Menschenrechtler melden harten Polizeieinsatz in kubanischem Gefängnis
Nach einer Gefangenenmeuterei in einer Haftanstalt in Kuba sind die Sicherheitskräfte laut Nichtsregierungsorganisationen hart gegen die Insassen vorgegangen. Die Häftlinge hatten im Gefängnis von Canaleta in der zentralen Provinz Ciego de Ávila gegen die schlechten Haftbedingungen sowie für mehr politische Freiheiten auf der sozialistischen Karibikinsel protestiert, wie die Organisation Prisoners Defenders auf der Plattform X mitteilte. Von der Regierung gab es zunächst keine Informationen dazu.
Der in den USA im Exil lebende Oppositionelle José Daniel Ferrer veröffentlichte in seinen sozialen Netzwerken Videoausschnitte, die die Proteste zeigen sollen. Dort sind Rufe wie «Patria y Vida» (Vaterland und Leben), ein Slogan der Proteste von 2021, sowie Pfiffe zu hören. Krankenwagen sollen im Einsatz gewesen sein. Seinen Angaben zufolge soll es nach bisher unbestätigten Berichten zwei Tote und mehrere Verletzte gegeben haben.
Gummigeschosse und Pfefferspray
Angehörige der Häftlinge versammelten sich vor der Haftanstalt, wie die in der spanischen Hauptstadt Madrid ansässige Organisation Prisoners Defenders mitteilte. Die Polizei soll demnach Pfefferspray und Gummigeschosse gegen die Insassen eingesetzt haben.
Das Dokumentationszentrum für kubanische Gefängnisse mit Sitz in Mexiko sprach von mehreren Verletzten, die mit Kopfverletzungen oder wegen der Folgen des Pfefferspray-Einsatzes in ein Krankenhaus gebracht wurden.
Kuba steckt in einer seiner tiefsten wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen seit der Revolution im Jahr 1959 unter Fidel Castro. Die Lage hat sich zuletzt durch die Politik von US-Präsident Donald Trump gegenüber der Insel weiter verschärft. Nach Trumps Zolldrohung gegen Kubas Öllieferanten erhält die Insel offiziell kein Öl mehr aus dem Ausland. Washington will so die kommunistische Regierung Kubas zu wirtschaftlichen und politischen Reformen zwingen. (sda/dpa)
