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So erlebten Irans Zivilisten den Kriegsbeginn – nun herrscht Funkstille

An explosion is seen in Tehran, Iran, Sunday, March 1, 2026. (AP Photo/Vahid Salemi)
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Unter Beschuss seit zwei Tagen: Aufnahme einer Explosion in Teheran am Sonntag, 1. März. (AP Photo/Vahid Salemi)Bild: keystone

So erlebten Irans Zivilisten den Kriegsbeginn – seither herrscht Funkstille

Bombeneinschläge, Staus, Vorratskäufe und kaum noch Internet: Seit Samstag erleben Millionen Menschen im Iran, wie der Krieg ihren Alltag innert Stunden verändert. Verlässliche Informationen dringen kaum nach aussen.
01.03.2026, 19:5101.03.2026, 19:51

Am Samstagmorgen um 7.13 Uhr Schweizer Zeit schickt eine junge Frau aus Teheran ein Video an watson. Darauf ist zu sehen, wie in ihrer Nachbarschaft Rauch aufsteigt. «It just happened», sagt sie.

Sie habe auf der Couch gelegen, dann die Bombeneinschläge gehört und sei sofort auf den Balkon gesprungen. Draussen habe sie jemanden rufen hören: «Death to the dictator.» Ihre Nachricht endet mit dem Satz: «We are finally gonna be free.»

Wenig später schreibt sie, viele Menschen wollten trotz Trumps Aufruf, zu Hause zu bleiben, die Stadt verlassen. Viele hätten nicht genug Lebensmittel daheim. Auch sie selbst wolle die Stadt verlassen, um zu ihrer Mutter aufs Land zu fahren.

Kurz darauf schreibt sie: Menschen seien auf den Strassen, der Verkehr sei chaotisch, Autos stünden still und hupten. Ihr Partner habe für den Heimweg vier Stunden gebraucht statt wie sonst rund anderthalb. Viele Menschen seien bereits an Tankstellen und in Läden, um Vorräte zu kaufen.

Massen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen.
Massen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen.Bild: keystone

Genau dieses Bild findet sich auch in internationalen Berichten wieder. In Teheran bildeten sich schon kurz nach Beginn der Angriffe lange Schlangen vor Tankstellen, viele Menschen versuchten, die Stadt zu verlassen, und der Verkehr brach stellenweise zusammen. Reuters-Bilder vom Samstag zeigen Warteschlangen an Teheraner Tankstellen und lange Autokolonnen.

Internet-Blackout im Iran

Gleichzeitig wurde das Land digital noch stärker abgeriegelt. Die junge Iranerin schrieb am Samstag kurz nach 11.00 Uhr Schweizer Zeit: «The internet is so awful.» Seither herrscht Funkstille.

Das Abschalten aller Kommunikationsmöglichkeiten ist schon länger eine Strategie des Regimes und wurde zuletzt bei den Demonstrationen Anfang Januar flächendeckend angewendet.

Internationale Berichte sprechen nun wieder von einem fast vollständigen Internet-Blackout seit Samstag. Auch die Washington Post meldete einen nahezu totalen Ausfall der Internetverbindungen. Reuters berichtete zudem von Cyberangriffen auf iranische Websites und digitale Dienste in den ersten Stunden nach den Angriffen.

Wie Al Jazeera schreibt, waren Teherans Strassen gegen Samstagabend dann weitgehend leer, während die Explosionen weiter zu hören gewesen seien. Gleichzeitig zeigten Staatsmedien Mitglieder der Revolutionsgarde auf Motorrädern und in Fahrzeugen im Zentrum der Hauptstadt.

Was am Sonntag sonst in Iran geschah, lässt sich von aussen nur schwer verlässlich überprüfen. Klar ist aber: Die Reaktionen im Land fielen gespalten aus. Während sich in Teheran laut internationalen Berichten tausende Menschen zur Trauer um Ali Chamenei versammelten, zeigten Reuters-Aufnahmen und weitere Berichte aus mehreren iranischen Städten auch Feier-Szenen: Menschen tanzten auf den Strassen, hupten und jubelten über den Tod des langjährigen Machthabers.

Wie es den Menschen im Iran wirklich geht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

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