International
Italien

Salvini schildert Pläne für Brücke nach Sizilien

«Traum von Millionen Italienern»: Salvini schildert Pläne für Brücke nach Sizilien

04.04.2023, 21:2804.04.2023, 21:28

Italien plant mit dem Bau einer Brücke von Kalabrien zur Insel Sizilien laut Vize-Regierungschef Matteo Salvini «das grösste öffentliche Bauwerk auf dem europäischen Kontinent in diesem Jahrhundert». Das sagte der Infrastrukturminister am Dienstag vor Auslandskorrespondenten in Rom, denen er Details des Vorhabens schilderte. Salvini behauptete, die Brücke sei «der Traum von Millionen von Italienern seit Jahrhunderten».

Italian Infrastructure Minister Matteo Salvini answers reporters' questions at the end of a press conference at the Foreign Press Club in Rome, Tuesday, April 4, 2023. Salvini addressed questions ...
Matteo Salvini bei seinem Auftritt am Dienstag.Bild: keystone

Jüngst hatte die Regierung in Rom beschlossen, nach Jahren des Hin und Her einen neuen Versuch zu starten, eine Brücke nach Sizilien zu bauen. Bislang kann man die Meerenge von Messina - ganz an der Spitze des italienischen Stiefels - nur mit Fähren überqueren.

Die Brücke soll 3666 Meter lang und 60 Meter breit werden. Die beiden Brückenpfeiler, auf denen die Fahrbahnen für Autos und Züge über Schrägseile hängen, werden 399 Meter hoch, wie der Plan vorsieht.

Nach der Fertigstellung, die laut Salvini für Anfang der 2030er Jahre vorgesehen ist, könnten rund 6000 Autos pro Stunde und täglich 200 Züge über die Brücke fahren. Die Planer gehen von rund 11 Millionen Menschen aus, die jedes Jahr die Brücke nutzen. Rom erhofft sich von dem Mega-Projekt insgesamt 100 000 Arbeitsplätze. Die Kosten für die Brücke samt Zufahrtswege werden auf 10 Milliarden Euro geschätzt.

Das Infrastrukturministerium gab bekannt, dass die Brücke resistent sein werde gegen Erdbeben bis zu einer Stärke von 7.1 sowie Windgeschwindigkeiten bis zu 270 Kilometern pro Stunde. Experten hatten zuletzt vor den Gefahren der Naturgewalten in jener seismisch aktiven Region gewarnt.

Staatspräsident Sergio Mattarella hatte ein Regierungsdekret jüngst bereits gegengezeichnet, nun muss das Parlament dieses noch in ein Gesetz umwandeln. In den zwei Kammern hat die Rechtskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Mehrheit. Salvini sagte, dass schon im Sommer 2024 die ersten Baustellen eröffnet werden sollen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
«Die USA befinden sich in einem Krieg, aus dem sie nicht mehr herauszukommen wissen»
Nach der Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und Iran atmet die Welt auf. Dabei sind viele Fragen noch offen und ein Frieden alles andere als in Sicht, wie Staatswissenschaftler Andreas Böhm im Interview einordnet.
Kurz bevor das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an das iranische Regime abgelaufen ist, haben sich die beiden Kriegsparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Ist die Welt knapp an einem atomaren Angriff der USA auf den Iran vorbeigeschlittert?
Andreas Böhm: Das ist schwer zu sagen, und ich hoffe natürlich, dass diese Frage nicht im Raum stand. Die Nutzung von Atomwaffen ist auf internationaler Ebene absolut geächtet. Die USA hätten es sich damit mit allen ihren Verbündeten verspielt. Ausserdem hätten sie damit rechnen müssen, dass der Iran massiv zurückschlagen würde. Trotzdem gab es Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ein atomarer Angriff nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte.
Zur Story