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Italien

Italiens Raststätten wegen Preisen in der Kritik

«Preise wie im Sterne-Restaurant»: Italiens Raststätten wegen Preisen in der Kritik

13.07.2025, 11:0413.07.2025, 11:04

An einer italienischen Autobahnraststätte einen Espresso zu schlürfen oder ein Panino zu essen, wird immer teurer. Das stellen italienische Konsumentenschutzverbände fest.

Der Verband Altroconsumo hat 16 Autobahnraststätten rund um Mailand, Neapel, Rom und Venedig unter die Lupe genommen. Untersucht wurden Preise für Snacks, Getränke, Frühstück und schnelle Mahlzeiten. Zwar gibt es im Vergleich zum Vorjahr einige positive Signale. Insgesamt bleiben die Preise aber deutlich höher als ausserhalb der Autobahn.

Besonders auffällig: Wasser kostet in der Raststätte durchschnittlich 3.18 Euro pro Liter – rund das Fünffache des Supermarktpreises. Croissants kosten durchschnittlich 2 Euro – ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber 2024. Zum Vergleich: In Geschäften ausserhalb der Autobahn liegt der Durchschnittspreis bei 1.37 Euro, also 47 Prozent weniger.

Ein Espresso kostet im Schnitt 1.46 Euro, was einem Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht – und 21 Prozent mehr als in städtischen Bars, wo der Durchschnittspreis bei 1.20 Euro liegt. Der Cappuccino bleibt stabil bei durchschnittlich 1.85 Euro, liegt aber 16 Prozent über dem städtischen Durchschnitt von 1.60 Euro.

Auch die beliebten Panini, die gefüllten Sandwiches, können bis zu 8 Euro kosten. Wer sich ein Sandwich mit einem Softdrink gönnt, muss 16 Euro ausgeben.

Grosser Preisunterschied bei Glace

Auffällig ist auch der grosse Preisunterschied bei Glacen. Ein einfaches Stieleis mit Schokoladenüberzug kostet an den Raststätten durchschnittlich 3 Euro, während man für ein vergleichbares Produkt im Supermarkt nur etwa 1.30 Euro ausgeben muss. Auch hier zeigt sich deutlich: Wer unterwegs eine kleine Erfrischung möchte, muss dafür weit tiefer in die Tasche greifen als im Supermarkt an der Ecke.

Die Studie macht deutlich: Trotz leichter Preisrückgänge bei einzelnen Produkten bleibt das Essen und Trinken auf italienischen Autobahnen teurer als ausserhalb des Autobahnnetzes.

«Preise wie im Sterne-Restaurant»

«Essen auf der Autobahn? Preise wie im Sterne-Restaurant! Als wären Autobahngebühr und hohe Spritpreise nicht schon genug – jetzt belasten auch die teuren Raststätten das Reisebudget zusätzlich», kritisierte die römische Tageszeitung «Il Fatto Quotidiano».

Reisende, die auf den Geldbeutel achten, sollten sich bewusst die Zeit nehmen, um für eine Pause die Autobahn zu verlassen und in kleinen Geschäften oder Gasthäusern anzuhalten, die lokale Spezialitäten anbieten. (hkl/sda/apa)

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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s'Paddiesli
13.07.2025 12:32registriert Mai 2017
"5 Stelle"-Restaurant.
(politischer Witz am Rande)
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001506.b818b2f8@apple
13.07.2025 12:29registriert Juli 2021
Preise wie im Sternerestaurant? Ist wohl leircht übertrieben. War schon in vielen Sternestis in Italien. Da kostet ein Espresso garantiert mehr als 2€. Am besten man organisiert sich den Guide Michelin, sucht ein Restaurant auf der Route und isst dort. Da gibts nicht nur Sterne, sondern eben auch andere gute Restaurants und eine Spezialkennzeichnung für gut und günstig ("Bib Gourmand"). Alle, die es in den Guide schaffen, sind super. Egal, ob Landbeiz oder 3-Sterne-Palast. Wurde noch nie enttäuscht. Weder in Italien, noch sonstwo.
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Dong
13.07.2025 11:55registriert Oktober 2016
In italienischen Autobahnraststätten isst man allerdings auch oft richtig gut.
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