International
China

China und Kanada rücken enger zusammen

Canada's Prime Minister Mark Carney, left, meets with Chinese President Xi Jinping at the Great Hall of the People in Beijing Friday, Jan. 16, 2026. (Sean Kilpatrick/The Canadian Press via AP)
Ch ...
Carney und Xi bei einem Treffen am Freitag in Peking.Bild: keystone

China und Kanada rücken enger zusammen

16.01.2026, 09:0316.01.2026, 09:03

Nach Jahren der Eiszeit suchen China und Kanada eine Neujustierung ihrer Beziehungen inmitten wachsender Spannungen mit den USA.

Kanada sei bereit, gemeinsam mit China eine starke und nachhaltige neue strategische Partnerschaft aufzubauen, um den Menschen beider Länder mehr Wohlstand zu bringen, sagte Kanadas Ministerpräsident Mark Carney laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua bei einem Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking. Ziel sei es, die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Handel, Energie, Landwirtschaft, Finanzen, Bildung und Klimawandel auszubauen und zu vertiefen.

Chinese President Xi Jinping, left center, Canada's Prime Minister Mark Carney, second from right, talk during a meeting at the Great Hall of the People in Beijing, China, Friday, Jan. 16, 2026.  ...
Gespräche zwischen Kanada und China auf höchster Ebene, 16. Januar. Bild: keystone

Neustart der Zusammenarbeit

Xi erklärte demnach, beide Politiker hätten sich bereits im Oktober vergangenen Jahres am Rande des APEC-Gipfels im südkoreanischen Gyeongju getroffen und damit eine neue Phase der Stabilisierung und Verbesserung der Beziehungen eingeleitet. Seitdem hätten beide Seiten intensiv über die Wiederaufnahme und den Neustart der Zusammenarbeit beraten. Eine gesunde und stabile Entwicklung der Beziehungen entspreche den gemeinsamen Interessen beider Länder.

Carneys Besuch ist der erste eines kanadischen Regierungschefs in China seit acht Jahren. Die Beziehungen waren zuvor von Spannungen geprägt. Eine tiefe Krise löste 2018 die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada auf Betreiben der USA aus. Peking reagierte damals mit der Inhaftierung zweier Kanadier.

Trump übt Druck aus

Seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump ist Kanada unter Druck aus den USA geraten. Der US-Präsident hat nicht nur China, sondern auch den Nachbarn Kanada in Handelskonflikte verwickelt. Beobachter werten dies als einen Hintergrund für die Annäherung zwischen Peking und Ottawa.

«In einer zunehmend gespaltenen und unsicheren Welt konzentrieren wir uns darauf, diese Beziehung zu erneuern und auf eine stärkere gemeinsame Zukunft hinzuarbeiten», schrieb Carney nach seiner Ankunft in China am Donnerstag auf der Plattform X. (rbu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
IS-Vormarsch
IKRK verhandelt mit IS über Zugang zu Krisen-Orten
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verhandelt mit der Terrormiliz Islamischer Staat für den Zugang zu bestimmten Krisen-Orten. Darunter sind Raqa im Osten Syriens sowie die Städte Mossul und Falludscha im Nordosten und Westen des Iraks
IKRK-Präsident Peter Maurer ist überzeugt, dass ein humanitärer Einsatz nur möglich wird durch einen Dialog mit allen Parteien des Konfliktes. «Der IS ist keine Organisation mit einer klar festgelegten Führung mit einer Türe, an die man klopfen kann», sagte der Schweizer Maurer in einem Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Monde».
Zur Story