieser Despot hat mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der USA & dem CIA ( 2 verschiedene Kassen) die radikalen Muslim unterdrückt, gefoltert und ermordet. Der Sturz Saddams war dann quasi die Befreiung des IS, und hat einfach den ehemaligen Despoten abgelöst und ein anderes Terror Regime ermöglicht.
    • ChlyklassSFI 29.11.2019 08:28
      Highlight Highlight Winglet: Nein, stimmt nicht. Der IS entstand aus Soldaten Husseins.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SteWe 28.11.2019 20:58
    Highlight Highlight Mir tun einfach die unschuldigen Kinder unheimlich leid.
    • Die verwirrte Dame 29.11.2019 11:15
      Highlight Highlight Mir nicht...
    • Anna Landmann 30.11.2019 09:11
      Highlight Highlight Hätten halt schauen müssen, wo sie sich hingebären lassen, diese Kinder, oder wie, die Dame?
  • Garp 28.11.2019 19:38
    Highlight Highlight Es geht ja nicht wirklich um Religion, bei dieser Thematik. Sondern darum, dass man sich über andere erhebt, weil man überzeugt wurde oder ist, dass man mehr Berechtigung hat zu existieren und Macht inne zu haben als andere. Das Anrecht kann durch ganz unterschiedliche Glaubensmuste beansprucht werden, wie Gesundheit, Hautfarbe, Abstammung, Religion usw. . Es geht aber immer um einen Machtanspruch, der in ganz unterschiedlichen Gewändern daherkommt. Menschen die sich oft ohnmächtig fühlen und sich nicht mit sich selber auseinander setzen, sprechen besonders auf Radikalisierungen an.
  • ostpol76 28.11.2019 19:35
    Highlight Highlight In Teilen dieser Welt ist der Islam auf dem Niveau, auf welchem das Christentum vor 1000 Jahren war.
    • Knäckebrot 29.11.2019 08:17
      Highlight Highlight Noch nicht ganz 1000 Jahre. Da müsstest du noch etwas warten. Das erste mal, als die Kirche zum Krieg aufrief war 1095... bzw. bereits in den 1070ern wurde es enger.

      Der Haken bei dieser These ist, dass von den ersten Christen bis Ende 4. Jhd noch kein Gewaltakt vorkam bzw. dokumentiert ist und Gewaltlosigkeit ein Ideal war, nach dem Vorbild von Jesus, während im Islam bereits deren Prophet krieg führte...
    • Liselote Meier 29.11.2019 09:28
      Highlight Highlight @Knäckebrot; Jo kommt etwa hin die Entartung der christlichen Lehre begann 380 als Rom das Christentum als Staatsreligion erklärte.
    • Oxymora 29.11.2019 10:40
      Highlight Highlight @Knächebrot

      Mit Gewalt als Gottesdienst begann es am 28. Oktober 312 auf der Milvischen Brücke in Rom.

      “In diesem Zeichen (Kreuz) wirst du Siegen!“
      träumte der Kaiser.

      Jesus war sein Kriegsgötze.

      Danach folgten Jahrhunderte lang Missionskriege in Europa von christlicher Seite aus in Gang gesetzt.

      Mission der Heiden war das Ziel.

      Totale Erbarmungslosigkeit, Geiselnahmen, Zwangsumsiedlungen, Deportationen, Massenhinrichtungen, Versklavung, Folter die Mittel.

      Und so genannte Kirchenväter schusterten Regeln zum gerechten/heiligen Krieg.
    Weitere Antworten anzeigen
  • andyh 28.11.2019 19:27
    Highlight Highlight Das tönt wie contiguous brain cancer. Medizinisch werden Krebszellen gezielt beseitigt um der Gesundheit des ganzen Körpers willen....
  • J. 28.11.2019 19:22
    Highlight Highlight Das mag nun radikal tönen, aber ich finde hier muss man definitiv aufräumen. Die Kinder mögen unschuldig sein, aber die Erwachsenen sind es nicht! Ich finde diese Leute sollten in Steinbrüchen oder anderen Arbeitsorten bis zu ihrem Tode ihre Schuld abarbeiten. Das ist meine Meinung zu der Sache.
  • Basswow 28.11.2019 19:15
    Highlight Highlight Zitat:
    «Ich habe nichts verbrochen, ausser mich einer Terrororganisation anzuschliessen.»

    Ist einfach dumm 🤷🏽‍♂️
  • Bivio 28.11.2019 18:50
    Highlight Highlight Zwei Sachen gingen mir durch den Kopf als ich den Bericht gesehen habe.
    1) Wie naiv und leichtsinnig gewisse Leute in die Radikalität abgedriftet sind. Wegen Saufen auf einer Silversterparty --> echt jetzt?
    2) Mir kamen unweigerlich Parallelen zu den Verbrechen der Nazis in den Sinn. Am Ende wollte niemand Schuld sein bzw. es waren die Anderen. Man kann dies fast 1:1 übertragen.
    Die Frage stellt sich nun, wie wir mit allfälligen Rückkehrern umgehen, welche sich offensichtlich überhaupt nicht von der Ideologie distanziert haben.
  • Starcraft 28.11.2019 17:45
    Highlight Highlight Mit diesen Anhängern eines solch menschenverachtenden Systems habe ich null Mitleid.
    Sie haben ihr Schicksal selbst gewählt.
    Und besser, sie bleiben kontrolliert in einem solchen Lager, als in ihre Herkunftsländer zurück zu sickern und dort ihre toxische Weltanschauung zu leben und zu verbreiten.
    Nur die Kinder dieser IS-Anhänger tun mir richtig leid...
    • _kokolorix 28.11.2019 18:19
      Highlight Highlight Und wie kontrolliert ist so ein Lager? Wenn sich 70000 Menschen gemeinsam aufmachen, sind sie wohl auch mit Maschienengewehren nicht aufzuhalten.
      Besser wäre es sie aus diesem radikalisierten Umfeld zu nehmen und in kleinen Gruppen auf der ganzen Welt zu verteilen
    • Platon 28.11.2019 18:54
      Highlight Highlight @Starcraft
      Das sehe ich auch so. Die Kinder sind das drängendste Problem, dass schleunigst gelöst werden muss. Die Kinder leben in traumatisierenden Verhältnissen und laufen Gefahr unwiderrufliche Schäden davon zu tragen. Bei vielen wird dies ohnehin schon der Fall sein. Viel wichtiger ist aber, dass unbedingt verhindert werden muss, dass die Kinder in dieselbe Ideologie fallen und deshalb gehören sie schleunigst rausgeholt. Kinder sind noch "formbar". Ihnen wird man noch beibringen können, dass der IS schlecht ist. Wenn sie aber weiter so gehalten werden, werden auch sie den Westen hassen.
    • Starcraft 28.11.2019 19:21
      Highlight Highlight Ich halte diese Menschen für psychisch zu deformiert und zu stark ideologisiert, um sie in einer westeuropäischen Gesellschaft zu reintegrieren.

      Mein konservativ-islamisch ausgerichteter Schwager hat schon Mühe, seine Lebensweise in unserer christlich geprägten Gesellschaft einzubinden.
      Wieviel schwieriger wäre das, für so stark radikalisierte Fanatiker....
    Weitere Antworten anzeigen
  • PlayaGua 28.11.2019 17:38
    Highlight Highlight «Ich habe nichts verbrochen, ausser mich einer Terrororganisation anzuschliessen.» Und damit Mittäterin zu Massenmord, Folter, Vergewaltigung und Versklavung zu sein. Aber stimmt, mehr hat sie wohl nicht verbrochen.
  • Theor 28.11.2019 17:27
    Highlight Highlight Auch der IS basiert am Ende nur auf religiösem Gedankengut. Und wenn einem als Gläubiger nur schlechtes passiert - wieso fangen diese Leute nicht mal an zu zweifeln?

    Diese Menschen haben die falsche Entscheidung getroffen - haben Gräueltaten begangen oder mitgetragen - wurden besiegt und werden nun wie Tiere gehalten. Wo ist also ihr Gott, der ihnen doch versprochen hat, er bringt ihnen das Paradies auf Erden, wenn sie machen was man von ihnen verlangt?

    Diese Lager sollte eigentlich voller geläuterter Atheisten sein, aber stattdessen stürzen sie sich noch tiefer in ihren Glauben?
    • Kuma-Sensei 28.11.2019 17:47
      Highlight Highlight Das ist ja das perfide am Glauben. Wenn alles gut läuft sagt man, dass Läge daran das man Gottes auserwähltes Volk sei.

      Wenn es schlecht läuft predigt man einfach, es sei eine göttliche Prüfung und man müsse stark sein, sonst sei man verdammt. Auch beliebt ist die Behauptung, dass teuflische Mächte sich gegen den wahren Glauben verschworen haben.

      Den Menschen fällt es sehr schwer zuzugeben, dass sie ihr Leben weggeworfen haben und gerade bei Radikalen würde nichts von ihrem Leben übrigbleiben, wenn man das Element Religion entfernt. Da glauben sie lieber die schon erwähnten Lügen.
    • Follower 28.11.2019 18:30
      Highlight Highlight Die haben a) nichts mehr zu verlieren , b) ist der Glaube mit den strengen Regeln und Ritualen das einzige, was ihnen Halt gibt und c) wurden sie durch das Erlebte so verändert, dass ein anderes Verständnis kaum mehr erlernbar ist.
    • Lausannois86 28.11.2019 18:48
      Highlight Highlight Glaube gab immer Halt wenns ausweglos ist oder scheint.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LBefürworter 28.11.2019 17:25
    Highlight Highlight Religion mag ja vielen beim weg durch ihr leben helfen, reisst aber genau so viele in den absturz. Stimmt mich traurig sowas zu lesen, aber ein spannender einblick.
  • Andre Buchheim 28.11.2019 16:49
    Highlight Highlight Was soll man dazu sagen. Nur eine Frage treibt mich da um: Sind diese Menschen für immer verloren, oder könnte man ihnen, ohne Gewalt, klar machen, daß es sich um einen Fehltritt handelt und sie umkehren sollten?
    Ich meine, sie können ja Muslime bleiben, aber (mit)menschliche, wie es Allah eigentlich verlangt. Die Formel Islam=Terror ist falsch. Islam=Frieden, das ist, was sie verstehen und leben sollten.
    Zumal es DEN Islam nicht gibt. Islam ist der Glaube an Gott, den die Gläubigen mit Leben und Mitgefühl ausfüllen sollten. Wer dem Terror dient, dient dem Shaitan!
    • _kokolorix 28.11.2019 18:29
      Highlight Highlight Der Glaube an den einen Gott, der der richtige sein soll, ist der erste Schritt zur Radikalisierung.
      Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass wir hier nicht weniger extrem sind. Wir zerstören wissentlich und bewusst die Welt unserer Kinder. Dabei verurteilt die Mehrheit die grünen Exoten als Extremisten, welche ihnen nur ihr bequemes Leben neiden würden. Sie glauben unerschütterlich an den einen Gott, das Geld, welcher in Zukunft ein globales Wunder wirken soll...
      Unverständlich, hüben wie drüben
    • P. Silie 28.11.2019 18:48
      Highlight Highlight @ Andre
      Benutzer Bildabspielen
    • Kruk 28.11.2019 19:48
      Highlight Highlight Solche Fälle gibt es, die können dann eine wichtige Rolle in der Prävention und Entradikalisierung anderer spielen.
      Noor huda Ismael würde mir da in den Sinn kommen, wobei der einfach mehr im radikalen Umfeld aufgewachsen ist.
      Aber IS ist halt schon auf der obersten Faschistenstufe. Wer dort wirklich aus Überzeugung und nicht nur aus Naivität dabei ist, wird nur schwer heilbar sein.

      Zur Prävention könnte der normale Islam bei den Muslimen gefördert werden. Aber die allgemeine Ablehnung gegenüber dem Islam ist auch nicht gerade hilfreich, um Radikalisierung vorzubeugen.
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Deutsches Versuchslabor lässt Tiere qualvoll verenden – Spuren führen in die Schweiz

In einem deutschen Labor sterben junge Hunde, Affen und Katzen einen qualvollen Tod. Was eine Schweizer Pharma-Firma damit zu tun hat.

Ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Soko Tierschutz und Cruelty Free International hat sich als Pfleger in das Tierversuchslabor LPT nahe Hamburg eingeschleust. Von Dezember 2018 bis März 2019 dokumentierte der Tierschützer die zahlreichen brutalen Tierversuche an jungen Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen.

Der Bericht sorgte in Deutschland in den letzten Tagen für viel Empörung.

Bei LPT handelt es sich um ein Familienunternehmen. Das Versuchslabor ist eine der grössten Einrichtungen für …

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