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Zugunglück in Italien: Jetzt gerät das Bahnpersonal ins Visier der Ermittler

14.07.2016, 08:1914.07.2016, 09:08
Mangelhaftes Sicherheitssystem als mögliche Ursache für das Zugunglück in Süditalien.
Mangelhaftes Sicherheitssystem als mögliche Ursache für das Zugunglück in Süditalien.Bild: EPA/ANSA

Bei der Suche nach den Ursachen des Bahnunglücks im süditalienischen Apulien mit 23 Toten und 52 Verletzten haben die Justizbehörden erste konkrete Schritte unternommen. Ermittlungen wurden gegen Mitarbeiter der Betreibergesellschaft aufgenommen.

Ein Pool aus fünf Staatsanwälten ermittelt nun die Ursachen des Unglücks.

Die Tragödie hatte sich am Dienstag bei Bari auf einem eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Corato und dem etwa zehn Kilometer entfernten Andria ereignet. Ermittelt wird jetzt unter anderem gegen die Bahnhofsvorsteher von Andria und Corato, von wo die beiden Züge abgefahren waren. Diese waren bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer zusammengeprallt.

23 Menschen kamen bei dem Unfall in Apulien ums Leben, 52 wurden verletzt.
23 Menschen kamen bei dem Unfall in Apulien ums Leben, 52 wurden verletzt.Bild: AP/ANSA

Das schwere Zugunglück wurde womöglich durch ein mangelhaftes Sicherheitssystem verursacht. Die Bahnhofsvorsteher der beiden Orte müssen sich stets telefonisch darüber verständigen, welcher Zug Vorfahrt hat.

Einer der beiden hatte diesmal einige Minuten Verspätung. Das Signalsystem auf der eingleisigen Strecke bei Bari sei eines der gefährlichsten, weil die Kontrolle bei Menschen liege, sagte Verkehrsminister Graziano Delrio am Mittwoch vor dem Parlament in Rom.

Genauere Informationen zur Unglücksursache dürfte die Auswertung der Unfalldatenschreiber der beiden Züge bringen, die mittlerweile geborgen wurden. Beide Lokführer sind bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Das Begräbnis der Opfer ist für Samstagvormittag geplant. Die Toten sind alle Italiener. In der Stadt Andria, aus der die meisten Opfer stammten, wurde eine dreitägige Trauer ausgerufen. 24 Personen seien noch im Spital, acht davon in kritischem Zustand, berichteten die Behörden. (wst/sda/apa)

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